Hallesche Studenten untersuchten
Böden und Ökosysteme auf den Philippinen

Zum achten Mal fand der internationale Workshop zum Thema "Tropical Ecology" vom 9. bis 20. April 2001 auf Leyte, einer Insel der Philippinen, statt. Organisiert wird er vom Institut für Pflanzenproduktion der Tropen und Subtropen der Universität Hohenheim, dem Institut für Bodenkunde und Pflanzenernährung der Martin-Luther-Universität und dem Institute of Tropical Ecology des Visayas State College of Agriculture (ViSCA), dessen Campus auch der Ort des Geschehens war.

Ziel des Workshops ist es, die Vernetzung zwischen verschiedenen Ökosystemen und deren gegenseitige Beeinflussung aufzuzeigen. Hieraus werden dann Konzepte für eine tragfähige und lebenswerte Landschaft abgeleitet, die für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischfang genutzt werden kann. Neben diesen naturwissenschaftlichen Zielen steht auch besonders die interkulturelle Kommunikation zwischen den Workshopteilnehmern im Vordergrund.

Der Workshop gliedert sich in drei Programmpunkte: Die ersten Tage sind mit Einführungen in die einzelnen Ökosysteme wie die marinen Lebewelten oder die Agroökosysteme ausgefüllt. Die hier vermittelten Informationen werden in den folgenden Tagen "im Gelände" mit eigenen Untersuchungen hintersetzt. Dieser Teil nimmt dann den größten Platz im Programm ein. Der dritte Punkt ist eine eigenständige Gruppenarbeit unter Anleitung eines Dozenten zu einem bestimmten Thema, indem die erhobenen Daten ausgewertet und Schlussfolgerungen gezogen werden. So standen neben dem Thema "Böden tropische Inseln" noch die Agroökosysteme, der Regenwald und die sozio-ökonomische Problematik zur Auswahl.

Gemeinsamer Standort war für alle Arbeitsgruppen der Lake Danao im Norden der Insel Leyte. Die Bodengruppe beschäftigte sich dort unter Anleitung von Prof. Dr. Reinhold Jahn mit der Auswirkung der Landnutzung und des Reliefs auf die Bodeneigenschaften und deren Nutzungspotential. Die Ergebnisse wurden zu einem wissenschaftlichen Bericht verarbeitet, der zusammen mit den anderen Beiträgen veröffentlicht wird.

Zum Abschluss präsentierten sich die einzelnen Grup-pen mit ihren Ergebnissen und stellten diese zur Diskussion. Es bestand sowohl die Möglichkeit als auch die Notwendigkeit, seine Englisch-Kenntnisse zu überprüfen. Andererseits hatte man aber auch die faszinierende Möglichkeit, die Tropen einmal mit eigenen Augen zu sehen und zu erleben! Innerhalb kürzester Zeit wurden uns viele wesentliche Ökosysteme vor Augen geführt, von denen hier stellvertretend Regenwald, Mangroven und Korallenriffe genannt werden sollen. Außerdem haben wir die Menschen kennen und schätzen gelernt, wenn auch einiges gewöhnungsbedürftig war. So begann der Workshop mit einem Begrüßungsabend, während dessen Verlauf wir einen Programmpunkt gestalten sollten. Sehr beliebt sind bei solchen Anlässen Karaoke-Einlagen oder ähnliches. Ebenso unterhaltsam und abwechslungsreich gestaltete sich der Abschlussabend. Doch da war es nicht mehr so überraschend, weil man bis dahin schon viele abendliche Gesangsrunden miterlebt hatte und mit den Sitten und Gebräuchen des Landes etwas vertrauter war. Bei näherer Betrachtung kann man von der dortigen Lebenseinstellung nur lernen, und wir hoffen, dass wir der herzlichen Gastfreundschaft gerecht geworden sind.

(Dr. Margarete Wein / Inke Forbrich [Studentin der Geographie], 17. September 2001)

Nähere Informationen:
Institut für Bodenkunde und Pflanzenernährung der MLU
Prof. Dr. Reinhold Jahn
Tel.: 0345 / 552 25 30/31, Fax: 0345 / 552 71 16
E-Mail: jahn@landw.uni-halle.de


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