15.04.2004
 
Aus dem Senat

Der Akademische Senat der Martin-Luther-Universität trat am 14. April zu seiner 12. Sitzung zusammen. Unter dem obligatorischen Tagesordnungspunkt "Informationen des Rektorats" wies der Rektor Wilfried Grecksch auf das am 2. April 2004 verabschiedete Hochschulgesetz hin. Es ist damit zu rechnen, dass das Gesetz Anfang Mai veröffentlicht wird und damit zu diesem Zeitpunkt in Kraft tritt.
Mit Blick auf das neue Gesetz, das ein Konzil nicht mehr vorsieht, soll voraussichtlich Anfang bis Mitte Mai eine letzte Konzils-Sitzung stattfinden, in deren Rahmen vorgesehen ist, die Konzilsmitglieder zu verabschieden. Entsprechende Absprachen wurden mit dem Konzilsvorstand getroffen - so der Rektor weiter.
Hinsichtlich der Strukturdebatte bzw. der Haushaltsplanungen verwies Rektor Grecksch auf das bestehende Defizit, das ab 2006 ca. 5 Mio. Euro beträgt. Sowohl in den öffentlichen Darstellungen als auch in Zusammenkünften mit dem Kultusministerium oder den Abgeordneten des Landtages werde dieses Problem vom Rektorat immer wieder thematisiert und auf die Folgen - Nichtbesetzen von frei werdenden Personalstellen (in der Regel Qualifikations- bzw. Professorenstellen) und willkürliche Kürzung von Sach- bzw. Investitionsmitteln - hingewiesen, so Grecksch. Die Gestaltung der Universitätsstruktur werde damit unmöglich.
Die Notwendigkeit, ggf. auch Entscheidungen zu treffen, die die Schließung von Bereichen vorsehen, war erneut Thema der Debatte dazu.
Das Rektorat informierte über den Vorbereitungsstand zur Klausurtagung, die am 22./23. April 2004 in nichtöffentlicher Sitzung stattfinden wird.

Numerus Clausus
Der Akademische Senat entschied zu den NC-Festsetzungen für das Studienjahr 2004/2005. Die Zulassungsbeschränkungen wurden auf der Grundlage des Kapazitätserlasses vom 3. Dezember 2003 errechnet und umfassen auch die Auffüllgrenzen für die höheren Fachsemester. Insgesamt betrifft die Entscheidung 69 Studiengänge und -fächer. Damit wird der zum Sommersemester 2004 erreichte Status quo beibehalten. Aufgrund der hohen Nachfrage, z. B. bei den Lehramtsstudiengängen im vergangenen Wintersemester, wurde die Entscheidung getroffen, zum Sommersemester 2004 in zahlreichen Fächern nicht zu immatrikulieren.

Lehramtsstudiengang "Wirtschaft/Technik"
Der Kommission Studium und Lehre folgend entschied der Akademische Senat, die Immatrikulation im grundständigen Lehramtsstudiengang "Wirtschaft/Technik" an Gymnasien, Sekundarschulen und Sonderschulen zum WS 2004/2005 einzustellen. Die Absicherung dieses grundständigen Studienganges über das Jahr 2008 hinaus, ist aus Kapazitätsgründen nicht vertretbar.

Außerdem bestätigte der Akademischen Senat:
- die Freigabe der C4-Professur "Märkte der Agrar- und Ernährungswirtschaft und internationaler Handel" und der C3-Professur "Naturstoffbiochemie";
- die Einrichtung eines berufsbegleitenden Studiengangs "Integrationspädagogik" zum WS 2004/2005;
- die Novellierung der Studien- und Prüfungsordnungen für den Studiengang "Wirtschaftsrecht";
- die Satzungsänderung der Diplomprüfungsordnungen für die Studiengänge BWL und VWL sowie
- die Dritte Satzungsänderung der Magisterprüfungsordnung.

Zustimmung im Senat fanden auch die Besetzungsvorschläge für die Berufungskommissionen zu den zur Ausschreibung frei gegebenen C-Stellen.

 
Jugenduni Halle
Erste Veranstaltung war ein Erfolg

(Autorin: Susanne Rehbein) Am 14. April 2004 fand die erste Vorlesung der "Jugenduni Halle" statt - mit überwältigender Resonanz. Über 300 Jugendliche aus Halle, Bitterfeld und Umland hatten sich im Freylinghausen-Saal der Franckeschen Stiftungen eingefunden um den Ausführungen von Prof. Dr. Kai-Detlef Bussmann zur Entwicklung von Kriminalität und Wirkung von Strafen zu folgen. Wie erhofft stellte sich Jura nicht als "trocken", sondern unter Umständen durchaus amüsant, aber auf alle Fälle interessant dar. Nicht nur von der hiesigen Presse wurde Prof. Bussmann als "Glücksgriff" empfunden, nicht zuletzt weil er die akustischen Probleme des Saals mit augenscheinlicher Leichtigkeit und kräftiger Stimme überwand. Probleme, die den studentischen (und "professorischen") Alltag prägen und dem Projekt ungewollt noch ein Stück mehr Realität verliehen haben.
Verhalten spricht die Projektgruppe von "Erfolg", sind doch für derartige Äußerungen erst noch die in der nächsten Woche beginnenden Tutorien und deren Ablauf abzuwarten. Doch die verbindlichen Anmeldungen zeigen auch hier ein reges Interesse der Jugend-Studenten an Wissen und Bildung.
Vereinzelt mischten sich auch Lehrer unter die Jugendlichen; von der Neugier getrieben. "Ich muss doch mitreden können bei meinen Schülern" äußerte Frau Lotze, Lehrerin am Christian-Wolff-Gymnasium und Ansprechpartnerin für die Jugenduni. Sie war begeistert und will die Teilnahme guten Gewissens auch noch den letzten Schülern nahe legen.
Die nächste Vorlesung wird aus dem Gebiet der Orientalistik am 28. April 2004 stattfinden. Das komplette Vorlesungsverzeichnis sowie alle wissenswerten Informationen können der Homepage www.jugenduni.de entnommen werden.

 
 

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