Physikalischer Stammtisch für Halle und Umgebung

Das Fach Physik ist bei Schülern und Schülerinnen oft ungeliebt und wird als besonders schwierig empfunden. Dieser Tendenz wollen Wissenschaftler und Pädagogen gemeinsam und wirkungsvoll entgegentreten. Seit langem gibt es deshalb zwischen Gymnasien der Region Halle/Saalkreis/Merseburg und Physikern der Martin-Luther-Universität eine intensive Kooperation. Die Universität unterstützt vor allem den Unterricht: Die Schulen nutzen Ressourcen und Erfahrungen der Universität, bei Schülerinnen und Schülern wird das Interesse für die Physik im besonderen und ganz allgemein für Naturwissenschaften und Technik geweckt.

Mehrmals im Semester treffen sich FachkonferenzleiterInnen Physik an den Gymnasien in Halle, im Saalkreis und in der Region Merseburg/Querfurt sowie interessierte Mitglieder des Fachverbandes Mathematisch-Naturwissenschaftlicher Unterricht mit den Professoren des Fachbereichs Physik der Martin-Luther-Universität beim „Physik-Stammtisch" Am Anfang hält ein Professor einen kurzen Fachvortrag, dem evtl. Laborbesichtigungen folgen. Dem fachlichen schließt sich der „gesellige" Teil an. Man erörtert Probleme, die das Fach Physik, die Schulphysik, allgemeine Schulprobleme und auch das Physikstudium sowie spätere Arbeitsmöglichkeiten der Absolventen betreffen. Im persönlichen Gespräch entstehen neue Kontakte zwischen Vertretern der Universität und LehrerInnen sowie zwischen KollegInnen der Schulen. Zu den neuen Ideen der jüngsten Zeit zählt ein Experimentalvortrag im Stile der „Knoff-Hoff-Show", der bei etwa 250 SchülerInnen der Klassen 9 und 10 große Resonanz fand. Die Experimentalvorlesung „Quantenphysik in der Schule" war für rund 380 SchülerInnen der Leistungs- bzw. Grundkurse Physik in den 12. Klassen eine sinnvolle Ergänzung zum Unterricht, weil dadurch – die wesentlich besseren Möglichkeiten des Fachbereichs nutzend – grundlegende Phänomene anschaulich und eindrucksvoll demonstriert werden konnten. Es wird sogar überlegt, diese Vorlesung alljährlich den Absolventen der Physikkurse der 12. Jahrgangsstufe anzubieten.

Auch ein Tagesprogramm unter dem Motto „Ein Tag an der Uni" wurde konzipiert: SchülerInnen der Sekundarstufen I und II können sich mit Themen wie „Feuer, Wasser, Erde, Luft", „Eine Reise durch den Mikrokosmos" und „Physik selbst erforschen" beim selbständigen Experimentieren vertraut machen. Dieses Angebot wurde 1997 von 19 Schulen mit etwa 400 Schülern angenommen. Darüber hinaus betreut der FB Physik Arbeitsgemeinschaften für verschiedene Altersgruppen, u. a. „Physik und Umwelt", „Computer und Physik" und „Physik und Alltag" und unterstützt Projekttage bzw. –wochen an den Schulen und unterstützt potentielle TeilnehmerInnen an bundesweiten Wettbewerben wie „Jugend forscht", „Schüler experimentieren" und am Bundesumweltwettbewerb. Zahlreiche LehrerInnen nehmen auch an fachdidaktischen Kolloquien teil, in denen Themen wie „Die Zeit im Wandel der Zeiten – haben wir noch Zeit für die Zeit?", „Experimentelle Bestimmung der Elementarladung – ein Thema für ein Projekt im Physikunterricht" und „Spielzeug im Physikunterricht" vorgestellt wurden und die viele Anregungen für den eigenen Unterricht lieferten. Schließlich gibt es eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Fachdidaktikern an der Universität und der Fachbetreuerin Physik/Astronomie in der regionalen Lehrerfortbildung.

Nähere Auskünfte: Prof. Dr. Horst Schneider, Dekan des Fachbereichs Physik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Friedemann-Bach-Platz 6, 06099 Halle (Saale), Tel.: (9345) 552 55 01, Fax: (0345) 552 71 58, e-mail: nebelung@physik.uni-halle.de


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