Internationaler Workshop zur Meerwasserentsalzung

Die Versorgung mit Trink- und Brauchwasser ist in vielen Gebieten der Welt ein Problem von höchster, auch politischer Aktualität. Rund ein Drittel der Weltbevölkerung lebt in Regionen mit mittlerer bis hoher Wasserknappheit. Neben Maßnahmen zur Einsparung und besseren Verteilung des Süßwassers kommt der Meerwasserentsalzung eine wachsende Bedeutung zu. Das Verkrusten von Heizflächen (Kesselsteinbildung) ist eines der größten Probleme in Verdampferanlagen zur Meerwasserentsalzung. Die Krustenbildung ist im wesentlichen auf das Auskristallisieren der Salze Calciumcarbonat, Magnesiumhydroxid und Calciumsulfat zurückzuführen, die immer im Meerwasser enthalten sind. Diese Krusten verringern die Leistung und Effektivität der Meerwasserentsalzungsanlagen und verursachen beträchtliche Kosten. Die Verhinderung der Krustenbildung ist folglich ein Hauptanliegen der Betreiber von Meerwasserentsalzungsanlagen.

50 Teilnehmer aus Wissenschaft und Industrie aus zwölf Ländern treffen sich am 26. und 27. April 2001 in der Lutherstadt Wittenberg, Stiftung LEUCOREA, Collegienstraße 62, um Erfahrungen und Ideen auf dem Gebiet der Krustenbildung in Meerwasserentsalzungsanlagen auszutauschen und zu diskutieren. Der Internationale Workshop „Scaling in Seawater Desalination – Is molecular modeling the tool to overcome the problem?" wird durch das Institut für Verfahrenstechnik/TVT (Thermische Verfahrenstechnik) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. habil. Joachim Ulrich und Dipl.-Ing. Heike Glade erstmalig ausgerichtet. Der Workshop wird von der European Science Foundation sowie von der Leucorea-Stiftung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg maßgeblich unterstützt. Führende Experten dieses Fachgebietes haben sich zur Tagung angemeldet.

Nach der Eröffnung des Workshops durch die Veranstalter am 26. April 2001 um 8.30 Uhr werden zwei Tage lang zahlreiche Vorträge zum Thema Krustenbildung in der Meerwasserentsalzung auf dem Programm stehen. Eingeladene Experten aus Industrie und Forschung diskutieren praktische Maßnahmen und Methoden zur Minimierung der Krustenbildung. Zukünftige Forschungs- und Entwicklungsziele sollen dabei herausgearbeitet werden. Schwerpunkt wird die Verhinderung der Krustenbildung durch Additive und deren Entwicklung mit der computergestützten Modellierung von Kristallformen (Molecular Modeling) sein.

Das große Interesse an dem Workshop zeigt die Aktualität des Themas und bestätigt die Bedeutung der Forschungsschwerpunkte Technische Kristallisation und Meerwasserentsalzung, die am Institut für Verfahrenstechnik/TVT im Fachbereich Ingenieurwissenschaften an der Martin-Luther-Universität betrieben werden. So laufen zur Zeit Forschungsarbeiten sowohl zum Molecular Modeling und zur Meerwasserentsalzung als auch zur Kristallisation von anorganischen Salzen.

Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Joachim Ulrich, Institut für Verfahrenstechnik, Fachbereich Ingenieurwissenschaften der Universität Halle, Sitz Merseburg, Geusaer Straße,
Tel.: (03461) 46 28 20, E-Mail: joachim.ulrich@iw.uni-halle.de

Dipl.-Ing. Heike Glade,
Tel.: (03461) 46 28 75, E-Mail: Heike.Glade@iw.uni-halle.de

(19. April 2001)

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