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Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg | |
Forschungsbericht |
Berichtszeitraum: | 01.01.97 - 31.12.98
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Fachbereich Erziehungswissenschaften
Franckeplatz 1, Haus 3
06110 Halle (Saale)
Im Universitätsjahr 1997/98 bestand der Fachbereich Erziehungswissenschaften
aus drei Instituten und einem Arbeitsbereich: dem Institut für Pädagogik,
dem Institut für Rehabilitationspädagogik, dem Institut für
Grundschulpädagogik und dem Arbeitsbereich Haushaltswissenschaft.
Er ist in dieser Zusammensetzung im Jahre 1993 entstanden.
Die meisten der erst kürzlich berufenen Professorinnen und Professoren
haben ihre Forschungskooperationen von ihren Herkunftsuniversitäten
und aus ihren überregionalen, auch internationalen Kontaktnetzen mit
nach Halle gebracht und hier gepflegt und ausgebaut. Auch im Fachbereich
sind in den Instituten und über die Institute hinaus inzwischen eine
Vielzahl von Kooperationen entstanden. Von der für die nächsten
Jahre geplanten räumlichen Zusammenführung aller Institute des
Fachbereichs auf dem Campus der Franckeschen Stiftungen wird eine weitere
positive Entwicklung der bisher noch in den Anfängen stehenden Forschungskooperationen
erwartet.
Das Forschungsprofil des Fachbereiches ist im Berichtszeitraum durch
eine Vielzahl von einzelnen Forschungsprojekten bestimmt, die in ihrer
Mehrheit als Drittmittelprojekte durch die DFG, die Hans-Böckler-Stiftung
und zuständige Ministerien des Landes gefördert werden. Es lassen
sich drei Schwerpunkte erkennen:
Forschungsschwerpunkte:
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Schulforschung: Ein bedeutender Teil der Forschungsprojekte befaßt
sich mit Bildungs- und Erziehungsprozessen in der Schule und anderen öffentlichen
Institutionen (von Kindergarten bis Universität). Hier stehen Fragen
der inhaltlich-pädagogischen Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen,
der individuellen und sozialpsychologischen Entwicklung von Kindern und
Jugendlichen, der organisatorischen und administrativen Schulentwicklung
und der empirischen Erforschung von Schulalltag im Vordergrund. Hervorzuheben
ist, daß es hier einen besonderen Schwerpunkt bei der Erforschung
der besonderen Situation behinderter Kinder gibt. Zu erwähnen sind
außerdem Projekte, die sich mit organisatorischen und qualitativen
Aspekten der Schulentwicklung beschäftigen. Dazu zählen auch
Projekte, die konkrete Veränderungen (wie z. B. Förderstufe,
Berufseinmündung) evaluieren.
Dieser Bereich der Forschung wird in enger Kooperation mit dem Zentrum
für Schulforschung betrieben, in dem ein großer Teil der Professorinnen
und Professoren Mitglieder sind.
-
Empirische Sozial- und Bildungsforschung: Ein vergleichbar großer
Bereich der Forschung bezieht sich auf Fragen der Bildung in weiterem Sinne
(Altenbildung, Erwachsenenbildung, Frauenbildung z.B.), auf die Arbeitsfelder
der sozialen Arbeit und Beratung von Klientengruppen unterschiedlicher
Art, auf Entwicklungen der sozialen und pädagogischen Berufe und Professionen
und die Probleme der Organisationen sozialer Dienstleistungen, auf Kinder-
und Jugendforschung und auf Biographie- und Lebenslaufforschung. Dabei
stehen Fragen der Medien, der Geschlechter- und Generationsverhältnisse
oft im Mittelpunkt des Interesses. Zu erwähnen sind hier auch Forschungen
zu Ansätzen des Empowerments und zur Entwicklung regulativer Flexibilität
und Resilienz bei Kindern.
Hier werden Kooperationen mit dem Zentrum für Sozialforschung,
An-Institut der Martin-Luther-Universität, aufgebaut. In diesem Bereich
ist ein von der Hans-Böckler-Stiftung gefördertes Promotionskolleg
in Kooperation mit dem Fachbereich Geschichte, Philosophie, Sozialwissenschaften
und der Humboldt-Universität zu Berlin eingerichtet worden.
-
Historische und wissenschaftstheoretische Untersuchungen bilden
einen dritten Schwerpunkt der Forschungen im Fachbereich. Hierbei geht
es zum einen um historisch-vergleichende Studien zum Bildungswesen, zur
Entwicklung des Hochschulwesens, der Lehrerausbildung und der Erziehungswissenschaft
als Disziplin. In einem weiteren Bereich, der eher wissenschaftstheoretisch
und bildungsphilosophisch orientiert ist, werden kulturell vergleichende
und theoretische Studien zum Wissen, insbesondere zum pädagogischen
Wissen durchgeführt.
Hier sind vor allem die Franckeschen Stiftungen mit ihren vielfältigen
Archiven und das Zentrum für Aufklärungsforschung wichtige Kooperationspartner.
Die besonderen Bemühungen des Fachbereichs richten sich auf die Ausbildung
des wissenschaftlichen Nachwuchses für die Forschung. Nicht zuletzt
die Teilnahme an internationalen Programmen wie z.B. "Tempus", "Erasmus"
und "Sokrates" sollen den Horizont unserer Absolventen und Absolventinnen
erweitern und internationale Kooperationserfahrungen ermöglichen.
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