Zentrum feiert fünfjähriges Bestehen

Perspektiven der Schulforschung und Lehrerbildung

Das interdisziplinäre Zentrum für Schulforschung und Fragen der Lehrerbildung an der halleschen Universität kann in diesem Jahr auf sein fünfjähriges Bestehen zurückblicken. Am 10. Mai 1999 feiert das Zentrum dieses Jubiläum in Anwesenheit des Kultusministers von Sachsen-Anhalt. Zu der Veranstaltung, die um 14 Uhr im Deutschen Saal der Franckeschen Stiftungen (Franckeplatz 1, Haus 7, 06110 Halle) beginnt, lädt das Zentrum die an Schulforschung und Lehrerbildung interessierte Öffentlichkeit ein.

Im Mittelpunkt des Festaktes stehen die Vorträge von Kultusminister Dr. Gerd Harms und Prof. Dr. Heinrich Bauersfeld aus Bielefeld. Der Kultusminister wird zur Zukunft der Lehrerbildung in Sachsen-Anhalt Stellung nehmen. Prof. Bauersfeld widmet sich dem Thema „Fachdidaktische Forschung". Darüber hinaus wird auf dieser Veranstaltung ein Positionspapier des Zentrums vorgestellt, das sich mit Lehrerbildung an Universitäten auseinandersetzt. Das Zentrum geht davon aus, daß Lehrerbildung in der Bundesrepublik Deutschland zunehmend in der Öffentlichkeit an Bedeutung gewinnt. So wird in dem Positionspapier betont, daß die Qualität der Schule als Basis des Bildungssystems entscheidend durch Lehrerinnen und Lehrer geprägt werde. Dabei tritt das Zentrum ausdrücklich Tendenzen entgegen, die Lehrerbildung an Fachhochschulen zu verlagern oder gar die Fachdidaktiken als wissenschaftliche Disziplin abzuwerten. Es sei unstrittig, daß ein Studium angehender Lehrerinnen und Lehrer in den Fachdisziplinen, den Fachdidaktiken und den Erziehungswissenschaften für alle Schulstufen auf wissenschaftlicher Grundlage erfolgen müsse. Unter anderem heißt es in dem Papier: „Lehrerinnen und Lehrer müssen befähigt werden, in der Schulpraxis neue Erkenntnisse umzusetzen und auf neue Orientierungsbedürfnisse zu reagieren. Dazu müssen sie beispielhaft selbst am wissenschaftlichen Erkenntnisprozeß während ihres Studiums teilgenommen, ihn also in einem forschungsorientierten Umfeld erlebt haben. Fort- und Weiterbildung kann darauf aufbauend später allenfalls unterstützend wirken. Als Konsequenz ergibt sich: Die Lehrerbildung ist eine Aufgabe der Universität." Seit 1995 bezieht das Zentrum auch gegenüber der Hochschulrektorenkonferenz Position und besteht in der Diskussion auf einer Fortführung der universitären Lehrerbildung.

Das Zentrum kann nach fünf Jahren seines Bestehens eine erfolgreiche Bilanz ziehen, das wurde auch jüngst durch die externe Evaluation bestätigt. Im März dieses Jahres begutachtete und bewertete eine auswärtige Kommission die Struktur und die geleistete Forschungsarbeit. Die vier international anerkannten, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft benannten Gutachter würdigten insbesondere die Projektarbeit und die eingeworbenen Drittmittel von über 1,5 Millionen DM. Dies sei ein herausragendes Beispiel für den gelungenen Aufbau eines interdisziplinären Zentrums im Bereich der Schulforschung. Die Direktoren, Projektleiter und Mitarbeiter können nun ihre langfristigen Ziele weiterverfolgen und im Jahr 2001 Räume in einem modernen Neubau auf dem Gelände der Franckeschen Stiftungen zu Halle beziehen. Mit dem Umzug und der weiteren kontinuierlichen Drittmitteleinwerbung sind die Voraussetzungen für ein auch international agierendes Forschungszentrum geschaffen.

Martin-Luther-Universität, Zentrum für Schulforschung und Fragen der Lehrerbildung,
Hoher Weg 16, 06099 Halle

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Heinz-Hermann Krüger (Geschäftsführender Direktor)
Tel.: (0345) 55 238 50, e-mail: krueger@paedagogik.uni-halle.de
Dr. Josef Keuffer (Geschäftsführender Leiter)
Tel.: (0345) 55 217 00, e-mail: keuffer@zsl.uni-halle.de

(Ute Olbertz, 5. Mai 1999)


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