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RECHTS-UND SPRACHTRANSFER IN MITTEL- UND OSTEUROPA

Internationale Konferenz bildet Auftakt zu dem Forschungsvorhaben
"Das sächsisch-magdeburgische Recht als kulturelles Bindeglied
zwischen Mittel- und Osteuropa"

Öffentlicher Abendvortrag von Prof. em. Dr. Rolf Lieberwirth am 31. Oktober 2003
 
Vom 30. Oktober bis 2. November 2003 veranstaltet die Sächsische Akademie der Wissen-schaften zu Leipzig in Verbindung mit der Juristischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Rechtsgeschichte) eine internationale, interdisziplinäre Konferenz zu "Rechts- und Sprachtransfer in Mittel- und Osteuropa: Sachsenspiegel und Magdeburger Recht". Sie bildet den Auftakt eines umfangreichen Forschungsvorhabens zu dem Thema "Das sächsisch-magdeburgische Recht als kulturelles Bindeglied zwischen Mittel- und Osteuropa", das innerhalb des bundesweiten Akademienprogramms Anfang 2004 seine Arbeit aufnehmen wird.
Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sowie das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt unterstützen das Vorhaben finanziell.
Tagungsort ist das Gebäude der Sächsischen Akademie in Leipzig, Karl-Tauchnitz-Straße 1. Organisation und Durchführung liegen in den Händen des Rechtshistorikers Prof. Dr. Heiner Lück (Martin-Luther-Universität) und des Leipziger Slawisten Prof. Dr. Dr. h. c. Ernst Eichler.
Offizieller Konferenzbeginn ist der 31. Oktober 2003, 9.00 Uhr.

Der öffentliche Abendvortrag von Prof. em. Dr. Rolf Lieberwirth (Halle) zu der methodologisch wichtigen Fragestellung "Einführung oder Rezeption? Mittelalterlich-deutsches Recht in slawischen Herrschaftsgebieten" ist ein Höhepunkt der Tagung. Er findet am 31. Oktober 2003, 19.00 Uhr, am Veranstaltungsort statt. Dazu ist die interessierte Öffentlichkeit herzlich willkommen.

Vor der Tagungseröffnung am 31. Oktober 2003, wird im Rahmen eines akademischen Festakts am 30. Oktober 2003, 17.00 Uhr, in der Johannikirche zu Magdeburg, der Eike-von-Repgow-Preis verliehen.

Historischer Hintergrund
Die Tagung findet in einem höchst aktuellen Kontext statt, steht doch die Erweiterung der EU durch den Beitritt mehrerer ostmitteleuropäischer Länder unmittelbar bevor. Ein zentraler Aspekt der Integration der betreffenden Staaten ist die Angleichung ihrer nationalen Rechtsordnungen an jene der EU-Staaten. Die dafür erforderlichen Arbeiten sind nicht nur in vollem Gange, sondern haben höchst anerkennenswerte Ergebnisse erreicht. Da es sich hierbei um historisch gewachsene Rechtsordnungen handelt, besitzen Kenntnisse über deren Quellen und Genesis eine hohe Aktualität.

Während West- und Mitteleuropa vorwiegend im spätmittelalterlichen römisch-kanonischen Recht auf eine gemeinsame Grundlage zugreifen können, beruhen die Rechtsordnungen vieler ostmitteleuropäischer Staaten darüber hinaus in starkem Maße auf Quellen des sächsisch-magdeburgischen Rechts (Sachsenspiegel und Magdeburger Stadtrecht), Diese wurden seit dem Spätmittelalter (besonders intensiv in der frühen Neuzeit) in Städte und Landschaften Ostmitteleuropas übernommen, regional-spezifisch bearbeitet, teilweise in die Landessprachen übersetzt und im Rechtsalltag angewendet.

Zu dem immensen Verbreitungsgebiet, das seit dem Sachsenspiegel und dem Magdeburger Stadtrecht nie wieder ein deutscher Rechtstext erreicht hat, gehören vornehmlich Städte und Landschaften der heutigen Staaten Polen, Tschechien, Slowakei, Litauen, Estland, Lettland, Weißrußland, Rumänien, Ungarn und Ukraine.

Diesen Zusammenhängen wird sich die Konferenz eingehend widmen. Im Mittelpunkt stehen Fragen zur Ausbreitung dieses Normenkomplexes (Sachsenspiegel und Magdeburger Recht), zu sprachlichen Problemen bei der Übernahme und Redaktion deutschsprachiger Rechtsquellen in den slavischsprachigen Raum sowie die später daraus hervorgegangenen Übersetzungen. In diesem Kontext ist die Rezeption "fremder Rechte" in den ostmitteleuropäischen Ländern als historischer und sprachlicher Prozess zu untersuchen, wobei sich die Konferenz wohl zunächst darauf beschränken muss, Probleme, Forschungsstand, Kooperationsformen und Methoden aufzuzeigen, zu erörtern, um sie für die darauf folgenden längerfristigen Untersuchungen fruchtbar zu machen. Dabei, das zeichnet sich schon jetzt ab, können Rechtsgeschichte und Sprachwissenschaft in einem engen Miteinander solide Ergebnisse erzielen.

Das Verbreitungsgebiet des sächsisch-magdeburgischen Rechts in Ostmitteleuropa bietet dem Sprachwissenschaftler die Möglichkeit, Einblicke in die Mechanismen der Überführung deutscher Rechtstexte in slavische/osteuropäische Sprachen mit ihren vielschichtigen Problemen der Übersetzung bzw. Bearbeitung deutscher Texte in slavischen (vor allem westslavischen) Sprachen zu gewinnen. Diese "Überführung" - Übersetzungen und Bearbeitungen verschiedener Art - wird vor allem in der Lexik deutlich.

Vor diesem Hintergrund werden erstmals Historiker, Rechtshistoriker und Philologen aus den einschlägigen Ländern des Verbreitungsgebietes von Sachsenspiegel und Magdeburger Stadtrecht gemeinsam osteuropäische Rechtsquellen mit sächsisch-magdeburgischen Einflüssen unter spezifischen Aspekten näher betrachten. Entsprechend der großen Verbreitung der beiden bedeutenden aus Mitteldeutschland stammenden Rechtsgrundlagen ist der geographische Rahmen weit gefächert.

(Prof. Dr. Heiner Lück, 21. Oktober 2003)

Informationen zu dem ausführlichen Tagungsprogramm und zu den Referenten im Internet unter
http://www.verwaltung.uni-halle.de/DEZERN1/PRESSE/tagungen/sachsspi.pdf
http://www.verwaltung.uni-halle.de/DEZERN1/PRESSE/tagungen/sachsspi.pdf

Kontakt:
Prof. Dr. Heiner Lück
Tel. 0345-5523200
E-Mail: lueck@jura.uni-halle.de

Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
Tel. 0341 7115313
 
  Ingrid Godenrath, 21.10.2003
 
     
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