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DAS HALLEJAHR 2006 IST AUCH DAS JAHR DES MEDIZINERS VOLKMANN
Neues vom Verein zur Bewahrung des Volkmannschen Erbes
  17.08.2006
 
2006 ist das Jubiläumsjahr Halles, die erste urkundliche Erwähnung der Saalestadt vor 1200 Jahren ist der Anlass. 2006 ist aber auch das Jahr Richard von Volkmanns. In diesem Jahr wird gleich mehrfach an den berühmten Chirurgen und Literaten erinnert, sein Denkmal wurde wieder eingeweiht, eine Biografie erscheint und eine Leseaktion wird gestartet, an der die ganze Stadt teilnimmt.


Die hallesche Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler (linkes Foto) und Nachkommen Volkmanns, hallesche Bürgerinnen und Bürger, Spenderinnen und Spender (rechtes Foto) vor der restaurierten Marmorstatue Richards von Volkmann
Fotos (2): Andreas Volkmann, Pfarrer


Richard von Volkmann (1830 - 1889) machte sich einen Namen mit bedeutenden medizinischen Leistungen, wie der Bekämpfung des Wundbrandes, mit der Erfindung zahlreicher medizinischer Hilfsmittel, als Rektor der halleschen Universität, Leiter der chirurgischen Klinik in Halle, Mitbegründer der Deutschen Chirurgischen Gesellschaft, Verfasser von fast 100 medizinischen Publikationen und als Schöpfer der heiteren Märchensammlung „Träumereien an französischen Kaminen“, die er unter dem Pseudonym Richard Leander schrieb.

Am 2. September wird die Aktion „Leander lesen!“ vom Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz und von der halleschen Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler in einer Festveranstaltung im Stadthaus Halle eröffnet, in der die Schauspieler Jutta Hoffmann, Peter Sodann und Jäcki Schwarz Leandersche Märchen lesen werden.

Bis zum Ende des Jahres folgen über 50 Veranstaltungen in Schulen, Bibliotheken, im Bad Maya Mare, im halleschen Zoo, in Theatern, in Krankenhäusern und Altenheimen. Die Lesenden sind Prominente, Schriftsteller, Politiker, Schauspieler, aber auch engagierte Bürger, Privatpersonen, auch der Vorsitzende des Volkmann-Vereins, Professor Henning Dralle und sein Stellvertreter Andreas Volkmann, ein Nachkomme. Die aus Amerika stammende Idee - eine Stadt liest ein Buch - wird erstmals in dieser Größenordnung in Deutschland durchgeführt. Im Vordergrund steht die Leseförderung und die Pflege des literarischen Erbes eines Mannes, der Halle und die Universität mit seinen medizinischen Leistungen im 19. Jahrhundert weltweit zur „Sonnenstelle der modernen Chirurgie“ machte, so ein Zeitgenosse Volkmanns.



Die Stadt Halle würdigte den Mediziner mit der Ehrenbürgerschaft, eine Straße erhielt seinen Namen und vor den Universitätskliniken in der Magdeburger Straße erinnert eine überlebensgroße Marmorstatue an ihn. Diese konnte, auf Initiative des Volkmann-Vereins restauriert werden. Der Verein warb 35 000 Euro für die Restaurierung ein. Die Spenden kamen von der Sparkassenstiftung, dem Land Sachsen-Anhalt, dem Kuratorium 1200 Jahre Halle, der Bürgerstiftung Halle, dem Volkmannschen Familienbund und von zahlreichen Einzelspendern.

Der Potsdamer Steinrestaurator Tom Zimmermann führte die Arbeiten mit seinem Team in zwei Phasen durch, die erstaunliche Parallelen zur medizinischen Tätigkeit des Dargestellten aufwiesen. Nach Entfernung sogenannter schwarzer Krusten und biogenen Bewuchses wurden 2004 auf das gesäuberte Denkmal Zellstoffkompressen aufgelegt, auf die in einem Tropfverfahren eine festigende Chemikalie aufgetragen wurde. „Volkmann am Tropf“ titelte die Mitteldeutsche Zeitung. 2005 lautete der Titel: „Nasenoperation gelungen“. In dem Zerfallsprozess war auch die Nasespitze von der Statue abgefallen. Die rettete ein Volkmann-Nachkomme, der selbst Restaurator ist, er nahm sie mit nach Elxleben in Thüringen. Auf der Mitgliederversammlung des Volkmann-Vereins 2004 entbrannte zwischen Fachleuten eine Diskussion um die fehlende Nase der Statue. Mitten in diese Diskussion kam Ludwig Volkmann und präsentierte der staunenden Versammlung das vergessene Nasenstück. Unter großer Beachtung der Öffentlichkeit wurde die Nase im Juni 2005 wieder angefügt.

Am 11. Juni 2006 wurde das Denkmal von der Oberbürgermeisterin Halles, Ingrid Häußler, wieder eingeweiht. Viele Nachkommen Volkmanns, hallesche Bürgerinnen und Bürger, Spenderinnen und Spender nahmen daran teil.

Im Frühsommer erschien das Buch „Richard von Volkmann-Leander, Chirurg und Literat“ im halleschen Mitteldeutschen Verlag, die erste Biografie Volkmanns. Autorin ist die derzeitige Stadtschreiberin von Halle und Vorstandsmitglied des Volkmann-Vereins Simone Trieder. Über einen Zeitraum von vier Jahren recherchierte die Biografin in Archiven, in Familiennachlässen und konnte dabei so manche Entdeckung machen. So sind zwei Kinderbriefe des achtjährigen Richard Volkmann veröffentlicht, in denen trotz großer orthografischer Schwächen ein frühes erzählerisches Talent erkennbar ist. Briefe Volkmanns und seiner Frau an den Sohn Hans Richard von Volkmann, einen erfolgreichen Landschaftsmaler, wurden erstmals ausgewertet und geben ein Bild auf die letzten von Krankheit gezeichneten Jahre Volkmanns. In dem literarischen Porträt wird die schwierige Doppelexistenz des Mediziners und Literaten detailreich gewürdigt. Viele Abbildungen, die meisten erstmals veröffentlicht, runden die Biografie plastisch ab.

Im Herbst 2006 startet eine Aktion, an der der Volkmann-Verein neben vielen Einrichtungen, Vereinen, Institutionen beteiligt ist: das Kuratorium 1200 Jahre Halle, die Stadtbibliothek Halle, der Förderkreis der Schriftsteller, der Friedrich-Bödecker-Kreis Sachsen-Anhalt, der Landesverband deutscher Schriftsteller, der Mitteldeutsche Verlag Halle veranstalten die Aktion: Leander lesen! Eine Stadt liest ein Buch.
Das Buch, das die Stadt Halle im Herbst lesen wird, ist die Märchensammlung „Träumereien an französischen Kaminen“ von Volkmann-Leander. Diese überaus erfolgreichen Märchen, in Hunderten Auflagen erschienen, vielfach übersetzt, u. a. in japanischen Schulbüchern zu finden, immer wieder neu illustriert, als Hörspiele, Theaterstücke, Opern und Film bearbeitet, werden in einer Neuausgabe des Mitteldeutschen Verlages mit Illustrationen von 22 Künstlern im Herbst 2006 erscheinen.

Dazu wird - wie weiter oben schon erwähnt - am 2. September die Aktion „Leander lesen!“ vom Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz und von der halleschen Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler in einer Festveranstaltung im Stadthaus Halle eröffnet, in der die Schauspieler Jutta Hoffmann, Peter Sodann und Jäcki Schwarz Leandersche Märchen lesen werden.

Bis zum Ende des Jahres folgen über 50 Veranstaltungen in Schulen, Bibliotheken, im Bad Maya Mare, im halleschen Zoo, in Theatern, in Krankenhäusern und Altenheimen. Die Lesenden sind Prominente, Schriftsteller, Politiker, Schauspieler, aber auch engagierte Bürger, Privatpersonen, auch der Vorsitzende des Volkmann-Vereins, Professor Henning Dralle und sein Stellvertreter Andreas Volkmann, ein Nachkomme. Die aus Amerika stammende Idee - eine Stadt liest ein Buch - wird erstmals in dieser Größenordnung in Deutschland durchgeführt. Im Vordergrund steht die Leseförderung und die Pflege des literarischen Erbes eines Mannes, der Halle und die Universität mit seinen medizinischen Leistungen im 19. Jahrhundert weltweit zur „Sonnenstelle der modernen Chirurgie“ machte, so ein Zeitgenosse Volkmanns.

Mit dem Volkmannjahr ist die Arbeit des Vereins nicht zu Ende. Das restaurierte Denkmal muss gepflegt werden, Nässeprobleme am Sockel harren einer Lösung und der schmiedeeiserne Zaun vor dem Denkmal muss noch restauriert werden...

Bei Bedarf können in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit/ Veranstaltungsmanagement der MLU Halle-Wittenberg Fotos vom Volkmann-Denkmal angefordert werden: Telefon: 0345 552 1420 und -24.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Henning Dralle
Tel: 0345 557 2315

E-Mail an Prof. Dr. Dralle
Weitere Informationen (externe Seiten):
Zum Buch, dem Autor und dem Verein auf www.stadtjubilaeum.de/
http://www.ifhas.de/halhalhal/hallunken/r_volkmann/txt.htm

(Prof. Dr. med. Henning Dralle, 18.08.2006)
 
  Dmitrij Wilms, 18.08.2006
 
     
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