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Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg | |
Forschungsbericht |
Berichtszeitraum: | 01.01.99 - 31.12.00
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Medizinische Fakultät
Universitätsklinik für Anästhesiologie u. operative Intensivmedizin
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Dienstsitz: |
Magdeburger Str. 16
06097 Halle |
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Ernst-Grube-Str.40
06120 Halle |
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Tel.: |
(0345) 557-1852 |
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(0345) 557-2321 |
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Fax: |
(0345) 557-1800 |
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(0345) 557-3328 |
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Direktor: |
Prof. Dr. med. Joachim Radke |
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Forschungsschwerpunkte der Klinik in den Jahren 1999 und 2000
1. Forschungsschwerpunkt der Medizinischen Fakultät: Herz/Kreislauf
- Zusammenarbeit mit dem Institut für klinische Pharmakologie
- Cardioanästhesie
- kardiochirurgische Intensivmedizin (Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Herz- und Thoraxchirurgie)
2. Neuroanästhesie:
- Intraoperatives erweitertes cerebrales Monitoring bei neurochirurgischen Patienten (Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Neurochirurgie)
- Point-of-Care im OP: Integration und Evaluierung von bettseitigen Laborbestimmungen (i-STAT, IRMA)
3. Intensivmedizin:
- Evaluierung kontinuierlicher Meßmethoden, z. B. intravasale Blutgasanalyse (TrendCare-System), kontinuierliche Herzzeitvolumenmessung (CCO)
- Erweitertes cerebrales Monitoring (Mikrodialyse, Neurotrend) bei Patienten mit Subarachnoidalblutung oder Intracerebraler Blutung, (Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Neurochirurgie)
- Cystatin-C als Marker zur Überwachung der Nierenfunktion bei Intensivpatienten
4. Forschungsprojekt zum Cerebralen Metabolischen Monitoring bei Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma,
(getragen von einer Arbeitsgruppe der Klinik und der Division of Neurosurgery at MCV, VCU, Richmond, USA)
5. Klinische Studien in Phase III und IV für diverse Medikamente (Zusammenarbeit mit LMU München, Prof. A. Doenicke)
6. Hyperbare Oxygenierung
Ad 1.
- In Kooperation mit dem Institut für klinische Pharmakologie, Professor Brodde, Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen zur Analyse cardialer Beta-Rezeptoren.
- In der klinischen Forschung zur Anästhesie bei cardiochirurgischen Eingriffen nimmt die Klinik an einer internationalen multizentrischen Studie (EPI II) zur Erfassung von perioperativen Ischämien und Langzeitoutcomes bei Patienten, die sich einer ACB-Operation in HLM unterziehen, teil. Über diese Studie ist die Klinik Mitglied der Multicenter Study of Perioperative Ischemia (McSPI) Research Group, die von Dennis Mangano (University of California, San Francisco) geleitet wird. Außerdem erfolgte eine Studie zur Risikostratifizierung herzchirurgischer Patienten anhand von Troponin I (Schnelltest). In einer dritten Studie wurden verschiedene neu kontinuierliche Meßmethoden (kontinuierliche Herzzeitvolumenmessung, PICCO) auf ihre Aussagekraft im Rahmen der EKZ verglichen.
- Es wurden Untersuchungen z.B. über Veränderungen der Exprimierung intrazellulärer Interleukine und Aminosäuren verschiedener immun-kompetenter Zellpopulationen bei herzchirurgischen Operationen unter Berücksichtigung immun-modulierender Substanzen durchgeführt. Außerdem konnte eine Studie hinsichtlich der Therapieeffizienz von rekombinantem TFPI im Rahmen einer Sepsis beendet werden.
Ad 2.
- In Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurochirurgie der Martin-Luther-Universität wurde die Forschungskooperation zur Evaluierung multimodaler Überwachungsansätze in der perioperativen Betreuung neurotraumatisierter Patienten fortgesetzt. Mit Hilfe kontinuierlichen Überwachungsverfahren der cerebralen Oxygenierung und des cerebralen Metabolismus wurde eine Studie bezüglich der Inzidenz von cerebralen Desaturationen während neurochirurgischer Elektiveingriffe sowie deren Beziehung zum postoperativen Outcome durchgeführt.
Ad 3.
- Im Rahmen einer Studie an 20 intensivmedizinischen Patienten, bei denen ein Paratrend 7+ – Sensor (TrendCare) zum Einsatz kam, wurde durch einen Vergleich der kontinuierlichen Meßwerte mit simultan erhobenen intermittierenden Blutgasanalysen die Sondendrift über 12 Stunden bei einer Gesamtliegedauer der Sonde von bis zu 4 Tagen überprüft. Zusätzlich ist im gesamten Untersuchungszeitraum die Inzidenz von "unplausiblen" Meßperioden erfaßt worden. Insbesondere konnte die dynamische Beziehung zwischen der Adaptation einer Respiratortherapie bei Patienten mit schweren pulmonalen Schädigungen und die daraus resultierenden Veränderungen der Oxygenierung sowie der CO2-Elimination im arteriellen Blut mittels einer solchen Technologie optimal dargestellt werden.
- Durchführung einer prospektiven Evaluierungsstudie zum Einsatz eines multimodalen zerebralen Überwachungsansatzes bei Patienten auf der Intensivstation mit neurochirurgischen Krankheitsbildern. Es wurden die Verlaufsdaten der intrazerebralen Microdialysemessung von Lactat, Glucose, Pyruvat und Glutamat im nicht primär geschädigten Hirngewebe bei comatösen Patienten erfaßt. Des Weiteren sind die Parameter pO2, pCO2, pH und Temperatur des Hirngewebes sowie der intrakranielle Druck registriert worden. Als Ergebnis der Evaluierungsstudie entstand eine Datenbank, die es ermöglicht, die in unseren Patienten ermittelten Befunde mit den Ergebnissen aus anderen Zentren zu vergleichen.
- Ziel dieser Studie war es, bei intensivmedizinischen Patienten zu überprüfen, inwiefern eine Überwachung der Nierenfunktion mittels Cystatin-C im Serum genauso oder besser möglich ist, als die aufwendigere Ermittlung der Creatininclearence. Zusätzlich erfolgte die Einschätzung der Wertigkeit dieses Parameters im Rahmen des "Drug-Monitorings" primär renal eliminierter Antibiotika.
Ad 4.
Die als Folge längerer Studienaufenthalte 1995 begonnene Zusammenarbeit mit dem Department für Neurosurgery der Commonwealth University Virginia bezüglich klinischer Fragestellungen zum Verlauf cerebraler, sekundärer Ischämie nach schwerem Schädel-Hirn-Trauma konnte erfolgreich fortgeführt werden. Hier wurde insbesondere die klinische Einbeziehung der cerebralen Mikrodialyse bei Patienten nach einem schweren Schädelhirntrauma an ca. 150 Patienten untersucht.
Ad 5.
In Zusammenarbeit mit dem Institut für experimentelle Anästhesiologie der Ludwig-Maximilians-Universität in München, Prof. A. Doenicke, wurden klinische Studien in der Phase III bzw. IV mit folgenden Medikamenten durchgeführt: Etomidate, (S)-Ketamin, Remifentanil. Zusätzlich wurde die Wertigkeit verschiedener Überwachungsmethoden der Narkosetiefe während dieser Allgemeinanästhesien (BIS, Narcotrend, Roh-EEG) untersucht und verglichen.
Des weiteren wurde in einer weiteren Studie der Einfluß einer eingeschränkten Nierenfunktion auf die Pharmakodynamik "neuer Muskelrelaxantien" (Cisatracurium, Rocuronium) an insgesamt 40 Patienten analysiert.
Ad 6:
Es wurden erste Untersuchungen der Wirkung von hyperbarem Sauerstoff auf die Heilung von Problemwunden durchgeführt.
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