Institut für Geologische Wissenschaften und Geiseltalmuseum
Domstraße 5
06108 Halle
Tel.:
(0345) 55-26132/-26151
Fax:
(0345) 55-27178/-27220
Prof.Dr.rer.nat.habil. Helmut Heinisch
Forschungsschwerpunkte:
Allgemeine Geologie
Die Forschungsrichtungen der Arbeitsgruppe liegen im Bereich der endogenen
Dynamik, Tektonik und Gefügekunde sowie der geologischen Fernerkundung.
Einzelprojekte dienen der strukturgeologischen Analyse von Kristallingebieten
und Auswertung von Satellitenbilddaten für strukturgeologische und
rezent-geodynamische Fragestellungen. Weiter sind Provenienzstudien und
Isotopenuntersuchungen an Detritus-Komponenten klastischer Gesteine zu nennen.
Methodisch werden ganzheitliche Ansätze favorisiert, die den
apparativ-laborativen Bereich des Institutes inkl. der geochemischen Analytik,
Mikroanalytik, aber auch Mikropaläontologie abdecken. In allen Bereichen fallen
große Datenmengen an, die rechnergestützt verarbeitet und verwaltet werden.
Regional laufen die Forschungsaktivitäten im Alpinen Paläozoikum und Kristallin
sowie im übrigen Paläozoikum Mittel- und Osteuropas. Im Rahmen des
URSEIS-Projektes werden strukturgeologische Untersuchungen im Ural
durchgeführt. Im Aufbau befindet sich das Forschungsgebiet EDV-gestützter
Modellierung sowie der Erstellung geowissenschaftlicher Flächen- und Raumdaten,
dies vor allem im Zusammenhang mit der geologischen Landesaufnahme und der
Aufbereitung geowissenschaftlicher Daten für die Gesellschaft im Sinne der
Daseinsvorsorge. Hier kommen GIS und ARC/INFO zum Einsatz.
Regionale und Historische Geologie
Forschungsschwerpunkte bestehen auf den Gebieten Sedimentologie,
Sequenzstratigraphie, Trias-Forschung(Germanische, Alpine Trias), Beckenanalyse
(Norddeutsches Becken, Saale-Becken), Antarktis-Forschung, Tonmineralogie und
Palynologie. Der Regionalen und Historischen Geologie obliegt, z.T. mit anderen
Fachrichtungen, die Verwaltung, Pflege und Ergänzung umfangreicher Sammlungen,
die mit zu den größten Sammlungen geowissenschaftlicher Universitätsinstitute
in Deutschland gehören dürften.
Paläontologie
Die Arbeiten betreffen in Verbindung mit dem Geiseltalmuseum traditionsgemäß
die Komplexe der Untersuchung evolutiver Tendenzen an Vertebraten des Tertiärs
sowie die Erforschung von Flora, Ichnofossilien, Invertebraten und Vertebraten
des Jungpaläozoikums und Mesozoikums unter Betonung paläoökologischer und
stratigraphischer Aspekte. Mit der personellen Erweiterung der Arbeitsgruppe
kamen stärker laborativ ausgerichtete mikropaläontologische Analysen von
Ostracoden und Charophyten im Meso- und Känozoikum, von Foraminiferen im
Tertiär und paläoökologische Betrachtungen zur Primärproduktion und
Algenentwicklung in Seen des Perm und Tertiärs hinzu. Bei den
mikropaläontologischen Themen spielen digitale Bildauswertungen eine große
Rolle, im Anschluß an rasterelektronenmikroskopische Betrachtungen.
Perspektivisch ist die Bearbeitung der Belege von vielen nicht mehr
zugänglichen Fundkomplexen, speziell aus Lagerstätten in Mitteldeutschland
vorgegeben. Besondere Aufmerksamkeit gilt der computergestützten
Inventarisierung der umfangreichen paläontologischen Sammlungen. Hierzu wurde
eine Datenbank auf UNIX-Basis entwickelt, die fachgruppenübergreifend der
Inventarisierung aller geowissenschaftlichen Sammlungen des Institutes dienen
soll.
Mineralogie
Forschungsschwerpunkte bilden hier die Untersuchung von Bindemitteln, Zementen
und anderen Baustoffen und auch Reststoffuntersuchungen. Dafür stehen einige,
sich inzwischen ständig im Einsatz befindliche Großgeräte zur Verfügung. Neben
den für die mineralogische Phasenanalyse wichtigen Röntgenpulverdiffraktometern
steht auch eine Röntgenfluoreszenzanalyse in den Röntgenlabors zur Verfügung.
Thermoanalytische Mineralbestimmung wird mittels DSC, DTA, TGA und EGA
durchgeführt. Mikroskopische Vermessung und Kristallvermessung werden bereits
in der Grundausbildung angeboten. Für die mineralogisch-chemische Analytik
stehen nasschemische Labors sowie Labors mit instrumenteller Analytik wie
ICP-AES, AAS, Hydridtechnik, UV-VIS - Spektronomie und IR-Spektrometrie zur
Verfügung.
Ingenieurgeologie
Das Fachgebiet Ingenieurgeologie ist Teil der neu aufzubauenden
angewandt-geologischen Studienrichtung. Es verbindet die Fragestellungen des
Bauens mit Erkenntnissen der Geowissenschaften. Als Schwerpunkt des
Fachgebietes soll die geomechanische Materialuntersuchung entwickelt werden.
Mit verschiedenen Methoden der in-situ-Untersuchung, sowie mit Meßeinrichtungen
im Labor sollen die mechanisch-physikalischen Zustandsbedingungen von
Geomaterialien untersucht werden, die bei bautechnischen Eingriffen relevant
sein können. Die Rolle der fluiden Phasen ist dabei oft noch zu wenig
verstanden und soll besondere Beachtung finden. Vor allem bei Prozessen der
Verwitterung und Entfestigung sind die Einflüsse fluider Phasen von Bedeutung
und wirken sich so unmittelbar auf die Baugrundsituation aus. Auch bei der
technischen Nutzung tieferer Stockwerke der Erdkruste (Speicher,
Deponiebergwerke, geothermische Energiegewinnung) sind ingenieurgeologische und
festigkeitsmechanische Problemstellungen zu behandeln. Die natürlichen
Spannungszustände und deren durch technische Eingriffe bedingten Veränderungen
sind dabei von besonderem Interesse.
Petrographie und Lagerstättenkunde
Die wissenschaftlichen Aktivitäten der Fachgruppe Petrologie umfassen
insbesondere die genetische Erforschung von Lagerstätten metallischer Rohstoffe
sowie die Krustenentwicklung im Archaikum und Proterozoikum. Eine besondere
Rolle kommt innerhalb der petrologisch-lagerstättenkundlichen Forschung der
mikrothermometrischen Charakterisierung von fluiden Phasen zu, deren
Untersuchung in den letzten Jahren zu einer grundlegenden Forschungsrichtung
geworden ist, die physikochemische Parameter vergangener geologischer und
lagerstättenbildender Ereignisse bestimmt. Ein in Deutschland relativ neu
etablierter Forschungsschwerpunkt ist die Geoarchäologie, die mit Archäologen
des Deutschen Archäologischen Instituts, Archäologie-relevante Fragestellungen
zur Beschaffenheit und Herkunft von Baumaterialien ebenso untersucht wie
Probleme der Wasserversorgung in der Antike und rezenter Bausteinverwitterung.
Hydro- und Umweltgeologie
In Lehre und Forschung stehen schutzgutbezogene Aspekte im kommunalen Bereich
(Boden/geol. Untergrund/Grundwasser) und projektbezogene Umweltauswirkungen
z.B. des Rohstoffabbaus (Sand und Kies) sowie der nachhaltigen und
umweltverträglichen Rohstoff- und Grundwassergewinnung im Rahmen der
Landesplanung im Mittelpunkt. Der umweltgeologische Arbeitsansatz beschäftigt
sich im analytischen Bereich überwiegend mit kontaminiertem Boden bzw.
kontaminierten Grundwässern sowie der Bewertung der Umwelt- und
Raumverträglichkeit von Sanierungsvorhaben. Die Datenverarbeitung der
Analysedaten und Raumdaten mit umfangreichen Fachdatenbanken sowie die
Modellierung im Bereich Hydrogeologie, Stofftransport und Altlastenmanagement
mit aufgesetzter GIS-Anwendung werden als grundlegende Arbeitsmethoden bei der
Optimierung von Erkundungs- und Sanierungsstrategien eingesetzt.
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