Heisenberg-Stipendium
für Roland Weidisch

Dr. Roland Weidisch, zur Zeit Habilitationsstipendiat am Institut für Werkstoffwissenschaft (Fachbereich Ingenieurwissenschaften, Arbeitsgruppe Prof. Dr. Goerg H. Michler) der Martin-Luther Universität, ist von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für seine Forschungsarbeiten mit einem Heisenberg-Stipendium ausgezeichnet worden.
Der herausragende Nachwuchswissenschaftler, Jahrgang 1965, studierte von 1985 bis 1990 „Polymerwerkstofftechnik" an der damaligen TH Merseburg. Er fertigte seine Dissertation am Institut für Werkstoffwissenschaft bei Prof. Dr. Michler an, verteidigte sie 1997 mit dem Prädikat „summa cum laude" und wurde dafür mit der Luther-Medaille der Universität ausgezeichnet.
Nach einer Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz und einem einjährigen Aufenthalt an der University of Massachusetts in Amherst (USA) konnte er bereits 2001 seine Habilitation bei der Mathematisch-Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät einreichen. Roland Weidisch arbeitet auf dem internationalen Schwerpunktgebiet der nanometer-strukturierten Materialien, die Strukturen im Bereich von 10 bis 100 nm, das heißt 10-6 Millimeter, besitzen und damit ca. 1000 mal kleiner sind als ein Haar. Solche Materialien kommen z. B. als „Nanodrähte" in der Mikroelektronik oder Nanotechnologie und auch als Biosysteme zur Anwendung. Es gelang Weidisch, in Zusammenarbeit mit Professor Michler und der BASF neue Polymerwerkstoffe zu entwickeln, die derzeit auf dem Markt erfolgreich als hochwertige Verpackungsmaterialien, in der Medizintechnik und der Mikroelektronik eingesetzt werden. In den USA entwickelte er zusammen mit Prof. S. P. Gido (Amherst) neue nm-strukturierte Elastomere, die deutlich verbesserte Eigenschaften gegenüber bisherigen kommerziellen Elastomeren zeigen. Außerdem arbeitet er auf den grundlagenwissenschaftlichen Gebieten der Strukturbeeinflussung, Thermodynamik und Rissausbreitung in diesen Materialien und kooperiert dabei mit Wissenschaftlern an mehreren Universitäten in Deutschland und dem Ausland, wie z. B. der University of Massachusetts, der Cornell University und der Universität Athen. Seine Forschungsergebnisse hat er bereits in ca. 30 Artikeln in führenden wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht.

Das Heisenberg-Stipendium gibt ihm wissenschaftliche Freiheiten, er kann z. B. seine Forschungs-Orte frei auswählen, eine eigene Arbeitsgruppe aufbauen und Vorlesungsreihen für Studierende anbieten. Weidisch plant, seine Arbeiten am Institut für Werkstoffwissenschaft der halleschen Universität fortzusetzen. Im Rahmen mehrerer Forschungsaufenthalte am Institut für Polymerforschung (IPF) Dresden und in den USA wird er seine Kooperationen intensivieren.

Ansprechpartner: 
Prof. Dr. Goerg Michler
Dr. Roland Weidisch
Fachbereich Ingenieurwissenschaften
Institut für Werkstoffwissenschaft
Tel.: (03461) 46 27 45
E-Mail: Goerg.Michler@iw.uni-halle.de
E-Mail: roland_weidisch@yahoo.com

(Ute Olbertz, 27.11.2001)


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