 |
|
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg | |
Forschungsbericht |
Berichtszeitraum: | 01.01.97 - 31.12.98
|
|
Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften
Gimritzer Damm 2
06099 Halle (Saale)
Die Situation des Fachbereiches ist gekennzeichnet durch steigende Studierendenzahlen
und eine erhebliche Anzahl unterschiedlicher Studiengänge mit den
sich daraus ergebenden umfangreichen Lehr- und Prüfungsbelastungen.
Nach den vorliegenden Kapazitätsberechnungen sind die Studiengänge
Lehramt und Magister Anglistik und Hispanistik an der Grenze ihrer Kapazität
bzw. haben sie bereits überschritten. Der Studiengang Magisternebenfach
Medien- und Kommunikationswissenschaften unterliegt einem Numerus Clausus.
Zur Zeit studieren am Fachbereich 1393 Studierende in über 20 Studiengängen.
In enger Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium werden umfangreiche Lehrernach-
und Umqualifikationen, so u.a. in Berufsbegleitenden Studiengängen
bzw. in einem dreijährigen Zertifikatskurs "Förderstufe Deutsch"
durchgeführt.
Forschungsschwerpunkte:
Die Forschungstätigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des
Fachbereiches ist trotz der sehr starken Belastung durch die Lehre außerordentlich
umfangreich, dabei aber - angesichts der unterschiedlichen vertretenen
Sprach- und Kulturräume unvermeidlich - uneinheitlich. Ein Schwerpunkt,
unter dem sich die Forschungs- und Publikationsaktivität zahlreicher
Angehöriger des Fachbereiches subsumieren lässt, ist die Frage
des "Sprach- und Kulturkontaktes". Im Berichtszeitraum haben zahlreiche
Vorbereitungstreffen stattgefunden, um diesen Forschungsschwerpunkt in
Form einer Forschergruppe fest zu institutionalisieren. Aus dem Fachbereich
sind dabei Einzelprojekte aus den Gebieten der Germanistischen Sprachwissenschaft,
der Medien- und Kommunikationswissenschaft, der Anglistischen Sprachwissenschaft,
der Indogermanistik, der Romanistischen Sprach- sowie auch Literaturwissenschaft
vertreten; dazu treten Einzelprojekte u.a. aus den Bereichen der Geschichtswissenschaft
und der Orientalistik. Erste Publikationen im Blick auf diesen Forschungsschwerpunkt
sind erfolgt. Zugleich sind im Berichtszeitrum zwei große internationale
Kongresse zum Thema (Sprachkontakt in Europa, Kulturkontakt zwischen Europa
und Lateinamerika) abgehalten worden.
Weitere, über individuelle Forschungsaktivitäten der Mitglieder
des Fachbereiches hinausgehende, Schwerpunkte lassen sich wie folgt charakterisieren:
-
Neue Medien- und digitale Kommunikationsforschungen (Medien- und Kommunikationswissenschaften,
Germanistik, Anglistik mit internationaler Beteiligung)
-
Syntaktisch-Semantisches Kontextwörterbuch Deutsch-Englisch-Russisch
(Institut für Indogermanistik mit internationaler Beteiligung)
-
Sprache, Literatur und Kultur des 18. Jahrhunderts (Aufklärung und
Aufklärungsrezeption) (Romanistik, Germanistik, Slavistik in enger
Kooperation mit dem Zentrum für die Erforschung der Europäischen
Aufklärung)
-
Sprachen, Literaturen und Kulturen des karibischen Raums (Romanische Sprachwissenschaft/Romanische
Literatuwissenschaft mit internationaler Beteiligung)
-
Philologie des Mittelalters (Germanistik, Romanistik)
-
Slavische Literaturen und Mythos (Slavistik mit internationaler Beteiligung)
-
Prozeßcharakter von Sprachwandel
-
Sprachlehr-/lernforschung (Anglistik, Romanistik, Germanistik)
-
Fremderfahrung und Fremdverstehen (Romanistik, Germanistik)
An wissenschaftlichen Veranstaltungen im Berichtszeitraum sind insbesondere
hervorzuheben:
-
Die 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft
(DGfS) unter dem Rahmenthema "Sprachkontakt" vom 4. - 6. März 1998,
veranstaltet von der DGfS in Zusammenarbeit mit den Instituten für
Germanistik, Indogermanistik, Allgemeine und Angewandte Sprachwissenschaft
und mit dem Institut für Romanistik (wissenschaftliche Leitung: Prof.
Antos, Prof. Meiser, Prof. Ludwig).
-
Die Abhaltung einer Ringvorlesung des Instituts für Indogermanistik,
Allgemeine und Angewandte Sprachwissenschaft in Zusammenarbeit mit dem
Institut für Indologie zum Thema "Geregeltes Ungestüm. Brüderschaften
und Jugendbünde bei indogermanischen Völkern" im Sommersemester
1998
-
Der Lateinamerikanistenkongress zum Thema "Lateinamerika im Kontakt von
Kulturen und Gesellschaften. Die historische Dimension und die künftige
Globalisierung" vom 4. - 8. September 1998, veranstaltet vom Europäischen
Rat für sozialwissenschaftliche Lateinamerika-Forschung (CEISAL) in
Zusammenarbeit mit dem FB Sprach- und Literaturwissenschaften (wissenschaftliche
Leitung: Prof. Bremer, Institut für Romanistik)..
-
Die Deutsch-Französische Tagung zum Thema "Frankreich und das andere
Deutschland" vom 20. - 21. Juni 1998, veranstaltet vom Institut für
Romanistik (wissenschaftliche Leitung: Prof. Röseberg)
-
Die Abhaltung einer internationalen Fachtagung zum Thema "Regionale Sprachgeschichte"
durch die Abt. Altermanistik des Germanistischen Instituts.
-
Die Abhaltung einer Ringvorlesung zum Thema "Mittelalter: Vom Mythos einer
finsteren und glänzenden Zeit" durch die Abt. Altgermanistik des Germanistischen
Instituts (in Verbindung mit der Professur für Deutsche und Europäische
Rechtsgeschichte der Juristischen Fakultät).
-
Die Tagung zum Thema "Akademisches Englisch - Forschungen auf dem Gebiet
des akademischen Schreibens in Deutschland und anderswo" vom 22. - 23.
Oktober 1998, veranstaltet vom Institut für Anglistik/Amerikanistik
(wissenschaftliche Leitung: Prof. Ventola).
-
Ein Symposium zum thema "Zur Theorie der Praxis & Praxis der Theorie
des Fremdsprachenerwerbs (LEUCOREA Wittenberg vom 18. - 20. November 1997;
Prof. Hermann-Brennecke).
-
Das III. American Studies Seminar zum Thema "The Turbulent Years. The United
States in the 1960s: History and Culture" am 8. Mai 1997 (wissenschaftliche
Leitung: Prof. Grabbe, Dr. Boesenberg).
-
Das IV. American Studies Seminar (Thema s.o.) am 21. Mai 1998 (wissenschaftliche
Leitung: Prof. Grabbe, Dr. Boesenberg).
-
Das Festkolloquium zum Thema "In memoriam Dm. Tschizevskij (1894 - 1977)
im April 1997 (wissenschaftliche Leitung: Prof. Richter).
-
Das Festkolloquium zu Ehren von Frau Prof. em. Ch. Fleckenstein zum Thema
"Die russische Literatursprache des 18. - 20. Jahrhunderts im November
1997 (wissenschaftliche Leitung: Prof. Mengel).
-
Ein Kolloquium zum Thema "Russischunterricht in Deutschland. Rückblicke
und Perspektiven im April 1998 (wissenschaftliche Leitung: Prof. Richter,
Dr. Frenzel).
-
Die Festveranstaltung (Festvorträge) anläßlich des 70.
Geburtstages von Herrn Prof. em. D. Freydank im Juni 1998 (wissenschaftliche
Leitung: Prof. Mengel).
-
Die Ringvorlesung "Slavische Literaturen im Dialog mit dem Mythos" im SS
1998 (wissenschaftliche Leitung: Prof. Richter, Dr. Borgwardt).
Die Einwerbung von Drittmitteln durch den Fachbereich war - wie schon im
vorangegangenen Berichtszeitrum - außerordentlich erfolgreich. An
den Instituten des Fachbereiches sind insgesamt 13 Drittmittelbeschäftigte
und eine VW-Stipendiatin tätig. An sechs Promotionsstudierende des
Fachbereiches konnte die Graduiertenkommission der Universität ein
Stipendium vergeben.
Zurück zu