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  Aktuelle Meldungen und Pressemitteilungen
 
 
Rasterfahndungen:
Mediale und normative Konstruktionen von Krankheit
  19.07.2002
 
Seit dem 11. September 2001 ist das Thema "Rasterfahndung" in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten. Aus einer erweiterten Perspektive griff eine Konferenz, die vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Kooperation mit dem Postdoc-Kolleg "Krankheit und Geschlecht" am Interdisziplinären Zentrum für Frauen- und Geschlechterstudien der Universität Greifswald vom 11. bis zum 13. Juli in Greifswald veranstaltet wurde, diese Thematik auf.

Das Anliegen der Konferenz war es, der konstitutiv-normativen Funktion von Rastern im thematischen Feld 'Krankheit' nachzugehen. Es wurde nach jenen Rastern gefahndet, mit denen Krankheiten erfasst bzw. konstituiert werden. Durch welche Raster – so war zu fragen – werden Krankheiten definiert, klassifiziert, dargestellt? Krankheiten werden damit nicht als anthropologische Konstanten verstanden, sondern als Formationen, die in historischen Kontexten konstruiert und diskursiv verfestigt werden. Sie positionieren den geschlechtlich kodierten Menschen im gesellschaftlichen Geflecht, produzieren Ein- und Ausschlüsse, definieren Hand-lungsräume und erweisen sich als Schauplatz von Körper- und Geschlechterpolitik.

Ausgehend von den aktuellen Debatten um genetisches Screening, um Persönlichkeits-, Risiko- und Krankheitsprofile oder um genetische Dispositionen von menschlichem Verhalten sollten die üblicherweise mit dem Begriff "Rasterfahndung" verbundenen kriminalistischen und juristischen Diskurse in Richtung auf die Konstruktion und Definition von "Krankheit" erweitert werden: In den Blick kamen dabei die aktuellen biometrischen, biopolitischen und medizinischen Debatten.

Außerdem wurde die Perspektive ausgedehnt auf mediale und technische Darstellungsweisen sowie soziologische, historische und ethische Fragestellungen. Die interdisziplinär ausgerichtete Konferenz, auf der u. a. MedizinerInnen, Natur-wissenschaftlerInnen, LiteraturwissenschaftlerInnen und HistorikerInnen ihre Thesen vorstellten, war ein Versuch, das Konzept "Rasterfahndung" als Instrument zur Analyse von Macht- und Wissensformationen sowie von Darstellungs- und Normie-rungsverfahren zur Diskussion zu stellen.

(Dr. Karin Stukenbrock, Dr. Margarete Wein, 19. Juli 2002)

Ansprechpartnerin:
Dr. Karin Stukenbrock
Tel.: 0345 55-73554
Fax: 0345 55-73557
E-Mail: karin.stukenbrock@medizin.uni-halle.de

Informationen:
http://www.medizin.uni-halle.de/geschichte/Geschlecht.html
 
  Dr. Margarete Wein 19.07.2002
 
     
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