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SAUER-ORGEL IN DER AULA SOLL WIEDER ERKLINGEN
Ostdeutsche Sparkassenstiftung und Stadt- und Saalkreissparkasse Halle unterstützen Restaurierung
  06.07.2006
 
In der historischen Aula der Martin-Luther-Universität befindet sich eine 80-jährige Orgel, die zu den interessantesten und wertvollsten Instrumenten aus der Zeit der Orgelbewegung zwischen den Weltkriegen gehört. Sie wurde 1926 von Fa. Wilhelm Sauer (Inhaber Oscar Walcker) in Frankfurt/Oder erbaut, einem damals führenden Unternehmen von Weltruf. Heute stellt sie das einzig original erhaltene Zeitzeugnis der Orgelbewegung im Sinne einer Universitätsorgel dar. Diese Orgel verstummte in den 80er Jahren und ist bis heute nicht bespielbar.

Dank des Engagements der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der Stadt- und Saalkreissparkasse Halle wird es möglich sein, die Orgel endlich zu restaurieren und als Instrument für das musikalische Leben der Universität Halle-Wittenberg zurückzugewinnen. Diese Restaurierung knüpft an die Spende der Stadt- und Saalkreissparkasse Halle an, mit deren Hilfe bereits 2002 die Wiederherstellung des großen Kronleuchters für die Aula der Universität ermöglicht werden konnte.

Am Mittwoch, dem 5. Juli 2006, fand in der Aula der Martin-Luther-Universität eine Pressekonferenz aus Anlass der Übergabe der Spende für die Restaurierung der Sauer-Orgel statt.



An der Sauer-Orgel (v. l. n. r.): Halles Bürgermeisterin Dagmar Szabados, Student der Musikwissenschaft Michael Wünsche, Rektor Prof. Dr. Wilfried Grecksch, Rainer Voigt, Vorsitzender des Vorstands der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und Geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, Kanzler Dr. Martin Hecht und Friedrich Stumpf, Vorstandsvorsitzender der Stadt- und Saalkreissparkasse Halle.
Fotos(2): Norbert Kaltwaßer

Lohnende Bereicherung des Musiklebens
"Es handelt sich um eine pneumatisch regierte Taschenladen-Orgel mit ursprünglich 22 Registern, die seit einer im Jahre 1928 durchgeführten Erweiterung 32 Register zählt. In dieser Form ist die Orgel bis heute nahezu unverändert erhalten", erklärt Dr. Holger Brülls, Orgelsachverständiger vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie. "Inspiriert durch die Wiederentdeckung der Klangwelt früh- und hochbarocker Orgeln des 17. und 18. Jahrhunderts, entstand hier ein nach damaligen Maßstäben ausgesprochen experimentelles und innovatives Instrument, das in ganz eigener Weise die verlorengegangene Klangwelt des Barock reaktivieren wollte."
Eine vom Landesamt für Denkmalpflege veranlasste provisorische Inbetriebnahme des Gebläses hat erkennen lassen, dass die Sauer-Orgel nach gelungener Instandsetzung ein bestechend klangschönes Musikinstrument mit sehr günstiger raumakustischer Entfaltung zu werden verspricht, so Brülls.
Die Wiederherstellung dieser Orgel sei daher nicht nur eine lohnende Bereicherung des akademischen Musiklebens. Sie erscheine auch besonders dringlich mit Blick auf ihren herausgehobenen orgelbaugeschichtlichen und musikalischen Wert als Klangdenkmal ihrer Zeit. Jedwede Förderung des Restaurierungsprojekts werde daher vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie mit großem Nachdruck empfohlen, betont Holger Brülls weiter.
Um die aufwändige Restaurierung des kostbaren und denkmalgeschützten Musikinstruments finanzieren zu können, gab es an der Universität bereits Spendenaktionen und Benefizkonzerte.

Umfangreiche Restaurierung
Die Organisation der provisorischen Inbetriebnahme der Orgel (Auftragsverteilung an Orgelbauer, Mitarbeit beim Motorein- und -ausbau) sowie die gesamte Archivarbeit übernahm der engagierte Musikwissenschaftsstudent Michael Wünsche, der sich zusammen mit Prof. Dr. Wolfgang Auhagen (Systematische Musikwissenschaft) um die fachliche Beratung und Unterstützung des Projekts kümmert.
"Die geplante Restaurierung beinhaltet eine vollständige Überarbeitung des Instruments, um eine möglichst lange Gebrauchsfähigkeit zu gewährleisten", sagt Michael Wünsche: "Dazu gehören die grundlegende Reinigung, Überarbeitung des Pfeifenwerks, Auswechselung der Taschen der Laden sowie defekter Relais, Instandsetzung der Traktur, Überholung des Spieltischs und Wiederherstellung der Winderzeugung. Abschließend soll die Intonation und eine kammertönige Stimmung im gleichstufigen Stimmungssystem erfolgen. Dadurch wird es möglich sein, ein breit gefächertes Repertoire aller Epochen seit Praetorius umzusetzen."

Nutzungskonzept wird erarbeitet
Mit Hilfe der Musikwissenschaft der halleschen Universität - in Kooperation mit der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik, dem Akademischen Orchester und weiteren Institutionen - soll die Orgel für musikalische und repräsentative Zwecke über die Region hinaus wirken. In diesem Zusammenhang wird ein Nutzungskonzept erstellt, in dem das einzigartige Instrument ins kulturelle Leben der Stadt Halle eingebunden und damit eine dauerhafte Nutzung der Sauer-Orgel sichergestellt wird (z. B. im Rahmen der Händel-Festspiele). Ein Stück bemerkenswerter Kulturgeschichte soll bewahrt und der Allgemeinheit wieder zugänglich gemacht werden.

Ansprechpartner:
Dr. Martin Hecht
Kanzler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Universitätsplatz 10, 06108 Halle
Telefon: 0345 55-21010/11/12
E-Mail: KANZLER@uni-halle.de

 
  Ute Olbertz, 06.07.2006
 
     
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