Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Forschungsbericht Berichtszeitraum:01.01.1995 - 31.12.1996

Forschung im Überblick


Forschungsschwerpunkte

Für die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gilt auch nach der nahezu abgeschlossenen Phase der organisatorischen und thematischen Herausbildung des Forschungsprofils das Prinzip der Einheit von Forschung und Lehre.
Als Volluniversität verfügt sie mit ihrem breiten Spektrum wissenschaftlicher Disziplinen über ein großes Potential für die Forschung auf den unterschiedlichsten Gebieten.

Die vier Basisbereiche für universitäre Lehre und Forschung, bestehend aus der Medizin, den Naturwissenschaften und Agrarwissenschaften, den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie den Technikwissenschaften, bilden die Grundlage für die Ausprägung der Forschungsschwerpunkte.

Die Forschungsschwerpunkte werden durch eine interdisziplinäre Arbeit charakterisiert. Die inneruniversitäre, interdisziplinäre Zusammenarbeit wird ergänzt durch die Kooperation mit den außeruniversitären wissenschaftlichen Einrichtungen des Umfelds der Martin-Luther-Universität. Dazu gehören:

Die Konzentration der materiellen und personellen Ressourcen, verbunden mit einer umfangreichen Kooperation mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen schaffen die Voraussetzungen für eine effiziente Forschung, die die Martin-Luther-Universität in die Lage versetzt, sich im nationalen und internationalen Wettbewerb zu behaupten.

Aus diesem Grunde ist die Entwicklung der Interdisziplinären Wissenschaftlichen Zentren:

von großer Bedeutung bei der Entwicklung des Forschungspotentials der Universität.

Darüber hinaus vollzieht sich die interdisziplinäre Forschung an der Martin-Luther-Universität in den Forschungsverbunden unterschiedlicher Organisationsformen.

Diese wird in 2 Sonderforschungsbereichen:
-SFB 363   Molekulare Zellbiologie pflanzlicher Systeme
-SFB 418   Struktur und Dynamik nanoskopischer Inhomogenitäten in kondensierter Materie
 
und durch die Mitarbeit an 10 Sonderforschungsbereichen anderer Universitäten:
-SFB 60   Funktion und Organisation in makromolekularen Systemen
-SFB 185   Nichtlineare Dynamik
-SFB 186   Statuspassagen und Risikoanlagen im Lebensverlauf - Institutionelle Steuerung und individuelle Handlungsstrategien
-SFB 192   Optimierung pflanzenbaulicher Produktionssysteme im Hinblick auf Leistung und ökologische Effekte
-SFB 197   Lipidorganisation und Lipid-Protein-Wechselwirkungen in Bio- und Modellmembranen
-SFB 239   Molekulare und kolloidale Organisation von Oligomeren und Polymeren
-SFB 335   Anisotrope Fluide
-SFB 347   Selektive Reaktionen metallaktivierter Moleküle
-SFB 357   Molekulare Mechanismen unimolekularer Prozesse
-SFB 387   Zelluläre Proteasen. Bedeutung für Immunmechanismen und entzündliche Erkrankungen
 
sowie in 2 Innovationskollegs:
-Neue Polymermaterialien durch gezielte Modifizierung der Grenzschichtstrukturen/ Grenzschichteigenschaften in heterogenen Systemen
-Zellspezialisierung: Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei Signaltransfer, Redoxkontrolle und Streßantwort in Pflanzen, Tier und Mensch

 
und schließlich in 7 Graduiertenkollegs:
-Umweltanalytik, Schadstoffeliminierung und Wertstoffrecycling
-Polymerwissenschaften (Heterogene Polymere)
-Synthese und Reaktionsverhalten von Organometallverbindungen und Metallkomplexen
-Transport von Wirkstoffen in biologischen Systemen
-Identitätsforschung
-Adaptive physiologisch-biochemische Reaktionen auf ökologisch relevante Wirkstoffe
-Defektstrukturbestimmte physikalische Eigenschaften
 
realisiert.

 

An den Schwerpunktprogrammen der Deutschen Forschungsgemeinschaft beteiligte sich die Martin-Luther-Universität mit den folgenden Projekten:

1995

1996

Obwohl die universitäre Forschung in erster Linie Grundlagenforschung ist, wird in zunehmenden Maße ein Transfer von Wissen und Ergebnissen in die Praxis angestrebt und wird auch als Aufgabe so verstanden.

Die interdisziplinäre Arbeit zahlreicher An-Institute, Technologiezentren und anderer Einrichtungen an der Peripherie der Universität bietet die Gewähr für eine rasche Verwertung von Ergebnissen mit innovativem Charakter.

Daraus folgt, Invention ist die originäre Aufgabe der Universität. Innovation ist in der Regel durch Kooperation mit außeruniversitären Einrichtungen und vor allem mit Unternehmen der Wirtschaft zu realisieren.

Die personellen und materiellen Bedingungen, die Notwendigkeit zur Konzentration der Ressourcen sowie das wissenschaftliche Umfeld der Universität und nicht zuletzt die Entwicklungen der Chemischen Industrie sowie der mittleren und kleinen Unternehmen in Sachsen-Anhalt haben die Ausprägung der Forschungsschwerpunkte, die der Arbeit der Fakultäten und Fachbereiche sowie den unterschiedlichen Forschungsverbünden zugrunde liegen, beeinflußt.

 

Drittmittelbilanz

Als allgemeiner Leistungsparameter für die universitäre Forschung über alle Kategorien hinweg - d.h. über die erkenntnisorientierte und anwendungsorientierte Grundlagenforschung bis zur angewandten produkt- oder verfahrensorientierten Forschung - eignet sich in besonderem Maße das Drittmittelaufkommen.

Diese Feststellung gilt sowohl für die naturwissenschaftlichen bzw. technischen als auch für die nichtexperimentell arbeitenden Fachbereiche!

Ein Vergleich der Drittmitteleinwerbung der Fachbereiche zeigt deutlich, daß erhebliche Unterschiede bei den einzelnen Fachbereichen auftreten. Insgesamt wurden 1996 im Hochschulbereich 31 Mio. DM Drittmittel eingeworben.

Die hohe Zahl der Drittmittelbeschäftigten von etwa 470 Personen weist die Universität als einen bedeutenden Arbeitgeber in der Region aus.

Die Verteilung der Drittmittelgeber zeigt, daß als Positivum der hohe Anteil der von der DFG eingeworbenen Drittmittel als Ergebnis einer strengen Begutachtung auffällt.

Der Zunahme bei der DFG und auch der Industrie eingeworbenen Drittmittel steht leider die drastische Abnahme der Landesförderung gegenüber.

 

 

 

Im Berichtszeitraum zur Verfügung stehende Drittmittel für Forschung [in DM]
 
Geistes- und Sozialwissenschaften (GSW)
 1995
 1996
Fakultäten und Fachbereiche:
Theologische Fakultät  78.928 103.261
Juristische Fakultät  203.984 437.846
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät  100.000 79.782
FB Erziehungswissenschaften  126.139 202.179
FB Geschichte, Philosophie u. Sozialwissenschaften  330.295 218.695
FB Kunst- u. Altertumswissenschaften  643.168 660.680
FB Musik-, Sport- u. Sprechwissenschaft  96.695 20.200
FB Sprach- u. Literaturwissenschaften  628.743 576.453
 
Interdisziplinäre Wissenschaftliche Zentren:
Zentrum für Schulforschung  75.962 232.651
IWZ für Europäische Aufklärung  140.000 56.000
IWZ für Pietismusforschung  0 75.028
 
SFB-Beteiligungen:
SFB 186 Statuspassagen  238.000 216.500
 
Graduiertenkollegs:
GK Identitätsforschung  0 77.793

Zwischensumme GSW:
 
2.661.914
 
2.957.068
 
Natur- u. Technikwiss. , Landwirtschaft (NTL)
 1995
 1996
Fakultäten und Fachbereiche:
FB Biochemie/Biotechnologie  1.802.834 2.319.692
FB Biologie  2.585.126 2.236.964
FB Chemie  4.303.383 4.413.226
FB Geowissenschaften  1.125.083 1.188.287
FB Mathematik u. Informatik  559.984 400.179
FB Pharmazie  386.500 162.463
FB Physik  2.076.950 1.917.262
FB Verfahrenstechnik  1.212.680 2.264.779
FB Werkstoffwissenschaften  864.817 1.128.557
Landwirtschaftliche Fakultät  5.673.119 5.163.287
 
Interdisziplinäre Wissenschaftliche Zentren:
Universitätszentrum für Umweltwissenschaften  60.000 49.000
Biozentrum  2.228.390 542.000
Zentrum für Materialwissenschaften  278.612 253.500
 
Sonderforschungsbereiche:
SFB 363 Zellbiologie  538.200 855.700
SFB 418 Nanoskopische Inhomogenitäten  0 468.900
 
SFB-Beteiligungen:
SFB 197 Lipidorganisation  534.700 600.500
SFB 387 Zelluläre Proteasen  108.400 123.200
SFB 192 Pflanzenbauliche Produktionssysteme  263.100 263.600
SFB 60 Makromolekulare Systeme  51.600 51.600
SFB 239 Oligomere  41.600 41.700
SFB 335 Anisotrope Fluide  264.300 81.000
SFB 347 Selektive Reaktionen  94.800 100.100
SFB 357 Unimolekulare Prozesse  35.400 43.300
SFB 185 Nichtlineare Dynamik  6.600 0
 
Innovationskollegs:
IK Neue Polymermaterialien  1.387.380 1.068.500
IK Zellspezialisierung  0 302.000
 
Graduiertenkollegs:
GK Umweltanalytik  394.750 369.450
GK Polymerwissenschaften  369.180 320.640
GK Organometallverbindungen  250.000 282.219
GK Transport von Wirkstoffen  365.000 377.260

Zwischensumme NTL:
 
27.862.488
 
27.388.865
 
Zentrale Einrichtungen (ZE)
 1995
 1996
Universitätsrechenzentrum  176.500 136.500
Universitäts- u. Landesbibliothek Sachsen-Anhalt  50.417 62.500

Zwischensumme ZE:
 
226.917
 
199.000
 
Medizinische Wissenschaften (MW)
 1995
 1996
Medizinische Fakultät  10.469.414 11.341.866

Zwischensumme MW:
 
10.469.414
 
11.341.866
 
 
GESAMTSUMME:
  41.220.733
 41.886.799


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