Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Forschungsbericht Berichtszeitraum:01.01.99 - 31.12.00

Landwirtschaftliche Fakultät

Dienstsitz: Ludwig-Wucherer-Str.2
06108 Halle/Saale
Tel.: 0345 - 55 22 300 / 301
Fax: 0345 - 55 27 118
e-mail: dekan@landw.uni-halle.de
Internet: http://www.landw.uni-halle.de/
Dekan: Prof. Dr. agr. habil Wolfgang Merbach


Die Fakultät ist die einzige universitäre Lehr- und Forschungsstätte der Länder Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen auf dem Gebiet der Agrarwissenschaften. In dem regionalen Umfeld einer unternehmerisch geführten Landwirtschaft auf hochproduktiven Schwarzerdeböden und in der Nähe zu bevölkerungsdichten Ballungsgebieten mit expandierenden Absatzmärkten für Nahrungsmittel und Rohstoffe hat die Fakultät ein unverwechselbares Forschungsprofil erhalten. Die Standortvoraussetzungen aber auch historische Bindungen prädestinieren sie zudem zur engen Kooperation mit den Ländern Osteuropas.
 

Das lokale Umfeld bietet günstige Voraussetzungen für eine enge Forschungskooperation innerhalb und außerhalb der Universität. Hierzu gehören universitätsintern vor allem das Universitätszentrum für Umweltwissenschaften, das entstehende Biozentrum sowie die Fachbereiche bzw. Fakultäten der Wirtschafts-, Natur- und Technikwissenschaften.
 

Bezüglich der externen Kooperationspartner bestehen gute Beziehungen zum Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle, dem Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa sowie weiteren im Territorium ansässigen Blaue-Liste-Instituten. Nicht zuletzt sei auch auf die konstruktive Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt des Landes Sachsen-Anhalt (LUFA) und den Landesanstalten für Landwirtschaft in den südlichen Bundesländern im Osten Deutschlands hingewiesen.
 

Die Fakultät verfügt mit den 3 zentralen Versuchsstationen, dem Julius-Kühn-Feld Halle, Nutztierwissenschaftlichen Zentrum Merbitz und künftig mit der LVS Bad Lauchstädt (z. Z. Seehausen) über gute feldexperimetelle Voraussetzungen. Außerdem befindet sich ein Lehr- und Versuchsgut auf einem typischen Schwarzerdestandort in Görzig im Aufbau, das eine Nutzfläche von 100 ha umfassen wird.
 

Insgesamt besitzen die experimentell arbeitenden Bereiche ein z. T. moderne Grundausstattung, die in den letzten Jahren entstanden ist und mit der die heutigen Ansprüche der Grundlagen- bzw. Drittmittelforschung realisiert werden können. Andererseits ist aber auch Nachholebedarf bei der Modernisierung von Gebäuden, Sicherheitslaboren, Klimakammern, Gewächshausflächen und der Weiterentwicklung der materiell-technischen Basis insgesamt zu verzeichnen.
 

Unter den genannten Bedingungen ist die Forschung an der Fakultät gut entwickelt. In der Drittmitteleinwerbung nimmt sie in der Universität einen vorderen Platz ein. Die bearbeiteten Themen sind sehr vielseitig. Mittelfristig wird es darauf ankommen, eine Konzentration der Forschung auf Schwerpunktaufgaben und eine Vertiefung der interdisziplinären Zusammenarbeit sowohl innerhalb der Fakultät als auch mit den Kooperationspartnern der Universität und den außeruniversitären Einrichtungen anzustreben.

Forschungsschwerpunkte:

Die Forschung der Fakultät zielt sowohl auf anwendungsorientierte Grundlagenforschung auf naturwissenschaftlichem und ökonomischem Gebiet als auch auf die Entwicklung anwendungsorientierter Lösungen einschließlich ihrer Praxisüberführung.
Dabei lassen sich folgende Schwerpunkte formulieren, die auf verschiedenen räumlichen Ebenen (Mikrokosmen, Schlag, Betrieb, Agrarlandschaft, ländlicher Raum) in möglichst intensiver Vernetzung zu realisieren sind:

  1. Aufklärung und Steuerung biotischer und abiotischer Prozesse zur effizienten Ressourcennutzung (Boden, Pflanze, Tier), insbesondere
  2. Produktionsökologie und Entwicklung der Agrarlandschaft, insbesondere Schaffung von Grundlagen und praktischen Lösungen
  3. Analyse und Politikempfehlungen zum Transformationsprozeß in der Landwirtschaft auf sektoraler, regionaler und einzelbetrieblicher Ebene, insbesondere Aufklärung ökonomischer Zusammenhänge sowie Entwicklung von Strategien zur Beeinflussung und Steuerung agrarischer Wirtschaftsräume unter besonderer Berücksichtigung des Transformationsprozesses der neuen Bundesländer und der Staaten Mittel- und Osteuropas.    (z. B. Kooperation IAMO)

  4. Qualität von landwirtschaftlichen Produkten und Lebensmitteln im Erzeugungs- und Verarbeitungsprozeß (im zukünftigen Schwerpunkt „Ernährungswissenschaften“), insbesondere Aufklärung der Grundlagen der tierischen und menschlichen Ernährung sowie der Qualitätsbeeinflussung bei der Erzeugung und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte (Futter- und Nahrungsmittel).

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