Technische Kristallisation als Schlüsseltechnologie

Netzwerk CRYSOPT tagt an der Martin-Luther-Universität

Das Institut für Verfahrenstechnik/TVT (Thermische Verfahrenstechnik) der Universität Halle richtet dieses Jahr die Vollversammlung des europäischen Netzwerks CRYSOPT aus. Die 30 Partner des Netzwerks aus Hochschulen und Industrie aus neun europäischen Ländern treffen sich am 20. und 21. März 2000 in Halle, um die Aktivitäten des Netzwerks zu planen und zu koordinieren. Die letzte Vollversammlung fand im März 1999 in Rom statt. Die Veranstaltung steht unter dem Gesamt-Thema „Technische Kristallisation, Netzwerk der EU zum Austausch zwischen Industrie und Wissenschaft". Eröffnet wird die Tagung am Montag, dem 20. März 2000, 9.15 Uhr, im Hörsaal Z des Melanchthonianums, Universitätsplatz, durch Prof. Dr. Joachim Ulrich (Leiter des Instituts für Verfahrenstechnik/TVT der Universität Halle mit Sitz in Merseburg) und Angelo Chianese, Leiter des European Project „Crysopt" (Netzwerk der EU).

CRYSOPT ist ein Netzwerk auf dem Gebiet der Technischen Kristallisation im Rahmen des europäischen Programms BRITE EURAM. Es wird von der Europäischen Union mit großem Mittelaufwand gefördert, denn die Technische Kristallisation wurde als eine Schlüsseltechnologie für Europas Zukunft eingestuft. 15 der bedeutendsten Universitätsforschungszentren sowie 15 der großen Industrieunternehmen Europas im Bereich der Kristallisation sind an dem Netzwerk beteiligt, das im Dezember 1998 gebildet wurde und für zweieinhalb Jahre aktiv sein wird.

Prof. Dr. Martin Sommerfeld, Dekan des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften der halleschen Universität, hält im Rahmen der Veranstaltung einen Vortrag zum Thema: „Modellierung und numerische Vorhersage von Partikelverteilungen in gerührten Behältern". Außerdem spricht Prof. Dr. Peter Kleinebudde vom Fachbereich Pharmazie über „Pharmazeutische Aspekte zur Technischen Kristallisation".

Die Kristallisation als thermisches Verfahren zum Trennen, Reinigen und Aufkonzentrieren von Stoffen ist von großer Bedeutung in der Lebensmittel- (Zucker, Fruchtsaft), der pharmazeutischen (Tablettenwirkstoffe, Vitamine) und chemischen Industrie (Faserrohstoffe, Düngemittel, Salze) sowie in der Umwelttechnik (Abwasserreinigung). Ein wesentliches Ziel des Netzwerks ist es, ein Forum zu schaffen, das den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Forschungszentren der Universitäten und der Industrie beschleunigt sowie den Wissenschaftstransfer von den Hochschulen in die Industrie fördert, um Produktqualität zu verbessern, Prozesse und Apparate zu optimieren und neu entwickelte Technologien zum Einsatz zu bringen. Der Wissenschaftstransfer soll u. a. durch Handbücher, Tagungen und Fortbildungsseminare stattfinden. Die Seminare zum Thema Kristallisation werden in den Partnerländern Italien, Spanien und Deutschland abgehalten. Das Seminar in Deutschland soll im September diesen Jahres an der Martin-Luther-Universität veranstaltet werden.

Das Institut für Verfahrenstechnik/TVT ist durch seinen Forschungsschwerpunkt in der Technischen Kristallisation nicht nur Partner des Netzwerks, sondern durch das Mitwirken von Prof. Dr. Joachim Ulrich im Vorstand des Netzwerks auch maßgeblich an der Gestaltung der Netzwerkaktivitäten beteiligt. Dass die Vollversammlung an der Martin-Luther-Universität in Halle stattfindet, ist ein Ausdruck der Anerkennung der geleisteten Arbeit der Netzwerkpartner und bestätigt die Bedeutung dieses Forschungsschwerpunktes an der Universität.

Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Joachim Ulrich, Institut für Verfahrenstechnik/TVT, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,
Tel.: 03461 - 46 2877/3877, e-mail: tvtpg@iw.uni-halle.de

(Ute Olbertz, 15. März 2000)


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