Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Forschungsbericht Berichtszeitraum:01.01.1995 - 31.12.1996

Fachbereich Physik

Friedemann-Bach-Platz 6
06108 Halle

Tel.:(0345) 55-2 55 01
Fax:(0345) 55-2 71 58
E-Mail:dekan@physik.uni-halle.de
Home-Page: http://www.physik.uni-halle.de/
Dekan:

Prof. Dr. rer. nat. habil. Horst Schneider



Nach dem weitgehenden Abschluß der Neuformierung der Fachgruppen gruppieren sich die Arbeitsgebiete des Fachbereiches Physik um den Komplex Physik kondensierter Materie mit deutlicher Schwerpunktbildung auf spektroskopische Methoden. Dabei werden die guten traditionellen Kooperationsmöglichkeiten mit den Fachbereichen Chemie und Werkstoffwissenschaften der Universität und dem Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik Halle genutzt.
Die sich daraus ergebenden Schwerpunkte, die auch langfristig weiter ausgebaut werden sollen, werden an Hand der Gesichtspunkte Phänomene - Methoden - Stoffklassen dargestellt:
Bezüglich der untersuchten physikalischen Phänomene sind sie unter den Forschungsschwerpunkten aufgeführt.
Hinsichtlich der benutzten Methoden gibt es folgende Konzentration:

Theoretisch-physikalische Methoden
Quantenfeldtheorie, Methode der Greenschen Funktionen und Renormierungsgruppen, Theorie festkörperphysikalischer Meßgrößen, Methoden der statistischen Physik
Optische Methoden
Erzeugung ultrakurzer Laserimpulse und deren Anwendung in der nichtlinearen Spektroskopie
NMR
Anwendung und Weiterentwicklung moderner Methoden der NMR-Spektroskopie und -Relaxation im Festkörper
Rastertunnelmikroskopie
Entwicklung geeigneter mikroskopischer Methoden zur Untersuchung zweidimensionaler Strukturen, Kopplung mit spektroskopischen Methoden
Analytische Elektronenmikroskopie
Anwendung und Kombination von abbildenden und spektroskopischen Methoden zur Elementanalytik bis hin zur atomaren Auflösung

Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen die Stoffklassen Polymere, Gläser, Keramiken, kristalline Festkörper (insbesondere Halbleiter).

Zur Zeit sind die meisten Professuren direkt oder in Wahrnehmung besetzt und im wesentlichen mit einer akzeptablen Erstausstattung versehen.

Am Fachbereich ist der Sonderforschungsbereich 418 "Struktur und Dynamik von nanoskopischen Inhomogenitäten in kondensierter Materie" angesiedelt. Der Fachbereich stellt auch die Sprecher des Interdisziplinären Wissenschaftlichen Zentrums für Materialwissenschaften sowie des Graduiertenkollegs "Polymerwissenschaften (Heterogene Polymere)" und ist an dem Innovationskolleg "Polymermaterialien" beteiligt. Alle vier Aktivitäten werden im Rahmen des Schwerpunktes "Materialwissenschaften" der Universität gemeinsam mit dem MPI für Mikrostrukturphysik Halle und den Fachbereichen Chemie und Werkstoffwissenschaften bearbeitet.
Neben einer engen Zusammenarbeit der Fachgruppe "Physik-Didaktik" mit dem "Zentrum für Schulforschung und Fragen der Lehrerbildung" existieren weitere Kooperationen im Rahmen von ca. 40 Projekten der DFG, des BMBF, des Landes Sachsen-Anhalt, der Industrie sowie anderer Stiftungen bzw. Sonderforschungsbereiche mit zahlreichen Wissenschaftseinrichtungen des In- und Auslandes sowie mit dem Fachbereich Pharmazie und den bereits genannten Bereichen. Schließlich sind die spektakulären Halbleiterzüchtungsexperimente an Bord der Raumstation MIR und deren analytische Auswertung besonders erwähnenswert.

Als besonders wichtige Kooperationspartner außerhalb der Universität, mit denen mehrere Fachgruppen Kontakt haben, sollen genannt werden:
MPI für Polymerforschung Mainz
KFA Jülich
Laboratoire de Physique des Materiaux, CNRS Paris-Meudon
Weizmann Institute of Sciences, Rehovot, Israel
Institut Laue Langevin, Grenoble, Frankreich.

Insgesamt betreiben die einzelnen Fachgruppen eine engere wissenschaftliche Zusammenarbeit mit ca. 45 Forschungseinrichtungen, die sich zu fast gleichen Teilen auf Deutschland, das westliche sowie das östliche Ausland verteilen.

Alle Forschungsgruppen leiden darunter, daß die Haushaltsmittel nicht ausreichen, um die Grundausstattung durch Wartung, Reparaturen und Ersatz auf dem vorhandenen Stand zu halten bzw. durch Ergänzung auf einen mit Fachbereichen in den alten Bundesländern vergleichbaren Stand zu bringen.

 
Forschungsschwerpunkte:

  1. Physikalische Erscheinungen an Oberflächen und Grenzflächen
    Elektronische, magnetische und geometrische Struktur von Oberflächen und Grenzflächen, Wachstum dünner Metall- und Oxidschichten, Analyse zweidimensionaler Phasenübergänge
  2. Untersuchung der atomaren und molekularen Dynamik
    Experimentelle und theoretische Untersuchungen zur Dynamik am Glasübergang und in polymeren Netzwerken, ultraschnelle dynamische Prozesse in fester und flüssiger Phase, Phasenübergänge im Gleichgewicht und im Nichtgleichgewicht, metastabile magnetische Phasen
  3. Untersuchungen der molekularen und übermolekularen Struktur
    Elektronenstruktur von Festkörpern, Struktur und Morphologie von Metallpartikeln in Gläsern, Röntgenbeugung an perfekten und gestörten Kristallen, Defektcharakterisierung in Verbindungshalbleitern, Ordnung und Orientierung in flüssigkristallinen Polymeren, Struktur und mechanische Eigenschaften polymerer Netzwerke, Struktur-Eigenschafts-Beziehungen an niederdimensionalen Materialien
  4. Statistische Physik und nichtlineare Phänomene
    Komplexes Verhalten nichtlinearer dynamischer Systeme, insbesondere in der Nähe der strukturellen Phasenumwandlung


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