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"SONDERBEHANDLUNG" für ARZNEIMITTEL in TABLETTENFORM

Innovationspreis für Verfahrenstechnikerin Nadine Walther
 
Anlässlich der Verleihung des Innovationspreises der Stadt Halle wurde während der festlichen Veranstaltung, am Freitag, dem 20. Mai 2005, Diplomingenieurin Nadine Walther, Doktorandin bei Prof. Dr.-Ing. Joachim Ulrich vom Fachbereich Ingenieurwissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, mit dem Sonderpreis der TGZ/Biozentrum GmbH ausgezeichnet.
Die junge Verfahrenstechnikerin (Jahrgang 1980) erhielt den Preis aus den Händen von GmbH-Geschäftsführer Prof. Dr. Wolfgang Lukas für ihre herausragenden ersten Ergebnisse im Rahmen ihrer Dissertation zum Thema "Kaltes Verpressen hoch poröser Arzneistoffe". Ein Verfahren, mit dem erreicht wird, dass sich durch geringe Beigaben von Hilfsstoffen die Medikamente in Tablettenform schneller auflösen.


Preisträgerin Nadine Walther studierte von 1999-2004 am Fachbereich Ingenieurwissen-
schaften (Institut für Verfahrenstechnik) und seit März 2004 wissenschaftliche Mitarbeiterin der ChemiePark Institut GmbH Bitterfeld mit Arbeitsplatz am Institut für Verfahrenstechnik/
Thermische Verfahrenstechnik der Martin-Luther-Universität, um bei Prof. Dr.-Ing. Joachim Ulrich zu promovieren. "Danach ist geplant, endgültig nach Bitterfeld zu wechseln" sagt Frau Walther. Für sie sei es durchaus vorstellbar in einigen Jahren die eigene Firma zu gründen und den Sonderpreis dafür zu nutzen. Denn dieser beinhaltet die Zusicherung, dass ihr als Existenzgründerin für 6 Monate mietfrei Büro- und Laborfläche zur Verfügung gestellt wird.

Bereits in ihrer Diplomarbeit hat sich die junge Verfahrenstechnikerin mit den Problemen, die bei der Tablettierung von Arzneistoffen auftreten, beschäftigt. Zu diesem Zweck weilte Nadine Walther 2003 zwei Monate an der Universität im ungarischen Szeged, wo sie am Institut für pharmazeutische Technologie ihre Forschungen durchführen konnte. Die fruchtbare Zusammenarbeit wurde vom DAAD tatkräftig unterstützt.

So reifte bei der jungen Wissenschaftlerin der Entschluss, die Ergebnisse der Diplomarbeit im Rahmen ihrer Promotion weiter auszuloten und nach einem Verfahren zu suchen, das die Probleme bei der Tablettierung von Arzneistoffen - trotz moderner Methoden - vermindert. Etliche Materialien sind temperaturempfindlich und beim Standardtablettenverpressen entstehen unter anderem sehr starke Drücke und häufig auch hohe Temperaturen. Die Folge ist, dass die in den Medikamenten vorhandenen Enzyme in ihrer Wirkung gehemmt werden. Deswegen kommt es häufig zu einem Funktionalitätsverlust.

"Um diese negativen Einflüsse aufzuhalten", erklärt Nadine Walther, "hatten wir die Idee, ein Verfahren, welches bisher nur in der Keramikherstellung verwendet wurde, für Pharmazeutika anzuwenden. Hierbei handelt es sich um das Freeze-Casting (Sol-Gel-Prozess), welches das Gefrieren einer wasserhaltigen Suspension (Aufschwemmung) und die anschließende Trocknung darstellt. Bei den Keramiken hat sich dabei als Vorteil erwiesen, dass der apparative Aufwand gering und das Verfahren umweltfreundlich ist, weil keine giftigen Substanzen verwendet werden müssen. Bei den Versuchen haben wir dann nachgewiesen, dass diese Herstellungsform auch im pharmazeutischen Sektor anwendbar ist. Der Gewinn für die Pharmaindustrie besteht darin, dass zuvor nicht tablettierbare Materialien nun auch in fester Darreichungsform hergestellt werden können."

Projektpräsentation hier

(Nadine Walther, Ingrid Godenrath, 25. Mai 2005)

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Joachim Ulrich
Tel.: 0345 55-28400
E-Mail: joachim.ulrich@iw.uni-halle.de

Nadine Walther
Tel.: 0345 55-28409
E-Mail: nadine.walther@iw.uni-halle.de
 
  Ingrid Godenrath, 25.05.2005
 
     
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