| |||||||||
Zusammenarbeit mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. (MPG)
Mit diesem Institut existiert eine sehr gute, organisch gewachsene Zusammenarbeit. Äußerer Ausdruck dessen sind auch die
Berufungen der Direktoren am Max-Planck-Institut, Prof. Dr. Jürgen Kirschner und Prof. Dr. Ulrich Gösele, als C4-Professoren
für die Fachgebiete Experimentelle Physik und Werkstoffe der Elektrotechnik an den Fachbereichen Physik bzw.
Werkstoffwissenschaften.
Besondere Erwähnung sollen der gemeinsame Sonderforschungsbereich 418 "Struktur und Dynamik von nanoskopischen
Inhomogenitäten in kondensierter Materie", in dem das Max-Planck-Institut einen Stellvertreter des Sprechers stellt und zu
dessen Gestaltung die MPI-Vertreter entscheidend beigetragen haben, sowie das Innovationskolleg "Neue Polymermaterialien
durch gezielte Modifizierung der Grenzschichtstrukturen/ Grenzschichteigenschaften in heterogenen Systemen", an dem das
MPI vor allem durch sein gerätetechnisches Potential (z.B. 1000 kV-Höchstspannungs-Elektronenmikroskop) und die
Kompetenz der Bearbeiter als Kooperationspartner direkt beteiligt ist, finden.
Im Berichtszeitraum bestand eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschungsgruppen des Institutes für Physikalische Chemie des Fachbereichs Chemie und der Max-Planck-Arbeitsgruppe, die zum 1. Juli 1997 an das Institut für Physikalische Chemie übernommen wurde, auf den Gebieten Lehre und Forschung. So war z.B. die Vorlesung Flüssigkristalle eine gemeinsame Lehrveranstaltung (Prof. Dr. Gerhard Pelzl, Martin-Luther-Universität, Prof. Dr. Alfred Saupe, Max-Planck-Arbeitsgruppe). Als gemeinsame wissenschaftliche Veranstaltungen wurden auch die Institutsseminare durchgeführt. Mitarbeiter der Arbeitsgruppe waren Kooperationspartner in 3 DFG-Projekten des Institutes für Physikalische Chemie, weitere 2 DFG-Projekte und ein Landesförderprojekt wurden gemeinsam bearbeitet. Eine Zusammenarbeit gab es auch bei der Publizierung von Forschungsergebnissen (2 gemeinsame Vorträge und 6 Poster). Andere Arbeitsgruppen des FB Chemie (Institut für Organische Chemie, Prof. Dr. Carsten Tschierske) standen ebenfalls in engem Kontakt mit den MP-Mitarbeitern.
Zwischen dem FB Biochemie/Biotechnologie und der jetzigen Forschungsstelle der MPG, dessen Leiter, Prof. Dr. Gunter S. Fischer, auf die C4-Professur Molekulare Biochemie am Fachbereich berufen wurde, besteht eine enge Verzahnung zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung auf dem Gebiet der Renaturierung von Proteinen zur Ausbildung der biologisch aktiven Konformation. Dabei werden die in der Max-Planck-Arbeitsgruppe charakterisierten Peptidyl-Prolyl-Isomerasen, die die Prolinisomerisierung bei der Proteinfaltung katalysieren, zur Beschleunigung der Renaturierung der rekombinant in E. coli gewonnenen Proteine eingesetzt. Sie tragen so zur Optimierung produktionsgängiger Verfahren zur Herstellung von Proteinen für die Humantherapie bei. Diese sehr effiziente Kooperation führte im Berichtszeitraum zu einer wesentlichen Stärkung des profilbestimmenden Potentials des Fachbereiches auf den Gebieten der Proteinbiotechnologie und Proteinchemie. Diese Arbeiten besitzen einen hohen praxisrelevanten Stellenwert und führten bisher zu gemeinsamen Projekten mit Boehringer Mannheim und Hoffmann La Roche innerhalb des BMBF-Forschungsverbundes "Rekombinante Proteine".
Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.
Die Zusammenarbeit des Fachbereichs Physik mit dem FhI, Außenstelle Halle, betrifft die Arbeitsgebiete Prüfverfahren sowie Diagnostik und Bewertung von Mikrosystemen (rasterelektronenmikroskopische Materialuntersuchungen unter einsatznahen Bedingungen; optische Mikroskopie; Modellierung von Werkstoffbelastungen für Probleme der Temperaturfelder und Strömungen in Schmelzen im Zusammenhang mit der Kristallzüchtung und der Berechnung von Temperatur-Spannungs-Feldern). Seitens des FB Werkstoffwissenschaften werden gemeinsame Projekte mit dem FhI bearbeitet, die sich auf den Einsatz der atmosphärischen Raster-Elektronenmikroskopie und numerische Analysen beziehen. Des weiteren erfolgt aufgrund langjährigen Kontakte eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Rißinitiierungs- und Rißausbreitungsverhaltens von amorphen und teilkristallinen Kunststoffen sowie bei der Entwicklung eines verbesserten Isolationssystems für Mittel- und Hochspannungskabel auf Polyolefinbasis mit erhöhter Alterungsbeständigkeit und verminderten Abfall der Restdurchschlagsfestigkeit.
Hermann-von-Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
Zwischen der Landwirtschaftlichen Fakultät und dem UFZ hat sich eine sehr enge Kooperation herausgebildet. Im Rahmen einer
gemeinsamen Berufung Bodenchemie ist der Leiter der Sektion Bodenforschung zugleich in die Lehre an der Fakultät integriert.
Außerdem steht eine weitere gemeinsame Berufung für das Fachgebiet "Landschaftswasserhaushalt" unmittelbar bevor. Somit wird
durch das UFZ die Ausbildung an der Fakultät, besonders in der Studienrichtung "Bodenschutz und Landschaftsgestaltung"
mitgeprägt. Im Rahmen der Forschung hat sich eine konstruktive Zusammenarbeit entwickelt, die sich in der gemeinsamen
Bearbeitung von Teilprojekten und Verbundvorhaben, in die verschiedene Institute einbezogen sind, äußert.
Bedingt durch die räumliche Trennung beschränkt sich die Zusammenarbeit des Fachbereichs Biologie im wesentlichen auf die
Lehrtätigkeit von Prof. Dr. Walter Geller und Prof. Dr. Helmut Klapper, beide Sektion Gewässerforschung Magdeburg des UFZ,
die über eine gemeinsame Berufung bzw. Honorarprofessur das Teilgebiet Limnnologie/Hydrobiologie an der Universität Halle
vertreten. Über das Institut für Mikrobiologie besteht eine Kooperation über gemeinsame Doktoranden / Diplomanden mit dem UFZ
Bad Lauchstädt und der Sektion Umweltmikrobiologie am UFZ Leipzig, die auch gegenseitige methodische Hilfeleistungen umfaßt.
Mit dem Neubau des Forschungsgebäudes des UFZ in Halle und der bevorstehenden Verlagerung der Lehr- und Versuchsstation
Seehausen der Landwirtschaftlichen Fakultät nach Bad Lauchstädt und der damit verbundenen Übernahme der Hauptnutzerschaft
durch die Universität werden günstige Voraussetzungen für eine weitere Intensivierung der Kooperationsbeziehungen zwischen der
Martin-Luther-Universität und dem Umweltforschungszentrum geschaffen.
Wissenschaftsgemeinschaft Blaue Liste
Traditionsgemäß bestehen aufgrund des gemeinsamen Standortes (Campus Weinberg) vielfältige Beziehungen zwischen der
Universität und dem IPB, die von gemeinsamen Berufungen (Prof. Dr. Benno Parthier: Zellbiochemie am FB
Biochemie/Biotechnologie; Prof. Dr. Dierk Scheel: Entwicklungsbiologie am FB Biologie; Prof. Dr. Günter Adam: Naturstoffchemie
am FB Chemie; Prof. Dr. Dieter Strack: Biochemie des pflanzlichen Sekundärstoffwechsels am FB Pharmazie) über gemeinsame
Gerätenutzungen, den Austausch von Spezialwissen und Spezialmethoden, die Kooperation bei wissenschaftlichen Veranstaltungen
bis zu gemeinsamen Forschungsarbeiten reichen.
Innerhalb des Sonderforschungsbereiches 386 "Molekulare Zellbiologie pflanzlicher Systeme", insbesondere auf den Gebieten der
molekularbiologischen Analyse, der Genetik und Zell- und Pflanzenphysiologie besteht eine enge Kooperation zwischen dem IPB
und Einrichtungen der Universität. Darüber hinaus ist das IPB in das Innovationskolleg "Zellspezialisierung: Gemeinsamkeiten und
Unterschiede bei Signaltransfer, Redoxkontrolle und Streßantwort in Pflanzen, Tier und Mensch" integriert.
Bedingt durch die verkehrstechnische Entfernung ist die Zusammenarbeit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit dem IPK nicht ganz so eng wie mit dem IPB. Über gemeinsame Berufungen sind zwei Professuren am FB Biologie (Prof. Dr. Ulrich Wobus: Genetik; Nachfolge Prof. Dr. Konrad Müntz: Zell- und Molekularbiologie) besetzt, die ihre Lehrverpflichtungen derzeit in der Genetik abdecken. Eine enge fachliche Beziehung besteht auch über den Sonderforschungsbereich 363, in dem Mitarbeiter des IPK Mitglieder sind, sowie zur Pflanzenphysiologie. PD Dr. Jürgen Hofemeister ist als Honorardozent am Institut für Mikrobiologie tätig. Das Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung ist ebenfalls in das Innovationskolleg "Zellspezialisierung" integriert.
Die Landwirtschaftliche Fakultät der Universität und das IAMO ergänzen sich in Lehre und Forschung zum gegenseitigen Nutzen.
Für die Fakultät besteht damit die Möglichkeit, ihr Profil hinsichtlich des Schwerpunktes der Ausrichtung auf Osteuropa auf einer
soliden Kooperationsgrundlage aufzubauen.
Die 3 Abteilungsleiter des IAMO sind auf Basis gemeinsamer Berufungen (Prof. Dr. Monika Hartmann: Agrarmärkte,
Agrarvermarktung, Weltagrarhandel, Prof. Dr. Klaus Frohberg: Rahmenbedingungen des Agrarsektors und Politikanalyse, Prof.
Dr. Peter Tillak: Betriebs- und Strukturentwicklung im ländlichen Raum) eng in die Lehre an der Fakultät eingebunden. So wird der
Zusatzstudiengang "Standort- und umweltgerechte Landwirtschaft in den Transformationsländern" beiderseitig gestaltet und die
Zusammenarbeit mit der Fakultät systematisch vertieft. In Seminaren und Kolloquien ergibt sich ein permanenter Gedankenaustausch,
der u.a. der Anbahnung gemeinsamer Forschungsvorhaben dient.
Zwischen der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und dem Institut für Wirtschaftsforschung besteht eine enge Zusammenarbeit.
Der Präsident des IWH, Prof. Dr. Rüdiger Pohl, ist als Universitätsprofessor Mitglied der Fakultät. Außerdem sind Professoren der
Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Mitglied im Vorstandsrat des IWH (Prof. Dr. Gerhard Schmitt-Rink, Prof. Dr. Gunter
Steinmann). Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats ist ebenfalls ein Professor der Fakultät (Prof. Dr. Alois Wenig). Der
Wissenschaftliche Beirat evaluierte bereits drei Abteilungen des IWH.
Weiterhin promovieren Mitarbeiter des Institut für Wirtschaftsforschung an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und besuchen
Doktorandenseminare.
Zurück zu