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„Die ‚NEUE KREATUR’...
Erinnerung - Erneuerung - Erwartung“

Internationaler Kongress für Pietismusforschung in Halle
 
Vom 28. August bis zum 1. September 2005, im Jahr des 450. Geburtstages von Johann Arndt und des 300. Todestages von Philipp Jakob Spener, findet in Halle (Saale) der II. Internationale Kongress für Pietismusforschung (IZP) "DIE 'NEUE KREATUR' Pietismus und Anthropologie. Erinnerung - Erneuerung - Erwartung" statt.
Federführend in Planung, Organisation und Durchführung ist das Interdisziplinäre Zentrum für Pietismusforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (IZP), unterstützt von der Historischen Kommission zur Erforschung des Pietismus Berlin sowie von den Franckeschen Stiftungen zu Halle. Für die wissenschaftliche Leitung zeichnen Prof. Dr. Udo Sträter und Dr. Erik Dremel (Universität Halle) verantwortlich. Offiziell beginnt die Tagung am 28. August 2005, 18.00 Uhr, mit dem öffentlichen Abendvortrag von Prof. Sträter zum Thema "Anthropologie, Politik und Soziales" im Freylinghausen-Saal der Franckeschen Stiftungen, Franckeplatz 1. Sowohl zu dieser als auch zu den anderen Tagungsveranstaltungen sind alle Interessierten herzlich eingeladen.


Weiterführende Informationen und das detaillierte Programm können unter
http://www.pietismus.uni-halle.de/ikp_de.htm abgerufen werden.

Zur wissenschaftlichen Zielsetzung und Bedeutung des Kongresses
Es herrscht innerhalb der Pietismusforschung Konsens darüber, dass die Erfassung und Erforschung der Phänomene des Pietismus als einer religiös-sozialen Reformbewegung mit weltweitem Wirkungsanspruch nur in interdisziplinärer Arbeit möglich und sinnvoll ist. Immer mehr rücken in der Pietismusforschung die Strukturen und Organisationsformen des Pietismus, seine sozialen und wissenschaftlichen Reformideen wie auch seine kultur- und mentalitäten-geschichtlichen Impulse in den Blick.
Ist der Pietismus ursprünglich eine religiöse Erneuerungsbewegung, ging es ihm keineswegs nur um „Innerlichkeit“: Das Anliegen, religiös-soziale Reformen durchzusetzen, hatte weittragende politische und wirtschaftliche Dimensionen, mit signifikanten strukturellen und institutionellen Folgeerscheinungen. Unübersehbar sind die Wirkungen des Pietismus auf Medizin und Pharmazie, Pädagogik und den akademischen Unterricht und sehr deutlich auf Literatur, Bildende Kunst und Musik. Hinter diesen Wirkungen und Ausstrahlungen des Pietismus stehen komplexe mentale Konzepte vom Menschen, die für das 18. Jahrhundert bemerkenswert innovativ waren. Diese anthropologischen Konzepte - die der Pietismus zum Teil selbst entwickelt und formuliert hat, zum Teil rezipiert hat - sind ein maßgeblicher Beitrag zur „anthropologischen Wende“ im 18. Jahrhundert. So ist mit dem im Kongresstitel zitierten neutestamentlichen Bibelwort von der "Neuen Kreatur" die Erschließung und Konturierung dieser anthropologischen Konzepte angesprochen.

Die thematische Fokussierung des Kongresses auf das Verhältnis des Pietismus zur kulturellen Anthropologie im Zeitalter der europäischen Aufklärung trägt dem aktuellen breiten Interesse an deren Konzepten in den Human- und Kulturwissenschaften Rechnung. Dieses Interesse beruht auf der systematischen Komplexität und historischen Bedeutung des Einwirkens pietistischer Konzepte auf die Geistesgeschichte des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. Auch der Ort des Kongresses, Halle, ist für die nachbarschaftliche Nähe von Aufklärung und Pietismus wie auch von Aufklärungsforschung und Pietismusforschung bedeutsam. Der in Halle naheliegende Dialog mit der Aufklärungsforschung wird durch diesen Kongress nachhaltig vertieft und intensiviert. Zur Veranstaltung werden zirka 200 in- und ausländische Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet, die unter anderem aus den USA, Kanada, den Niederlanden, Dänemark, Frankreich, der Schweiz, Italien, Estland, Ungarn und Polen anreisen.

Der Kongress steht in räumlicher wie inhaltlicher Nähe zu den sanierten und wieder belebten Franckeschen Stiftungen - der Gründungsstätte des hallischen Pietismus - als einer sozialen und pädagogischen, wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtung von historisch wie gegenwärtig internationaler Ausstrahlungskraft. Immer stärker werden Bibliothek und Archive der Franckeschen Stiftungen (auch mit ihren Sondersammelgebieten zur Pietismusforschung) zu einem Anziehungspunkt für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt. Vor allem auch die Einbindung osteuropäischer Forschungen ist für einen künftig noch internationaler zu gestaltenden wissen-schaftlichen Diskurs äußerst bedeutsam. Die Referate und Vorträge des Kongresses werden in einem Sammelband publiziert.

Kontakt:
Wissenschaftliche Betreuung
Dr. Erik Dremel
Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung
der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
06099 Halle/Saale
Tel.: 0345 55-23072
Fax: 0345 55-27238
E-Mail: erik.dremel@theologie.uni-halle.de

Organisatorische Betreuung:
Annegret Jummrich
Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung
der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
D-06099 Halle (Saale)
Tel. 0345 55-23071
Fax. 0345 55-27238
E-Mail: annegret.jummrich@pietismus.uni-halle.de

Erläuterungen
Johann Arndt (1555-1621) geboren in Ballenstedt (Anhalt) studierte in Wittenberg, war als Pfarrer in mehreren Gemeinden tätig und kam schließlich nach Braunschweig. Hier veröffentlichte er 1605 sein Buch "Vom wahren Christentum", das in der evangelischen Christenheit als erstes lutherisches Andachtsbuch begeistert aufgenommen wurde.

Philipp Jakob Spener (1635-1705) studierte in Straßburg Theologie und übernahm bereits mit 31 Jahren das höchste geistliche Amt in Frankfurt - Oberpfarrer der Barfüßerkirche. Hier lernte er die kirchlichen Verhältnisse kennen und mit scharfem Blick zu analysieren. 1675 formulierte er einige "Fromme Wünsche", "Pia desideria" - als Untertitel der berühmten Schrift: "Herzliches Verlangen nach gottgefälliger Besserung der wahren Evangelischen Kirche". Ursprünglich nur als Vorwort zu einer Predigtsammlung erschienen, fanden die "Pia desideria" bald enormen Widerhall und machten Spener zu einer der Gründergestalten des Pietismus. 1686 erfolgte die Berufung als kursächsischer Oberhofprediger nach Dresden und 1691 als Probst und Konsistorialrat nach Berlin, von wo aus er maßgeblichen Einfluss auf die Gründung der Universität Halle-Wittenberg (1694) nahm.
 
  Ingrid Godenrath, 23.08.2005
 
     
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