14.07.2005
 
Aus dem Akademischen Senat


Der Akademische Senat der Universität trat am 13. Juli 2005 zu seiner 27. Sitzung zusammen. Die Beschlüsse und Informationen sind im Folgenden zusammengefasst:

Grundordnung verabschiedet
Wesentlicher Punkt der Beratungen in der Senatssitzung war die Verabschiedung der Grundordnung. (Die Neufassung ist hier ab 15. Juli abrufbar). Auf der Grundlage der Empfehlungen der Grundordnungskommission und der Lesungen des Entwurfs im Senat im April und Juni beschlossen die Senatoren mit 22 Ja-Stimmen und 3 Enthaltungen die Grundordnung der Martin-Luther-Universität. In die Diskussion war auch die Universitätsöffentlichkeit einbezogen. Die Änderung der Grundordnung wurde im Zusammenhang mit dem im vergangenen Jahr verabschiedeten Hochschulgesetz und der zu vollziehenden strukturellen Veränderung notwendig. Die neue Grundordnung sieht entsprechend der Neustrukturierung ab dem 1. September 2006 anstelle der bisher existierenden 18 Fachbereiche/Fakultäten die folgenden 9 Fakultäten vor:

Theologische Fakultät
Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Medizinische Fakultät

Philosophische Fakultät I
Sozialwissenschaften und historische Kulturwissenschaften
Philosophische Fakultät II
Philologien, Kommunikations- und Musikwissenschaften
Philosophische Fakultät III
Erziehungswissenschaften
Naturwissenschaftliche Fakultät I
Biowissenschaften
Naturwissenschaftliche Fakultät II
Chemie und Physik
Naturwissenschaftliche Fakultät III
Agrar- und Geowissenschaften, Mathematik und Informatik

Neben diesen Fakultäten wird es die zusätzliche Organisationseinheit "Zentrum für Ingenieurwissenschaften" im Sinne von § 75 Abs. 1 Satz 1 HSG LSA geben. Das Zentrum dient der Sicherung von Forschung und Lehre der auslaufenden Studiengänge des zum 1. September 2006 gemäß der "Verordnung zur Neuordnung von Fachbereichen und Studiengängen an staatlichen Hochschulen" vom 3. Januar 2005 aufgelösten Fachbereichs Ingenieurwissenschaften. Die Grundordnung erhält nun das Kultusministerium zur Genehmigung.

Bildung gemeinsamer Kommissionen
In Vorbereitung auf den Prozess der Neuschneidung von Fakultäten beschlossen die Senatoren die Bildung von gemeinsamen Kommissionen. Diese haben die Aufgabe, unter anderem über die Etablierung von Wahlbereichen zu diskutieren. Über die Zusammensetzung der gemeinsamen Kommissionen wird der Senat auf der Grundlage der Vorschläge aus den Bereichen in seiner nächsten Sitzung entscheiden.

Die Informationen des Rektorats bezogen sich auf die letzte Ministerdienstberatung, in der über die Prämissen zur Aushandlung der Zielvereinbarungen Verständigung erzielt wurde. Nach Darstellung des Rektors ist eine Laufzeit für die Zielvereinbarungen von fünf Jahren vorgesehen. Außerdem sollen die Mittel, die im Zusammenhang mit den Tariferhöhungen stehen, den Hochschulen zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Im Herbst wird sich der Senat mit dem Thema Zielvereinbarung verstärkt befassen.
Der Prorektor für Forschung berichtete aus der Mitgliederversammlung des DAAD und legte eine Förderbilanz vor. Im Vergleich mit anderen Hochschulen schneidet die Martin-Luther-Universität bei der Förderung von Projekten durch den DAAD mit 1,2 Mio. Fördersumme gut ab. Dennoch bestehen noch Reserven. Deshalb forderte Prof. Dr. Reinhard Neubert dazu auf, sich über das Programmangebot des DAAD unter folgender Internetadresse zu informieren.

Erbringung der Einsparauflage
Der Senat hatte das Rektorat dazu aufgefordert, regelmäßig über die Haushaltssituation zu informieren. Dieser Informationspflicht kam das Rektorat unter dem Tagesordnungspunkt: "Haushaltskonsolidierung zur Erbringung der Einsparauflage" nach. Der Prorektor für Strukturentwicklung und Finanzen legte eine Vorausschau vor, die deutlich machte, dass die Einsparauflagen des Landes bis 2009 erbracht werden können. Konkret heißt das, entsprechend den Berechnungen des Rektorats können in den Jahren 2006 und 2007 je 6,8 Mio. €, und 2008 und 2009 jeweils 10,7 Mio. € an Einsparungen vorgenommen werden. Voraussetzungen dafür sind aber, dass 100 % der Personalverstärkungsmittel durch das Land getragen werden, keine weiteren Budgetkürzungen erfolgen und weiterhin im Personalmanagement ein restriktiver Kurs gefahren wird. Aus den Darlegungen ergaben sich dann die Konsequenzen für das Stellenmanagement 2006. Danach können so viele Stellen besetzt werden, wie im Jahr 2006 frei werden.

Zur Thematik interne Mittelvergabe lag dem Senat ein Diskussionspapier vor, das entsprechend der Übereinkunft im Senat weiter diskutiert werden sollte. Dazu wurden alle Senatsmitglieder aufgefordert, ihre Meinungen bis Ende August an den Prorektor für Strukturentwicklung und Finanzen zu übermitteln.

Exzellenzförderung
Der Prorektor für Forschung informierte den Senat über die Umsetzung der Bundesinitiative zur Exzellenzförderung an der Martin-Luther-Universität. Im Rahmen einer Erklärung, die bis zum 1. August 2005 abzugeben ist, soll deutlich gemacht werden, dass die Exzellenznetzwerke Orientwissenschaften, Materialwissenschaften und Biowissenschaften die Grundlage für das Antragsverfahren sein sollen. Zur Frage der Einrichtung einer Graduiertenschule Bio- und Nanowissenschaften gibt es noch Klärungsbedarf. In dem dazu erfolgten Gespräch mit dem Kultusministerium wurde dieser Standpunkt mitgeteilt und deutlich gemacht, dass Quotierungen bei der Antragstellung seitens des Landes nicht von der Universität akzeptiert werden.

Die Leitlinien zur strukturellen Verankerung von Qualifikationsstellen - Promotion- Habilitation - Juniorprofessuren wurden nicht abschließend behandelt. Damit wird sich der Senat in seiner Septembersitzung erneut befassen.

Studien- und Prüfungsordnungen
Die Senatoren beschlossen die Einrichtung des Bachelor-Studiengangs Sportwissenschaft und verabschiedeten die dazu vorgelegte fachspezifische Studien- und Prüfungsordnung für das Studienprogramm. Die Neueinrichtung des Studiengangs erfolgte auf der Grundlage der Ergänzungsvereinbarung zur Zielvereinbarung, die vorsah, die Studiengänge Sportwissenschaft für Rehabilitations-, Therapie- und Behindertensport (Diplom Aufbaustudium) Sportwissenschaft für Breiten- und Wettkampfsport (Diplom Aufbaustudium) und Sportwissenschaft (Magisterhauptfach, Magisternebenfach) zum WS 05/06 zu schließen und im Rahmen der neuen Studienstruktur neue Angebote zu konzipieren. Die Immatrikulation in diesen Studiengang soll einmalig zum WS 05/06 für 46 Studierende erfolgen.
Des weiteren sprachen sich die Senatoren unter diesem TOP für die Novellierung der Studien- und Prüfungsordnung für den Studiengang Gesang und die Satzungsänderung für die Diplomprüfungsordnung Politikwissenschaft aus.

Neues An-Institut
Die Senatsmitglieder fassten den Beschluss zur Gründung eines An-Instituts und bestätigten den dazu vorgelegten Kooperationsvertrag. Nach dem Willen des Senats kann damit das Institut für Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung die Bezeichnung Institut an der Universität tragen. Das Institut befasst sich mit Forschungs- und Dienstleistungen in den Bereichen Leistungs- und Gesundheitssport und der betrieblichen Gesundheitsförderung. Dazu führt es selbständige Untersuchungen und wissenschaftliche Erhebungen durch, gibt wissenschaftliche Veröffentlichungen heraus und arbeitet mit anderen Forschungseinrichtungen im In- und Ausland zusammen.

Weitere Entscheidungen des Senates bezogen sich auf:
- die Aufhebung des Sperrvermerks im Rahmen der Berufungsliste W3 "Politik- und Institutionen im Agrarbereich" (gemeinsame Berufung mit dem IAMO),
- Beendigung der Berufungsverfahren W3 "Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht und Handelsrecht" und W3 "Religionspädagogik",
- den Fortsetzungsantrag (4. Förderperiode) des SFB 418 Struktur und Dynamik nanoskopischer Inhomogenitäten in kondensierter Materie,
- den Fortsetzungsantrag (2. Förderperiode) für das Graduiertenkolleg 894 "Selbstorganisation durch koordinative und nichtkovalente Wechselwirkungen",
- die Anträge auf Einrichtung und Förderung von DFG-Graduiertenkollegs:
"Schwermetalle als Spurenelemente und Zellgifte",
"Molekulare Signale des Alterns und der Regeneration: vom Organismus zum Organ",
"Landwirtschaft ohne Subventionen",
- die Einrichtung eines Sektors "Asien- und Afrikastudien" an der International Graduate School der Martin-Luther-Universität (Graduiertenzentrum im Exzellenznetzwerk Asien- und Afrikastudien),
- Änderung der Satzung der International Graduate School (InGraS) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,
- die Freigabe der W2 "Bioinformatik" zur Ausschreibung und
- die Zusammensetzung bzw. Änderung von Berufungskommissionen.

Außerdem beschlossen die Senatsmitglieder die Verabschiedung der Berufungslisten für die W2 "Naturstoffbiochemie" und W3 "Biochemie". Bestätigt wurden auch der Antrag auf Verleihung einer Honorarprofessur im Bereich der Geowissenschaften und die Ergänzung der Liste der Vertretungsprofessuren für das WS 05/06.

 
Informationsportal zur Studienreform
Internetauftritt der HRK-Servicestelle Bologna geht online
Das Informationsportal der HRK-Servicestelle Bologna zur Studienreform für Hochschulen, Studierende und Wirtschaft geht online. Es unterstützt Hochschulen, Studierende und Wirtschaft dabei, den "Europäischen Hochschulraum" zu schaffen, wie dies die Bildungsminister von mittlerweile 45 Ländern beschlossen haben.
Die Hochschulen erhalten auf der neuen Internetseite der Service-Stelle zahlreiche Informationen zum Bologna-Prozess im Allgemeinen, aber auch zu den Bereichen Bachelor/Master, Modularisierung und ECTS, Diploma Supplement sowie Qualitätssicherung und Akkreditierung.
 
Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft 2005
- Erster Innovationspreis der Welt® - zum 26. Mal vergeben
Einsendeschluss für den diesjährigen INNOVATIONSPREIS DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFT ist Freitag, der 9. September 2005.
Die Beteiligung ist nur via Internet möglich.
 
"42 laufen 42"
4. Mitteldeutscher Marathon

Am 28. August 2005 fällt der Startschuss zum 4. Mitteldeutschen Marathon (MDM). Zum ersten Mal verläuft dabei der Marathon von Leipzig nach Halle. Ziel ist es, Teams aus den einzelnen Fachbereichen/Instituten der Universität für den Staffellauf "42 laufen 42" zu gewinnen. Das Institut für Sportwissenschaft ruft Studierende, Lehrkräfte und MitarbeiterInnen der Universität auf, sich mit Staffelteams von je 42 Läuferinnen bzw. Läufern an diesem großen sportlichen Wettstreit zu beteiligen. Anmeldungen nimmt Konrad Fiedler entgegen.

Der nächste Newsletter erscheint im September 2005. Die Newsletter-Redaktion wünscht allen Leserinnen und Lesern eine erholsame Sommerpause.

 
 

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