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Der Akademische Senat verabschiedete in der Sondersitzung am 12. Dezember
2003 ein Konzept, das die Entwicklungslinien für die Martin-Luther-Universität
2012 aufzeigt. Das Konzept ist Ausdruck und Willen der Universität
- angesichts der Haushaltssituation im Land - dennoch das Profil und die
Organisation der Universität weiterhin selbst zu gestalten. Es umfasst
neben universitätsinternen auch Maßnahmen, welche die gesamte
Hochschullandschaft Sachsen-Anhalts im Blick haben und geht vom Erhalt
aller Bereiche der Universität aus.
Kernaussage des Papiers ist die Etablierung von 9 Fakultäten bis
zum Jahr 2006. Ab 2006 soll es an der größten Universität
des Landes eine Medizinische Fakultät, eine Theologische Fakultät,
eine Staatswissenschaftliche Fakultät - zu dieser werden sich die
Wirtschaftswissenschaftler und die Juristen zusammenschließen -
geben.
Außerdem wird sich der geisteswissenschaftliche Bereich, der heute
5 Fachbereiche umfasst, zu 3 Fakultäten zusammenschließen,
die sich erziehungswissenschaftlich/sportwissenschaftlich, sozialwissenschaftlich/historisch
bzw. philologisch-/kulturwissenschaftlich orientieren. Bei den mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen
Bereichen (gegenwärtig 8 Fachbereiche) wird es zu einer Konzentration
von 3 Fakultäten kommen, in einer von denen die heutige Landwirtschaftliche
Fakultät künftig ihren Platz finden wird.
Auf der Grundlage dieser Entscheidung erhielt das Rektorat den Auftrag,
mit dem Kultusministerium zu verhandeln, um die Vorstellungen der Universität
im Hochschulstrukturplan des Landes umzusetzen.
Außerdem muss die Universitätsleitung die Diskussionen mit
den Dekanen zur weiteren Umsetzung des Entwicklungskonzeptes
fortsetzen. Ergebnisse hierzu sollen bis zum 31. Januar 2004 vorliegen.
Außerdem stimmte der Senat einem Antrag der studentischen Vertreter
zu und traf folgenden Beschluss:
"Der Akademische Senat spricht sich gegen die von der Landesregierung
geplanten Kürzungen in der Hochschullandschaft Sachsen-Anhalts aus.
Persönliche Meinungen von Universitätsangehörigen, die
den Ausbau der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zu Lasten
der Otto-von-Guericke-Universität fordern, spiegeln nicht die Meinung
des Senats wider.
Die Hochschulen des Landes Sachsen-Anhalt haben nicht die Absicht, sich
gegeneinander ausspielen zu lassen. Nur durch eine gemeinsame Position
aller Hochschulen gegenüber der Landesregierung ist es möglich,
den geplanten Gesetzen wirkungsvoll entgegenzutreten und die Verabschiedung
dieser in der geplanten Form zu verhindern.
Der Senat fordert das Rektorat und die Mitarbeiter auf, diese Position
gegenüber den Medien und den Landespolitikern zu vertreten."
Es bestand großes Interesse der Universitätsöffentlichkeit
an der Senatssitzung, die in der Aula stattfand. Ca. 200 Studierende und
Mitarbeiter verfolgten die Diskussionen der Senatsmitglieder.
Senat am 17. Dezember 2003
Nachdem das Konzil am 5. Dezember 2003 eine
Stellungnahme zum Entwurf des Gesetzes zur Änderung
der Hochschulstruktur (4. Hochschulstrukturgesetz) und zur Neufassung
des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt verabschiedete, gab auch
der Senat eine ent-sprechende
Erklärung ab.
Im Zusammenhang mit dem Entwicklungskonzept Martin-Luther-Universität
2012 und den Aufträgen an das Rektorat (siehe oben) verlängerte
der Senat seinen Selbstbindungsbeschluss vom Oktober bis zum 31. Januar
2004. Nach diesem Beschluss werden u. a. Entscheidungen zu Berufungen,
Denominationsänderungen, Neueinrichtung von Studiengängen bis
zu dem o. g. Termin ausgesetzt.
An den Kanzler erging auf der Grundlage seines Vortrags zum TOP Stellenfreigaben
und Personalkostenabschätzung der Auftrag, bis Februar eine präzisierte
Personalkostenrechnung vorzulegen. Diese Forderung formulierten die Dekane
insbesondere vor dem Hintergrund notwendiger Planungssicherheiten zu Personalmaßnahmen.
Bachelor- und Masterstudiengänge
Wesentlicher Tagesordnungspunkt in dieser Senatssitzung war eine Vorlage
des Prorektors für Studium und Lehre, Prof. Dr. Wolfgang Schenkluhn,
zur Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen
an der Martin-Luther-Universität. Auf der Konferenz europäischer
Bildungsminister 1999 in Bologna wurde die Schaffung eines zweistufigen
Systems von Studienabschlüssen (BA/MA-Modell) vereinbart, das durch
Einführung eines Leistungspunktesystems (ECTS-Modell) und flankiert
von Qualitätssicherungsmaßnahmen (Akkreditierungsgedanke) zu
einem europaweit gültigen System bis zum Jahr 2010 führen soll.
Die Vorlage fand die Zustimmung der Senatsmitglieder und sieht vor, das
zweistufige Studiensystem in allen dafür geeigneten Bereichen an
der Martin-Luther-Universität rasch einzuführen. Die neuen Studienabschlüsse
sind als Regelabschlüsse zu verstehen. Die Einführung gestufter
Abschlüsse auf breiter Basis soll spätestens mit Beginn der
nächsten Legislaturperiode, also ab 2006 erfolgen. In diesem Zusammenhang
beschloss der Senat folgende Grundsätze bei der Einführung gestufter
Studiengänge:
- Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen
- Einführung von konsekutiven, nicht-konsekutiven und weiterbildenden
Masterstudiengängen (letzteres ist im Rahmen eines Senatsbeschlusses
zur universitären Weiterbildung zu präzisieren)
- Schaffung von Zentren für z. B. Medien-, Schreib-, Sprech- und
Sprachkompetenz mit entsprechender Ausstattung für die geforderten
berufsfeldbezogenen Qualifikationen in gestuften Studiengängen
- Miteinbeziehung geeigneter staatlich geregelter Studiengänge (insbesondere
Lehramt, Pharmazie, Rechtswissenschaft) in das zweistufige System, sobald
dafür die entsprechenden Regelungen vorliegen.
Rahmenbedingungen für die Umsetzung der neuen Studiengänge an
der Universität sind die ländergemeinsamen Strukturvorgaben
(KMK-Beschluss v. Oktober 2003) und die 10 Thesen zur Bachelor- und Masterstruktur
in Deutschland (KMK-Beschluss vom Juni 2003).
Der Prorektor für Studium und Lehre erhielt auf dieser Grundlage
den Auftrag zur zügigen Erarbeitung verbindliche Rahmenvorgaben für
die Einführung gestufter Studiengänge und zur Einrichtung einer
zentralen Koordinierungsstelle, die den Umsetzungsprozess steuernd und
beratend begleitet.
Weitere Beschlüsse des Senates bezogen sich auf die Bestätigung:
- der Studienordnung für den Studiengang Erziehungswissenschaft
Haupt- und Nebenfach,
- der Änderung der Satzung zur Prüfungsordnung für
den Diplomstudiengang Sportwissenschaft,
- der Einrichtung berufsbegleitender Studiengänge und einsemestriger
Fortbildungskurse für Lehrer,
- von Fortsetzungsanträgen für die Sonderforschungsbereiche:
"Gesellschaftliche Entwicklungen nach dem Systemumbruch. Diskontinuität,
Tradition und Strukturbildung" und "Differenz und Integration.
Wechselwirkungen zwischen nomadischen und sesshaften Lebensformen in Zivilisationen
der Alten Welt" jeweils in der 2. Förderperiode,
- eines Antrags zur Einrichtung und Förderung der DFG-Forschergruppe
"Der Aufbruch zu neuen Horizonten. Die Funde von Nebra, Sachsen-Anhalt
und ihre Bedeutung für die Bronzezeit Europas",
- der anteiligen Verwendung von Verwertungseinnahmen aus Patenten,
- der C4-Berufungsliste "Pharmakologie und Toxikologie",
- einer außerplanmäßigen und zweier Vertretungsprofessuren
der Medizinischen Fakultät,
- der Ausschreibung der C4-Professur "Allgemeine Pädiatrie"
sowie
- der Zusammensetzung von Berufungskommissionen.
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Das neue theater halle hält für Universitätsangehörige
wieder ein attraktives Angebot bereit: Wer die Komödie von Jean-Baptiste
Molière unter der Regie von Sewan Latchinian am Sonnabend, dem 31.
Januar 2004, 20 Uhr in der Kommode miterleben möchte, der kann bis
zum 17. Januar an der nt-Theaterkasse unter (03 45) 20 50-2 22/2
23 seine Karten-Bestellung abgeben. Der Kartenpreis/ Uni-Kontingent
(20 Karten, PG I) beträgt 10,00 Euro (Sie sparen 2 Euro pro Karte).
Argan (Peter W. Bachmann) ist nicht eingebildet und auch nicht krank. Aber
er leidet. Kein Organ, das nicht von einer Störung bedroht ist. Für
Ärzte und Apotheker ist er ein guter Kunde. Je mehr Medizin, desto
mehr Gesundheit, denkt er - und versucht, seine Tochter Angelique mit einem
Arzt zu vermählen. Die jedoch liebt einen andern. Und Argans Frau hofft,
da Krankheiten ja mitunter zum Tode führen, auf das Erbe. Wäre
da nicht eine gescheite und liebenswerte Haushälterin, würde die
Geschichte böse enden ...
Der nächste Newsletter erscheint im Januar 2004. Die Newsletter-Redaktion
wünscht allen Leserinnen und Lesern ein frohes Weihnachtsfest und einen
guten Start in das Jahr 2004.
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