Entsprechend ihrer Internationalisierungsstrategie hat
die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) ihre
Zusammenarbeit mit Partnern in Indien erfolgreich ausgebaut.
In den Bereichen Kunstgeschichte, Denkmalpflege, Pharmazie
und Archäologie konnte eine Delegation der Universität in
mehreren indischen Bundesstaaten neue Kooperationsprojekte
auf den Weg bringen.
Aufbauend auf den Besuch der ehemaligen Prorektoren Wolfgang
Schenkluhn und Reinhard Neubert im vergangenen Jahr besuchte
deshalb im Februar eine kleine Delegation der Martin-Luther-Universität
verschiedene Universitäten sowie eine Firma in Indien. Erste
Station war die Universität Pune im indischen Bundesstaat
Maharashtra. An dieser Universität ist das älteste Germanistische
Institut außerhalb Deutschlands beheimatet, das 2014 das 100-jährige
Jubiläum seiner Gründung feiern wird. Mit dem Leiter dieses
Institutes, Professor Ninteen Gupte, wurden verschiedene Kooperationsmodelle
diskutiert, insbesondere auf dem Gebiet der Kunstgeschichte,
die es in Pune noch aufzubauen gilt. Die Gespräche sollen
im Juni in Halle fortgesetzt werden.

Ein Blick auf die Jama Masjid in Champaner. |
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An der Universität Pune besuchten die halleschen Wissenschaftler
danach das College of Architecture, das großes Interesse am
Masterstudiengang Heritage Management (Denkmalpflege) geäußert
hat, den die MLU zusammen mit der Hochschule Anhalt anbietet.
Auf dem Gebiet der Denkmalpflege besteht in Indien ein außerordentlich
hoher Bedarf an Fachleuten und Know-how, um die zahlreichen
Denkmale in Indien fachgerecht instandhalten zu können. In
welcher Weise ein Masterstudiengang Heritage Management an
der Universität Pune implementiert werden könnte, soll im
Juni dieses Jahres bei einem Gegenbesuch der indischen Partner
in Halle weiter erörtert werden.
Die zweite Station war die größte indische Pharmafirma, Ranbaxy
in Gurgaon bei Neu Dehli. „Ranbaxy ist sehr daran interessiert,
ihren besten Wissenschaftlern Möglichkeiten zur Promotion
zu ermöglichen. Deshalb wurden unterschiedliche Optionen erörtert,
in welcher Weise junge Wissenschaftler des Unternehmens unter
Betreuung von Professoren des Institutes für Pharmazie der
MLU promovieren können“, berichtet Institutsdirektor Prof.
Dr. Dr. h.c. Reinhard Neubert. Die Rahmenbedingungen wollen
die Partner in einem „memorandum of understanding“ regelen.
Es soll im Juni/Juli dieses Jahres in Halle unterzeichnet
werden.

Die hallesche Delegation bei der Besichtigung der
Weltkulturerbestätte Champaner im Gespräch mit dem Vorsitzenden
des Heritage Trust Baroda, dem Architekten Karan Grover,
und Bediensteten des Archaological Survey of India.
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Drittes Ziel war das UNESCO-Weltkulturerbe in Champaner im
Bundesstaat Gujarat, nahe der Universitätsstadt Vadodara (Baroda).
Der Besuch erfolgte auf Einladung des Präsidenten des Heritage
Trust Baroda, des in Indien bekannten Architekten Karan Grover,
und wurde von der Firma Siemens India gesponsert. In einer
viertägigen Erkundung des Geländes von Champaner, der einstigen
im 16. Jahrhundert untergegangen Hauptstaat von Gujarat, identifizierte
die Gruppe potentielle Kooperationsprojekte zur Dokumentation,
Ausgrabung, Restaurierung und Rekonstruktion. In einer Sitzung
mit dem Heritage Trust Baroda wurden die Projektvorschläge
der Gruppe begrüßt und ein Initialprojekt vereinbart. Auch
der ASI (Archeological Survey of India), die nationale Denkmalbehörde
in Delhi, unterstützt die Bestrebungen der MLU, in Champaner
aktiv zu werden. „Dieses archäologisch-denkmalpflegerischen
Vorhaben wäre das erste seiner Art auf dem indischen Subkontinent,
das durch eine deutsche Universität realisiert wird“, erklärt
Prof. Dr. François Bertemes, Institut für Kunstgeschichte
und Archäologien Europas.
Ansprechpartner:
Denkmalpflege
Prof. Dr. Wolfgang Schenkluhn
Geschäftsführender Direktor des Instituts für Kunstgeschichte
und Archäologien Europas
Tel.: 0345 55 24310
E-Mail:
wolfgang.schenkluhn@kunstgesch.uni-halle.de
Pharmazie
Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Neubert
Direktor des Instituts für Pharmazie
Tel.: 0345 55 25000
E-Mail:
reinhard.neubert@pharmazie.uni-halle.de
Archäologie
Prof. Dr. Francois Bertemes
Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas
Tel.: 0345 55 24 059
E-Mail:
bertemes@praehist.uni-halle.de
Prof. Dr. Hans-Georg Stephan
Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas
Tel.: 0345 55 24049
E-Mail:
hans.stephan@praehist.uni-halle.de