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06112 Halle (Saale)
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Dekan: |
Prof. Dr. med. Stephan Zierz |
Im Unterschied zu anderen Fakultäten ist die Forschung an der Medizinischen Fakultät dadurch gekennzeichnet, daß es neben Fächern, die sich allein der Lehre und Grundlagenforschung widmen, klinische Fächer gibt, in denen die Forschung in untrennbarem Zusammenhang mit der direkten Krankenversorgung stehen. Dies bedeutet, daß in den Kliniken nicht nur Forschung und Lehre, sondern auch eine maximale Krankenversorgung stattfinden muß. Diese klinische Forschung wiederum läßt sich unterteilen in die Bearbeitung solcher Fragestellungen, die unmittelbar den Patienten mit einbeziehen, und andererseits in eine experimentelle Forschung, die im Labor stattfindet. Die Qualität der Krankenversorgung und die Möglichkeit zur klinischen Versorgung stehen in direkter Wechselwirkung. Demzufolge ist auch die medizinische Forschung in weiten Bereichen nicht nur von dem Landeszuschuß für Forschung und Lehre und den eingeworbenen Drittmitteln abhängig, sondern auch von der Attraktivität und Leistungsfähigkeit der Krankenversorgung.
Die Jahre 1997 und 1998 waren durch die Umsetzung des neuen Gesetztes zur Hochschulmedizin geprägt. Dies hatte zur Folge, daß die neu geschaffenen Gremien und die Besetzung der Positionen im Klinikum neu gewählt werden mußten. Eine weitere wesentliche Aufgabe war die Vorbereitung der umfangreichen Neubaumaßnahmen am Standort Kröllwitz, die mittlerweile in eine konkret sichtbare Bauphase getreten sind.
Die Forschungsschwerpunkte der Fakultät konnten im Berichtszeitraum durch wesentliche Neuberufungen verstärkt werden. Der vorliegende Forschungsbericht belegt, daß die Medizinische Fakultät unter den neuen Gegebenheiten sich weiter auf dem Weg einer wissenschaftlichen Profilierung befindet.
Die Medizinische Fakultät weist z.Zt. die Forschungsschwerpunkte "Herz-Kreislauf", "Tumorbiologie" und "Umweltmedizin" aus. Der Herz-Kreislaufschwerpunkt wird über einen BMBF-Forschungsverbund finanziert. In dem nach externer Begutachtung 1996 etablierten Verbund mit dem Thema "Myokard-Hypertrophie: Mechanismen und Risiken" werden 15 Teilprojekte mit einem Volumen von ca. 7.7 Mio DM über eine Laufzeit von 5 Jahren gefördert. Als weiteres zentrales Gebiet dieses Schwerpunktes wird das Thema "Herzversagen im Alter bei chronischer Überlast: zelluläre Signalwege und therapeutische Einflussnahme" bearbeitet. Wesentliches Ziel ist dabei u.a. die Aufklärung von Mechanismen, die während des Alterns und/oder bei mechanischer Überlast über Veränderungen der Genexpression und über kardiomyozytäre Fehlfunktion zum Herzversagen führen. Aufgrund der tiefgreifenden soziodemografischen Veränderung in der Altersstruktur kommt diesem spezifisch in Halle bearbeiteten Thema künftig eine grosse Bedeutung zu.
Insgesamt 15 Projekte der Forschungsschwerpunkte "Tumorbiologie" und "Umweltmedizin" werden derzeit durch das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt mit einer Gesamtzuwendung von 2,92 Mio DM finanziert.
Ziel des Schwerpunktes "Tumorbiologie" ist es, die Funktion spezifischer Gene an zellbiologischen Prozessen zu verstehen und daraus eine verbesserte Prävention, Diagnostik und Therapie von Krebsleiden abzuleiten. Durch eine Verknüpfung mit der Epidemiologie, dem Krebsregister des Klinikums sowie vor allem mit dem entstehenden Zentrum für Somazell- und Gentherapie werden Synergieeffekte erzielt.
Die "Umweltmedizin", einem Spezifikum gerade der hiesigen Fakultät, beschäftigt sich mit pathophysiologischen und molekularen Reaktionen auf Umweltchemikalien und eine lang andauernde Exposition gegenüber Fremdstoffen, z.B. in Form von Gentoxizität an zellulären Systemen der Haut, Leber, Lunge und Genitalorgane.
Schwerpunktmässig etabliert bzw. ausgebaut wurden vor allem die über innovative Themen und Technologien verfügenden Gebiete der Molekulargenetik, der Genomforschung, der somatischen Gentherapie, der Entwicklungsbiologie und der transgenen Tiermodelle. Diese Gebiete wurden durch weitere Berufungen, u.a. in der Virologie, Pharmakologie, der molekularen Gastroenterologie sowie der Anatomie gezielt verstärkt, wodurch eine Strukturierung der Forschungsschwerpunkte hin zur Molekularen Medizin vollzogen wird.
Eine Reihe von Forschergruppen können zu den genannten Schwerpunkten aber auch zu anderen Themen national und international respektierte Leistungen vorweisen (siehe auch Forschungsbericht der Universität). Diese Gruppen sind beteiligt an überregionaler Forschungsförderung und interdisziplinären Forschungsverbünden finanziert von der Europäischen Union, Schwerpunktprogrammen der DFG, dem Deutschen Humangenomprojekt, der BIOREGIO-Fördermassnahme des BMBF finanzierten Gentherapie-Forschungsverbundes Düsseldorf/Halle/Essen und der Volkswagen-Stiftung, von SFBs, wie dem SFB 197 "Bio- und Modellmembranen", sowie von Graduierten- und Innovationskollegs.
Die Anerkennung der wissenschaftlichen Leistung findet auch Ausdruck in der Wahl zu Präsidien wissenschaftlicher Gesellschaften, in wissenschaftliche Akademien, zu Fachgutachtern der DFG und auch in der Verleihung u.a. von bedeutenden Forschungspreisen.
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