Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Forschungsbericht Berichtszeitraum:01.01.97 - 31.12.98

AN-INSTITUTE


Agrarökologisches Institut an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg e.V.

 
Ludwig-Wucherer-Str. 2    Tel.:(0345) 55-2 23 05
06108 Halle (Saale)    Fax:(0345) 55-2 71 18
eMail:pigla@aof-qlb.uni-halle.de
    Internet:http://www.landw.uni-halle.de/aoei/homeaoei.htm
Vorsitzender des Vorstandes:
    Prof. Dr. Wulf Diepenbrock    Tel.:(0345) 55-2 26 00/-2 26 01
Fax:(0345) 55-2 71 19
Geschäftsführung:
    Dr. Ullrich Pigla    Tel.:(0345) 55-2 23 05

 

Aufgaben
Das Institut besteht aus den Abteilungen bzw. Gruppen Agroökosystemforschung, Nutztierforschung, Bio- und Agrotechnik. Die Aufgaben der erstgenannten Gruppe liegen im Bereich der speziellen Agrar-Ökosystemforschung. Es werden mathematische Modelle entwickelt und Simulationen für Anwendungen in Pflanzenbau und -züchtung bis zu Ertragsschätzungen und Prognosen durchgeführt. Weitere Aufgabengebiete: Erstellung von Stoff- und Energiebilanzen, Bereitstellung und Auswertung von Daten zur Umwelt- und Agrarberatung sowie Entwicklung und Einsatz messtechnischer Systemlösungen zum Agrar- und Umweltmonitoring. Die Aufgaben der nutztierwissenschaftlichen Gruppe umfassen u. a. die Entwicklung und Erprobung Art- und umweltgerechter Tierhaltungsverfahren und die züchterische Selektion von Nutztieren für alternative Tierhaltung. Weitere Schwerpunkte: Untersuchungen zur Nährstoffverwertung und Erarbeitung von Verfahren zur Reduzierung von umweltbelastenden Stoffströmen in der Nutztierhaltung. Aufgabe der Gruppe Biotechnik ist es, mit In-vitro-Methoden, Proteinelektrophorese und molekularer Markeranalyse Vielfach-Resistenz-Linien durch Einlagerung von Resistenzmerkmalen aus Wildformen in aktuelles Winterweizenmaterial zu entwickeln. Weitere Aufgaben: Bereitstellung neuen, homozygoten Ausgangsmaterials über Einsatz von Haploidentechnik und markergestützter Selektion auf der Basis multipler Proteine und spezifischer DNS. Für die Agrotechnik ist die Bewertung von Agrarreifen nach agrotechnischen, ökologischen und technischen Kriterien das Hauptaufgabengebiet. Dabei kommt überwiegend selbst entwickelte computergesteuerte Mess- und Prüftechnik zum Einsatz.

 

Erreichte Ergebnisse im Berichtszeitraum
Die Finanzierung des An-Instituts wurde durch die Bearbeitung von insgesamt 25 Projekten sichergestellt. Die Darstellung der Resultate erfolgte in über 30 Publikationen (teils noch im Druck), einem Buchbeitrag, zahlreichen Vorträgen und Postern sowie insgesamt 4 Messepräsentationen.

In der Agrar-Ökosystemforschung wurden innovative Hard- und Softwaremodule zur Charakterisierung von Kulturpflanzenbeständen entwickelt. Dabei wurde ein neuartiges, rechnergesteuertes und mobiles Parzellen-Küvettensystem zur Messung des CO2-Gastaustauschs im Freiland bis zur Marktreife geführt und verkauft. Durch den Übergang von an dieser Entwicklung beteiligten Mitarbeitern wurden erarbeitetes Know-how und technologieorientiertes Wissen in KMU des Landes transferiert.

Im Nutztierwissenschaftlichen Bereich lagen die Arbeitsschwerpunkte auf der Durchführung von Untersuchungen zur ökologischen Hühnerhaltung, einschließlich der Nutzung ökologisch erzeugter Getreidearten und -sorten für die Fütterung sowie auf Vorschlägen zur Emissionsminderung bei alternativen Geflügelhaltungsverfahren. Bei der Qualitätsanalyse von Eierschalen wurde in Verbesserung bisheriger Methoden ein Patent angemeldet. In umfangreichen Untersuchungen zur extensiven Grünlandnutzung wurden die Leistungen je Tier neu bestimmt und bewertet.

Im Bereich Agrotechnik wurden praxisnahe Methoden zur Prüfung und Bewertung landwirtschaftlicher Reifen und Fahrwerke entwickelt. Auf dieser Grundlage wurden Reifen- und Fahrwerkprüfungen als wissenschaftliche Dienstleistungen durchgeführt und ein für Agrarunternehmer nutzbarer On-line-Reifenkatalog erarbeitet.

In der Arbeitsgruppe Biotechnik wurden bei der Kombination von Septoria-resistentem Ausgangsmaterial mit Halmbruch bzw. Mehltauresistenz Ergebnisse erreicht, die zur Übergabe von rund 25 Winterweizen-Linien an einen praktischen Zuchtbetrieb führten.

 

Ausblick
Im Einzelnen werden sich die künftigen Aktivitäten auf Entwicklungen innovativer Softwarepakete zur Modellierung virtueller Pflanzenbestände und deren Einsatz, Weiterführung von Untersuchungen zur ökologischen und alternativen Tierhaltung, Fertigstellung eines Atlas zum Bodenverdichtungsverhalten bei Befahrung und Schaffung und Verwertung neuen Ausgangsmaterials bei Winterweizen konzentrieren. Allgemein ist eine Verstärkung der Aktivitäten zur überregionalen und europaweiten Einwerbung von Projektmitteln im privatwirtschaftlichen Bereich sowie des Wissenstransfers in die Praxis durch Mitarbeit in Züchterarbeitsgruppen, Vereinen und Verbänden vorgesehen. In einem ersten Schritt hierzu werden u.a. Praxisuntersuchungen in den Hermannsdorfer Landwerkstätten, einem Demonstrationsobjekt der EXPO 2000, durchgeführt.


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