Lingua Tertii Imperii Die Sprache des Dritten Reiches
Literarische Entdeckungsreise
durch "Tagebücher" und "LTI" von Victor Klemperer

Am Mittwoch, dem 12. Dezember 2001, lädt die Stadtbibliothek Halle (am Hallmarkt), Salzgrafenstraße 2, 06108 Halle (Saale), gemeinsam mit der Gesellschaft für deutsche Sprache (Zweig Halle) um 19.30 Uhr zu einer literarischen Entdeckungs-
reise ein.

Der Schauspieler Jürgen Stegmann aus Dresden (früher Halle) trägt vor aus den Notizbüchern des von den Nationalsozialisten verfolgten jüdischen Philologen Victor Klemperer, den spätestens seit dem zwölfteiligen Fernsehfilm, der vor einem Jahr lief, jeder kennt.

Klemperers philologische Anmerkungen in der "LTI", 1947 erstmals publiziert, behielten gemessen am offiziellen Sprachgebrauch der DDR jahrzehntelang verblüffende Aktualität und sind auch heute (noch oder wieder) mit Nachdenklichkeit erzeugendem Gewinn zu lesen.

Victor Klemperer (18811960) wirkte ab 1948 als Direktor des Romanischen Seminars an der Martin-Luther-Univer-
sität Halle-Wittenberg
. Er zählt zu den faszinierendsten Persönlichkeiten des deutschen Geisteslebens im 20. Jahrhundert.

"Die LTI war in ihrer unbestechlichen Sprachanalyse der wirksamste Beitrag zur Überwindung der Inhumanität in den Köpfen der Menschen in diesen ersten Nachkriegsjahren", schrieb Rita Schober, eine Schülerin Klemperers. Doch nicht nur damals war dieses Buch eines der wichtigsten gegen Dumnmheit und Intoleranz. Wer die Lektüre bislang versäumte, wird nach der Veranstaltung in der Stadtbibliothek bestimmt danach greifen.

(Dr. Margarete Wein, 3. Dezember 2001)

Nähere Informationen:
Dr. Heike Plaumann, amt. Leiterin der Stadtbibliothek
Tel.: 0345 / 221 47 20


  Zurück zum Index