DDR-Fernsehen wissenschaftlich untersucht
DFG bewilligt Forschergruppenantrag

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) genehmigte einen Forschergruppenantrag zur Programmgeschichte des DDR Fernsehens, den Wissenschaftler der Abteilung Medien- und Kommunikationswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im vergangenen Jahr stellten und der auf der entscheidenden Gutachtersitzung im Sommer letzten Jahres in Halle geprüft wurde.

Der Schwerpunkt der Untersuchungen, die mit Beteiligung anderer Hochschulen realisiert werden sollen, liegt auf unterhaltenden Sendungen. Fernsehforschung zählt bereits seit Jahren zu den Schwerpunkten sowohl des Studienganges "Medien- und Kommunikationswissenschaften" als auch des Forschungsprofils der Abteilung. (Gegenwärtig wird an einer Geschichte des deutschen Fernsehkrimis geschrieben.)

"Die Olsenbande" aus Dänemark zählte jahrzehntelang zu den Lieblingen des DDR-Fernseh-Publikums

Der Forschergruppe gehören WissenschaftlerInnen der Universitäten Leipzig, Halle und Berlin sowie der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg an. Gemeinsam mit Prof. Dr. Rüdiger Steinmetz von der Universität Leipzig ist der Hallesche Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Reinhold Viehoff Sprecher der Forschergruppe. Zur Bearbeitung der vorgesehenen neun Projekte sind an allen vier beteiligten Hochschulen insgesamt neun bis zwölf MitarbeiterInnen sowie etwa zwanzig studentische Hilfskräfte nötig. Um besonders dem wissenschaftlichen Nachwuchs Chancen zu bieten, werden die Mitarbeiterstellen in der Regel geteilt, so dass je zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen auf einer Stelle promoviert werden können.

Prof. Dr. Reinhold Viehoff, Jg. 1948, studierte Germanistik, Theologie, Soziologie und Politologie
in Bonn und Köln (Promotion 1980, Habilitation 1991);
er arbeitete beim WDR Köln, war Studienrat für Deutsch, Religion und Sozialwissenschaft, lehrte an den Universitäten Siegen, Tiburg (Niederlande) und Perm (Russland); nach Lehrstuhlvertretungen an der MLU
ist er seit 1995 Universitätsprofessor für Kommunikationswissenschaft am Fachbereich
Sprach- und Literaturwissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

An der halleschen Universität sind 2½ Projekte angesiedelt: eins zur Erforschung von Familienserien (Professor Viehoff), ein zweites zur Erforschung der kleinen Unterhaltungsshow (Prof. Dr. Gerhard Lampe), und – gemeinsam mit Kollegen aus Leipzig – ein drittes zur Programmgeschichte des DDR-Fernsehens.

Die seitens der DFG angekündigte Unterstützung beläuft sich auf insgesamt ca. 2 Millionen Mark, davon ca. 350 000 DM pro Jahr für die halleschen Projekte. Projektstart ist der 1. März 2001. Alle Projekte sind erst einmal für drei Jahre bestätigt. Die Forschergruppe will insgesamt sechs bis neun oder, nach Möglichkeit, neun bis zwölf Jahre zusammenarbeiten und zum gegebenen Zeitpunkt entsprechende Verlängerungsanträge stellen.

(Dr. Margarete Wein, 13. Februar 2001)

Nähere Informationen:
Professor Dr. Reinhold Viehoff, Tel.: 0345 / 552 35 70, Fax: 0345 / 552 70 58
E-Mail: viehoff@medienkomm.uni-halle.de


  Zurück zum Index