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FORSCHUNG IM ÜBERBLICK
Wieder legt die Martin-Luther-Universität einen Forschungsbericht über einen Zeitraum von 2 Jahren – 1997-1998 – vor. Der Forschungsbericht ist der Darstellung der Forschungsleistungen der Universität gewidmet und soll der Öffentlichkeit deutlich machen, welche Leistungen erzielt wurden und vor allem wie sich die wissenschaftliche Arbeit und Profilbildung entwickelt hat.
Die Mischung aus harten Daten und verbaler Beschreibung ist geeignet zu zeigen, auf welchen Arbeitsgebieten sich Schwerpunkte entwickelt haben und ob beabsichtigte Schwerpunktsetzungen die Hoffnungen erfüllt haben.
Darüber hinaus können auf der Basis des Forschungsberichtes im Zusammenhang mit dem Bericht des Rektorates (98/99 Statistischer Teil) Leistungsparameter zu einer Bewertung des Entwicklungsstandes sowie der Effizienz der Arbeit der Fakultäten und Fachbereiche verhältnismäßig leicht ermittelt werden.
Diese Parameter sind in der Regel: Anzahl der Studenten und Absolventen, Drittmitteleinwerbung, Zahl der Publikationen und Promotionen.
Wenn diese Parameter auf die Zahl der Wissenschaftler, d.h. auf den aktuellen Personalbestand bezogen werden, sind belastbare Leistungsparameter zu gewinnen, die notwendigen Entscheidungen zugrunde gelegt werden können.
Insgesamt gesehen hat sich die Forschung an der Martin-Luther-Universität positiv entwickelt. Für diesen Trend der universitären Entwicklung geben die nachfolgend genannten Aspekte Zeugnis:
Im Berichtszeitraum konnte im Vergleich zum Jahr 1996 die Drittmitteleinwerbung um 21 %, der DFG-Anteil um 27 % gesteigert werden. Eine Erhöhung für die Bereiche Industrie und EU konnte auf niedrigem Niveau (Industrie-Anteil um 17 %), (EU-Anteil um 50 %) erzielt werden.
Die Begutachtungen der Fortsetzungsanträge der Innovationskollegs, Sonderforschungsbereichen und Graduiertenkollegs bescheinigten den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine gute Arbeit. Im Ergebnis dessen wurde die weitere Förderung empfohlen.
Die Profilierung der Forschungsschwerpunkte im Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (I.Z.E.A.) und im Zentrum für Schulforschung und Fragen der Lehrerbildung (ZSL) hat sich positiv entwickelt. Beide Einrichtungen haben sich zu drittmittelaktiven, national bedeutende Zentren entwickelt. Sie werden weiter gefördert. Die Universitätsleitung ist bemüht, durch die Schaffung von Kriterien für die Gründung und durch die Evaluierung der Zentren in einem Vierjahresrhythmus die wissenschaftliche Exzellenz der Interdisziplinären Wissenschaftlichen Zentren aufrechtzuerhalten.
Das Biozentrum ist für den Forschungsschwerpunkt "Biowissenschaften" von zentraler Bedeutung. Es gewährleistet sehr gute Arbeitsmöglichkeiten und ist eine Stätte der interdisziplinären Zusammenarbeit für Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Landwirtschaft und Medizin. Der im nächsten Jahr zur Verfügung stehende Erweiterungsbau des Technologie- und Gründerzentrums Halle (für das Zentrum für Angewandte Medizinische und Humanbiologische Forschung) wird für eine Ergänzung der Forschungsverfügungsflächen unserer Universität sorgen.
Das Interdisziplinäre Zentrum für Materialwissenschaften zeigt insgesamt eine positive Entwicklung, insbesondere durch die Zusammenarbeit mit der Max-Planck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft. Auf der Grundlage eines Kooperationsvertrages wurde eine gemeinsame Berufung "Werkstoffmechanik" und die Etablierung eines gemeinsamen Schwerpunktes zur Forschung an Bio-Materialien in Angriff genommen.
Im Frühjahr des nächsten Jahres werden planmäßig das Interdisziplinäre Zentrum für Pietismusforschung und das Universitätszentrum für Umweltwissenschaften evaluiert.
Mit dem neugegründeten Zentrum für Angewandte Medizinische und Humanbiologische Forschung sowie dem Orientwissenschaftlichen Zentrum wird die Zahl (8) der Interdisziplinären Wissenschaftlichen Zentren an der Martin-Luther-Universität zunächst begrenzt.
Die Zusammenarbeit mit der Industrie konnte deutlich intensiviert werden. Der Drittmittelanteil, aus der Industrie eingeworben wurde erhöht. Erstmalig wurde eine von der Industrie (Verband der Chemischen Industrie e.V. und Buna Sow Leuna Olefinverbund GmbH) gesponserte Stiftungsprofessur "Polymerreaktionstechnik und Produkteigenschaften" zur weiteren Profilierung des Fachbereiches Ingenieurwissenschaften eingerichtet.
Im Berichtszeitraum veranstaltete die Martin-Luther-Universität gemeinsam mit den in der Stadt beheimateten außeruniversitären Forschungseinrichtungen jeweils im Juni einen "Tag der Forschung", um der Öffentlichkeit populärwissenschaftlich die Ergebnisse der Forschung zu präsentieren und sie für deren Belange zu sensibilisieren. Erstmals fand 1998 dieser Tag in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Halle auf dem Marktplatz statt, um ein noch größeres Publikum zu erreichen.
Ebenfalls im Jahr 1998 gab die Martin-Luther-Universität zum ersten Mal einen Leistungskatalog "Wissens- und Technologietransfer - Forschung, Entwicklung und Beratung", mit dem beabsichtigt war, das Leistungspotential der Universität darzustellen, Kontaktmöglichkeiten zu offenbaren und Formen der Nutzung bzw. der Zusammenarbeit mit der Universität transparent zu machen. Neben ihren primären Aufgaben - Lehre und Forschung - verwirklichte die Universität auf diese Weise ihre Verpflichtung, nicht nur wissenschaftlicher Mittelpunkt, sondern auch ein innovatives, geistig kulturelles Zentrum der Region zu sein.
An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist es in den vergangenen Jahren zu folgenden größeren Schwerpunktbildungen, die durch eine interdisziplinäre Arbeit charakterisiert sind, gekommen:
Natur- und Ingenieurwissenschaften, Landwirtschaft
Geistes- und Sozialwissenschaften
Medizin
Diese Zusammenarbeit wird ergänzt durch die Kooperation mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Umfeld der Martin-Luther-Universität. Dazu gehören:
Perspektivisch ist auch eine enge Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung Halle und Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg vorgesehen.
Die Entwicklung der profilbestimmenden Schwerpunkte und ihre Interdisziplinarität wird seitens der Universität durch die Einrichtung und Förderung von Interdisziplinären Wissenschaftlichen Zentren unterstützt:
Darüber hinaus wird eine interdisziplinäre Forschung an der Martin-Luther-Universität in Forschungsverbunden unterschiedlicher Organisationsform realisiert:
| DFG-Sonderforschungsbereiche an der Universität | ||
| SFB 363 | Molekulare Zellbiologie pflanzlicher Systeme | |
| SFB 418 | Struktur und Dynamik nanoskopischer Inhomogenitäten in kondensierter Materie | |
| Mitwirkung in Sonderforschungsbereichen anderer Universitäten | ||
| SFB 186 | Statuspassagen und Risikoanlagen im Lebensverlauf - Institutionelle Steuerung und individuelle Handlungsstrategien | |
| SFB 197 | Lipidorganisation und Lipid-Protein-Wechselwirkungen in Bio- und Modellmembranen | |
| SFB 294 | Moleküle in Wechselwirkung mit Grenzflächen | |
| SFB 335 | Anisotrope Fluide | |
| SFB 347 | Selektive Reaktionen metallaktivierter Moleküle | |
| SFB 387 | Zelluläre Proteasen. Bedeutung für Immunmechanismen und entzündliche Erkrankungen | |
| SFB 428 | Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800 | |
| Innovationskollegs | ||
| INK 14 | Neue Polymermaterialien durch gezielte Modifizierung der Grenzschichtstrukturen/Grenzschichteigenschaften in heterogenen Systemen | |
| INK 20 | Zellspezialisierung: Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei Signaltransfer, Redoxkontrolle und Stressantwort in Pflanzen, Tier und Mensch | |
| DFG-Graduiertenkollegs | ||
| GRK 129 | Umweltanalytik, Schadstoffeliminierung und Wertstoffrecycling | |
| GRK 134 | Transport von Wirkstoffen in biologischen Systemen | |
| GRK 166 | Synthese und Reaktionsverhalten von Organometallverbindungen und Metallkomplexen | |
| GRK 193 | Polymerwissenschaften (Heterogene Polymere) | |
| GRK 241 | Identitätsforschung | |
| GRK 415 | Defektstrukturbestimmte physikalische Eigenschaften | |
| GRK 416 | Adaptive physiologisch-biochemische Reaktionen auf ökologisch relevante Wirkstoffe | |
| DFG-Forschergruppe | ||
| Selbstaufklärung der Aufklärung. Individual-, Gesellschafts- und Menschheitsentwürfe in der anthropologischen Wende der Spätaufklärung | ||
An den Schwerpunktprogrammen der DFG war die Martin-Luther-Universität im Berichtszeitraum wie folgt beteiligt:
Koordinierung durch Martin-Luther-Universität| Ingenieurwissenschaften | ||
| SP 1018 | Analyse, Modellbildung und Berechnung mehrphasiger Strömungen | |
| Koordinator: | Prof. Dr.-Ing. Martin Sommerfeld (FB Ingenieurwissenschaften) | |
| Projekte: | Dynamik der Strömung und der Vermischung in Blasensäulen (Andreas Lübbert, FB Ingenieurwissenschaften)
Untersuchung und Modellierung von Turbulenzerscheinungen in Blasensäulen (Martin Sommerfeld, FB Ingenieurwissenschaften) | |
Koordinierung durch andere Universitäten
| Geisteswissenschaften | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| SP 192: | Die Entstehung des öffentlichen Strafrechts | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Projekt: | Sühne und Strafgerichtsbarkeit im Gebiet des sächsischen Rechts während des 15./16. Jhs. (Heiner Lück, Juristische Fakultät) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| SP 1023: | Regieren in der Europäischen Union | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Projekt: | Demokratische Legitimation regionaler Politik im europäischen Mehrebenensystem (Arthur Benz, FB Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| SP 1024: | Ideen als gesellschaftliche Gestaltungskraft im Europa der Neuzeit - Ansätze zu einer neuen "Geistesgeschichte" | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Projekt: | Der Ort des Nationalen in den Selbstthematisierungen deutscher Bildungsbürger in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Ein Beitrag zur kulturellen Wirkungsgeschichte nationaler Vorstellungen (Heinz-Gerhard Haupt, FB Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Biowissenschaften | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| SP 281: | Neuartige Reaktionen und Katalysemechanismen bei anaeroben Mikroorganismen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Projekt: | Charakterisierung von redoxaktiven Proteinen in anaeroben Reduktase-Systemen (Jan Remmer Andreesen, Brigitte Söhling, FB Biologie) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| SP 291: | Molekulare Zellbiologie der Hitzestressantwort | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Projekt: | Molekulare Zellbiologie der Chaperone-vermittelten Faltung und Thermostabilität von Proteinen in Mitochondrien (Elisabeth Schwarz, FB Biochemie/Biotechnologie) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| SP 299: | Genetische Analyse von Sozialsystemen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Projekt: | Genetische Variabilität und Selektion im Bienenvolk (Apis mellifera L.) (Robin F.A. Moritz, FB Biologie)
| | SP 313 | Molekulare Dysmorphogenese | Projekt: | Molekulare Pathogenese des Alagille-Syndroms (Ingo Hansmann, Medizinische Fakultät) | | SP 716: | Mechanismen der Interaktion im System Pflanze, Schaderreger und Nutzorganismen | Projekt: | Einfluss von Faktoren induziert resistenter Pflanzen auf die Entwicklung des Ackerbohnenrostes (Uromyces viviae-fabae) (Holger B. Deising, Landwirtschaftliche Fakultät) | | SP 717: | Der Apoplast der höheren Pflanze: Speicher-, Transport- und Reaktionsraum | Projekt: | Untersuchungen zum Mechanismus des Xylemferntransportes und der Ionenverteilung in Blättern von Vicia faba L. (Wolfgang Merbach, Landwirtschaftliche Fakultät) | | SP 1049: | Molekulare Steuerungsmechanismen der Zellwanderung | Projekte: | Steuerung der Migration von Muskelvorläuferzellen durch zellautonome und induktive Signale (Thomas Braun, Medizinische Fakultät)
| Funktion von Plakophilin 1 bei der Regulation von Zelladhäsion und Zellwanderung (Mechthild Hatzfeld, Medizinische Fakultät) | | Naturwissenschaften | SP 462: | Peroxidchemie: mechanistische und präparative Aspekte des Sauerstofftransfers | Projekte: | Organoimidosulfopersäuren - eine neue Klasse chiraler Oxidantien. Nutzung zur asymmetrischen Oxidation organischer Substrate (Ralph Kluge, FB Chemie)
| O-Funktionalisierung organischer Substrate mit Organoimidosulfopersäuren (Manfred Schulz, FB Chemie) | SP 467: | Nanostrukturierte Wirt-Gast-Systeme | Projekt: | Intercalierte organische Moleküle in Schichtmaterialien unterschiedlicher Struktur und Kristallgröße - Untersuchungen zu Wirt-Gast-Wechselwirkungen (Wilhelm Schwieger, FB Chemie) | | SP 472: | Spezifische Phänomene in der Silicium-Chemie: Neue experimentelle und theoretische Ansätze zum gezielten Aufbau und besseren Verständnis von mehrdimensionalen Systemen | Projekt: | Modellverbindungen und molekulare Vorstufen für lanthanoiddotierte Zeolithkatalysatoren (Klaus Jacob, FB Chemie)
| | SP 546: | Geochemische Prozesse mit Langzeitfolgen im anthropogen beeinflussten Sickerwasser und Grundwasser | Projekt: | Röntgenmikroskopische Untersuchungen der Wechselwirkung von Huminstoffen mit verschiedenen Elektrolyten (Galina Machulla, Landwirtschaftliche Fakultät) | | SP 1006: | International Continental Drilling Program (ICDP) / Kontinentales Tiefbohrprogramm der Bundesrepublik Deutschland (KTB) | Projekt: | Integrierter Datenvergleich zu Spannungszustand und Deformationsverhalten der Erdkruste in möglichen Zielgebieten einer ICDP-Bohrung in Griechenland (Golf v. Korinth und Insel Kreta) (Christof Lempp, Helmut Heinisch, FB Geowissenschaften) | | SP 1056: | Strukturgradienten in Kristallen | Projekt: | Strukturgradienten in ferroelektrischen Lock-in-Phasen von Einkristallen mit inkommensurabler Modulation (Volkmar Müller, Horst Beige, FB Physik) | | | Ingenieurwissenschaften | SP 728: | Transportmechanismen über fluide Phasengrenzen | Projekt: | Strukturelle, thermodynamische und Grenzflächeneigenschaften an Phasengrenzen von Modellsystemen der Flüssig-Flüssig-Extraktion (Jochen Winkelmann, FB Chemie) | | SP 731: | Effiziente Algorithmen für diskrete Probleme und ihre Anwendungen | Projekt: | Design, Analyse, Implementierung und experimentelle Anwendung von Algorithmen zum Zeichnen von Graphen (Stefan Näher, FB Mathematik und Informatik) | | SP 733: | Gradientenwerkstoffe | Projekt: | Herstellung und Charakterisierung von thermoelektrischen Materialien mit Funktionsgradienten zur Ausweitung des Einsatzbereiches von Peltierkühlern auf Temperaturen unterhalb 150 K (Peter Reinshaus, Wolfgang Heiliger, FB Physik)
| | SP 734: | Wechselbeziehung von elektronischen und mechanischen Eigenschaften von keramischen Multifunktionswerkstoffen | Projekte: | Präparation von 1-3-Kompositen mit Pb(ZrTi)O3-Fasern zur Charakterisierung und Modellierung ihrer elastischen, dielektrischen und elektromechanischen Eigenschaften (Horst Beige, FB Physik)
| Untersuchung des Zusammenhangs zwischen dielektrischen und elektromechanischen Eigenschaften dünner PZT-Schichten auf Ni-Legierungen im Bezug auf die Gefügestruktur und deren Veränderungen infolge von elektrischer, mechanischer und thermischer Belastung (Horst Beige, FB Physik) | SP 736: | Stoffeigenschaften komplexer fluider Gemische | Projekte: | Dampf-Flüssigkeits-Gleichgewicht elektrolythaltiger Mischsysteme (Günter Figurski, FB Chemie)
| Stabilitätsuntersuchungen komplexer fluider Gemische mit der kontinuierlichen Thermodynamik auf der Basis von Zustandsgleichungen (Dieter Browarzik, FB Chemie) | SP 1062: | Handhabung hochdispersiver Pulver | Projekt: | Schüttgutdichte und Verdichtbarkeit hochdisperser Pulver (Jürgen Runge, FB Ingenieurwissenschaften) | | | | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Ein wichtiger Leistungsparameter zur Charakterisierung des Leistungsstandes der Forschung an einer Universität ist die Drittmitteleinwerbung und insbesondere der erzielte DFG-Anteil.
Eine Übersicht der Drittmittelbilanzen von 1991 bis 1998 zeigt eine kontinuierliche Steigerung der Drittmittelakquisition der Martin-Luther-Universität (Abb. 1).

Die Übersicht der Anteile der einzelnen Drittmittelgeber weist aus, dass der DFG-Anteil kontinuierlich erhöht werden konnte (Abb. 2). Dies ist ein Ausdruck für die erfolgreiche Installierung von Sonderforschungsbereichen, Graduiertenkollegs sowie Forschergruppen. Es ist ein Hinweis auf die zunehmende transdisziplinäre Forschung auf hohem Niveau. Auch der Industrieanteil konnte vergrößert werden.

Wenn man die Entwicklung der Drittmittelakquisition der einzelnen Bereiche der Universität, die Geistes- und Sozialwissenschaften, Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Landwirtschaft sowie Medizin betrachtet, wird offenbar, dass die nichtexperimentellen Wissenschaften ihre Drittmittel ständig signifikant erhöhen, die experimentellen Wissenschaften ein stetiges Anwachsen der Drittmittel aufweisen, während die Medizinische Fakultät ihre Drittmittel auf hohem Niveau stabilisieren konnte (Abb. 3).

Am Beispiel des Jahres 1997 zeigt eine Übersicht der Gesamteinwerbungen der Fakultäten und Fachbereiche, d.h. einschließlich der Forschungsverbunde, ein differenziertes Bild (Abb. 4).

Der stetige Rückgang der Grundausstattung in den Fakultäten und Fachbereichen, bedingt durch zunehmende Kürzungen im Haushalt, ist nur durch Drittmittel zu kompensieren. Dies bringt zunehmende Probleme, da der hohe Anteil an DFG-Drittmitteln (z.B. Sonderforschungsbereiche) eine ausreichende Grundausstattung bzw. Grundfinanzierung voraussetzt (Abb. 5).

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1997 |
1998 |
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Geistes- u. Sozialwissenschaften |
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|
Fakultäten u. Fachbereiche: |
|
|
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|
Theologische Fakultät |
152.443 |
482.065 |
||
|
Juristische Fakultät |
225.031 |
75.130 |
||
|
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät |
521.984 |
501.858 |
||
|
FB Erziehungswissenschaften |
269.433 |
207.954 |
||
|
FB Geschichte, Philosophie u. Sozialwissenschaften |
782.088 |
1.316.089 |
||
|
FB Kunst-, Orient- u. Altertumswissenschaften |
942.496 |
650.509 |
||
|
FB Musik-, Sport- u. Sprechwissenschaft |
331.017 |
426.161 |
||
|
FB Sprach- u. Literaturwissenschaften |
794.162 |
641.034 |
||
|
Interdisziplinäre Wissenschaftliche Zentren: |
|
|
||
|
IWZ Schulforschung u. Fragen der Lehrerbildung |
423.520 |
508.026 |
||
|
IWZ Erforschung der Europäischen Aufklärung |
498.851 |
846.550 |
||
|
IWZ Pietismusforschung |
171.943 |
289.037 |
||
|
||||
|
SFB-Beteiligungen: |
|
|
||
|
211.106 |
206.634 |
||
|
||||
|
Forschergruppe: |
|
|
||
|
Selbstaufklärung der Aufklärung |
|
151.128 |
||
|
||||
|
Graduiertenkolleg: |
|
|
||
|
272.705 |
322.326 |
||
|
||||
|
Zwischensumme
Geistes- u. Sozialwissenschaften: |
5.596.778 |
6.624.501 |
||
|
||||
|
1997 |
1998 |
||
|
Natur- u. Technikwissenschaften, Landwirtschaft |
||||
|
||||
|
Fakultäten u. Fachbereiche: |
|
|
||
|
FB Biochemie/Biotechnologie |
2.387.093 |
2.818.251 |
||
|
FB Biologie |
2.037.808 |
1.710.782 |
||
|
FB Chemie |
4.171.854 |
3.811.582 |
||
|
FB Geowissenschaften |
1.374.932 |
1.658.903 |
||
|
FB Mathematik u. Informatik |
399.655 |
362.132 |
||
|
FB Pharmazie |
447.531 |
977.113 |
||
|
FB Physik |
2.071.338 |
2.019.090 |
||
|
FB Verfahrenstechnik*) |
2.522.309 |
2.504.347 |
||
|
FB Werkstoffwissenschaften*) |
512.332 |
438.009 |
||
|
Landwirtschaftliche Fakultät |
5.168.936 |
5.568.907 |
||
|
||||
|
Interdisziplinäre Wissenschaftliche Zentren: |
|
|
||
|
Biozentrum |
77.161 |
615.161 |
||
|
IWZ Materialwissenschaften |
230.046 |
344.408 |
||
|
||||
|
Sonderforschungsbereiche: |
|
|
||
|
2.044.286 |
2.061.395 |
||
|
1.134.315 |
1.144.353 |
||
|
||||
|
SFB-Beteiligungen: |
|
|
||
|
22.160 |
|
||
|
1.937 |
|
||
|
522.651 |
535.219 |
||
|
5.107 |
|
||
|
62.800 |
50.251 |
||
|
99.189 |
19.220 |
||
|
130.414 |
151.614 |
||
|
||||
|
Innovationskollegs: |
|
|
||
|
1.064.440 |
885.976 |
||
|
557.272 |
780.321 |
||
|
||||
|
Graduiertenkollegs: |
|
|
||
|
341.678 |
309.771 |
||
|
384.010 |
336.813 |
||
|
290.661 |
324.439 |
||
|
342.712 |
361.457 |
||
|
16.061 |
167.219 |
||
|
42.494 |
288.432 |
||
|
||||
|
Zwischensumme
Natur- u. Technikwiss., Landwirtschaft: |
28.463.182 |
30.245.165 |
||
|
||||
|
1997 |
1998 |
||
| Medizinische Wissenschaften | ||||
|
||||
|
Medizinische Fakultät |
11.114.470 |
10.733.583 |
||
|
||||
|
Zwischensumme
Medizinische Wissenschaften: |
11.114.470 |
10.733.583 |
||
|
||||
|
1997 |
1998 |
||
|
Zentrale Einrichtungen |
||||
|
||||
|
Universitäts- u. Landesbibliothek Sachsen-Anhalt |
520.127 |
894.007 |
||
|
||||
|
Zwischensumme
Zentrale Einrichtungen: |
520.127 |
894.007 |
||
|
||||
|
GESAMTSUMME: |
45.694.557 |
48.497.256 |
||
| *) | Im Oktober 1998 Fusionierung der Fachbereiche Verfahrenstechnik und Werkstoffwissenschaften zum Fachbereich Ingenieurswissenschaften |
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