Stiftungsprofessur "Rehabilitationsmedizin"
LVA, VDR und MLU unterzeichnen Vertrag

Am Montag, dem 12. Februar 2001, um 10.32 Uhr wurden drei Stifte gezückt, um einen Vertrag zu unterschreiben: Im kleinen Festsaal in der 5. Etage der Hauptverwaltung der Landesversicherungsanstalt Sachsen-Anhalt besiegelten in Anwesenheit von Sozialministerin Dr. Gerlinde Kuppe und Kultusminister Dr. Gerhard Harms die Direktorin der LVA Sachsen-Anhalt Dagmar Lewering, Universitätsrektor Prof. Dr. Wilfried Grecksch und der stellvertretende Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) Dr. Axel Reimann mit ihren Unterschriften den Vertrag zur Errichtung einer rehabilitationswissenschaftlichen Stiftungsprofessur an der Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Zehn Jahre lang wird der neue Lehrstuhl durch LVA Sachsen-Anhalt und VDR finanziert; dann übernimmt ihn die Martin-Luther-Universität.

Die Stiftungsprofessur wird nun regulär ausgeschrieben; der Prodekan der Medizinischen Fakultät Prof. Dr. Thomas Braun und der Arbeitsmediziner Prof. Dr. Wolfgang Slesina rechnen damit, dass die Arbeit zu Beginn des Wintersemesters 2001/02 aufgenommen werden kann. Zum neuen Lehrstuhl, der so der Vorstandsvorsitzende der LVA (Sachsen-Anhalt) Reiner Wolff jährlich mit ca. 330.000 DM gefördert wird, gehören auch noch ein wissenschaftlicher Mitarbeiter und eine Bürokraft.

Medizinische Rehabilitation ist besonders für chronisch Kranke und Behinderte unverzichtbar dennoch finden wir das Fachgebiet bisher an den meisten Medizinischen Fakultäten in Deutschland nicht. So schließt diese hallesche Stiftungsprofessur eine schmerzliche Lücke in Lehre und Forschung auf einem Feld mit wachsendem Bedarf. Sie stellt eine Novität für alle Medizinischen Fakultäten an deutschen Hochschulen und Universitäten dar. Zwar gibt es Institute, An-Institute bzw. Lehrstühle mit derartiger Orientierung schon in Berlin, Freiburg, Ulm, Witten-Herdecke und Würzburg aber in Halle entsteht die erste C4-Professur für Rehabilitationsmedizin. Damit knüpft die Martin-Luther-Universität an einen erst seit wenigen Jahren erkennbaren Trend aktueller Wissenschaftsentwicklung innerhalb der Medizin an und eröffnet auch dem Forschungsverbund Rehabilitationswissenschaften Sachsen-Anhalt / Mecklenburg-Vorpommern neue Möglichkeiten.

Die Stiftungsprofessur ist ein erster Schritt auf dem Weg zur verstärkten Integration der Rehabilitationsmedizin in die universitäre Forschung und Lehre. Universitätsrektor Wilfried Grecksch konstatierte: "Die Notwendigkeit, Leistungen und Möglichkeiten der Rehabilitationsmedizin in Anspruch nehmen zu müssen, kann jeden und jede jederzeit treffen. Das Interesse der Allgemeinheit ist demzufolge groß. Wer mit physischen oder psychischen Krankheitsfolgen bzw. Behinderungen zu kämpfen hat, weiß, wie wichtig jeder Ansatz zu ihrer Bewältigung oder Besserung des Befindens ist. Deshalb soll das rehabilitationsmedizinische Lehrangebot auch in die Aus- und Weiterbildung von Ärzten und in den Studiengang Gesundheits- und Pflegewissenschaft einbezogen werden, um den Stellenwert der Rehabilitation in der ärztlichen Ausbildung spürbar zu erhöhen und so zu ermöglichen, dass dieses spezielle Wissen den Betroffenen schnell und direkt zugute kommt."

Das Engagement der VDR begründete Axel Reimann damit, dass man anhand von Erfahrungen und angesichts der wachsenden Zahl älterer Menschen zu der Erkenntnis gelangt sei, es werde effektiver sein, "statt einzelne Studien zu stützen, eine wissenschaftliche Infrastruktur zu schaffen", die eine dauerhafte Beschäftigung mit rehabilitationsmedizinischen Fragen und die Beseitigung der diesbezüglichen Defizite ermöglichen kann. So wird der künftige Inhaber der Stiftungsprofessur wesentlich zum erwarteten Prosperitäts-Schub für den Forschungsverbund Rehabilitationswissenschaften Sachsen-Anhalt / Mecklenburg-Vorpommern beitragen und eine optimale Kooperation mit allen seinem Lehrstuhl interdisziplinär nahe stehenden Fächern und Kollegen anstreben. Darüber hinaus ist eine Zusammenarbeit mit den Reha-Kliniken im Bundesland Sachsen-Anhalt geplant.

(Dr. Margarete Wein, 12. Februar 2001)

Nähere Informationen:
Prof. Dr. Wolfgang Slesina, Tel.: 0345 / 557 11 60/68, Fax: 0345 / 557 11 65
E-Mail: wolfgang.slesina@medizin.uni-halle.de</P>


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