Tagung der Pharmazeutischen Gesellschaft

Die "besondere Ware" Arzneimittel transparent machen

Fachvorträge namhafter Experten aus Europa und Übersee

"Die wissenschaftliche Pharmazie im neuen Jahrtausend - Trends, Entwicklungen, Highlights" lautet das Thema der Jahrestagung der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG), die erstmals nach der Wende vom 10. Oktober bis 13. Oktober 2001 in Halle, an der Martin-Luther-Universität im Melanchthonianum, Universitätsplatz 8/9, durchgeführt wird. Begleitet von Vor- und Nachsymposien, findet die offizielle Eröffnung am 12. Oktober, 13:00 Uhr, im Hörsaal XX des Veranstaltungsortes statt. Zum Tagungspräsidenten wählte die DPhG Prof. Dr. Peter Kleinebudde (Uni Halle) und mit der Organisation und Ausgestaltung der Tagung wurde der Fachbereich Pharmazie der Martin-Luther-Universität beauftragt.

Die DPhG versteht sich als eine wissenschaftliche Gesellschaft, in der alle pharmazeutischen Teildisziplinen vertreten sind . Zur diesjährigen Jahrestagung werden mehr als 500 Apotheker-Innen in Halle erwartet. Das wissenschaftliche Programm wird sowohl dem anspruchsvollen Motto als auch der breiten Fächerstruktur der Pharmazie gerecht. International bekannte Experten aus den USA, den Niederlanden, Japan und Deutschland konnten für die Plenarvorträge gewonnen werden.
Prof. Wolfgang Sadée aus San Francisco wird in seinem Vortrag die Entschlüsselung des menschlichen Genoms als Wende in Medizin und Pharmazie beschreiben. In weiteren Vorträgen geht es um die Notwendigkeit einer geeigneten Arzneiform - der "Verpackung" von wirksamen Arzneistoffen, über Trends und Perspektiven in der hormonellen Empfängnisverhütung sowie um die Möglichkeiten und Herausforderungen durch die molekulare Medizin. Das Thema "Nachhaltige Sicherung der globalen Lebensmittelproduktion im Spannungsfeld von Überleben, Genuss und Gesundheit" beschließt das Plenarprogramm.
Dieses Angebot wird durch über 250 Poster- und Diskussionsbeiträge ergänzt, die vielfältige Aspekte rund um die besondere Ware "Arzneimittel" ausleuchten. Im Rahmen der Jahrestagung, die sich auch als eine Leistungsschau der deutschen Pharmazie versteht, offerieren die Fachgebiete Pharmazeutische Chemie, Pharmazeutische Technologie, Pharmakologie, Pharmazeutische Biologie und Klinische Pharmazie werden ihre aktuellen Forschungsergebnisse. Auf diese Weise repräsentiert das diesjährige Programm den nahezu einmaligen interdisziplinären Charakter der Pharmazeutischen Wissenschaften.
Dazu DPhG-Präsident Prof. Theo Dingermann: "Gerade diese Interdisziplinarität macht einen Teil der Faszination 'Pharmazie', und der Faszination 'Arzneimittel' aus".

Die Vor- und Nachsymposien der einzelnen Fachgruppen und Arbeitsgemeinschaften verfolgen das Ziel, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Pharmazie in die Praxis einzubringen. Zumindest an dieser Stelle dürften sich auch diejenigen PharmazeutInnen angesprochen fühlen, die sich nicht der reinen Wissenschaft, sondern der "Praxis" zuordnen. Wichtige Themen der Symposien sind unter anderem die Pharmazeutische Betreuung, z. B. bei Beratungsgesprächen in der Apotheke, die Möglichkeiten der Insulinbehandlung, neue bioanalytische Verfahren oder die Entwicklung vom Pflanzenextrakt zum Phytopharmakon.

Schon vor den Ereignissen um das Medikament Lipobay, die in der Öffentlichkeit für nachhaltige Diskussionen sorgten, war als Programmpunkt ein Symposium zu Arzneimittelwechselwirkungen fest eingeplant. Diese wichtige Veranstaltung ist für den 11. Oktober, 9:00 Uhr vorgesehen. Der Geschichte der Pharmazie in Halle widmet sich am gleichen Tag ein Symposium, das 9:30 Uhr beginnt. Anschließend wird (auf Vorschlag der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt) 12:15 Uhr, am Gebäude Große Ulrichstr. 35, eine Gedenktafel für Prof. Franz-Wilhelm Schweigger-Seidel (1795-1838) enthüllt, der 1829 das erste Pharmazeutische Institut in Halle begründete.
Die Jahrestagung klingt mit dem Nachsymposium "Tag der Offizinpharmazie" aus, das gemeinsam mit der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt organisiert wurde und als ein Podium für die ApothekerInnen aus den öffentlichen Apotheken gedacht ist.

(Prof. Dr. Peter Kleinebudde, 4. Oktober 2001)

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Peter Kleinebudde
Tel.: (0345) 55 251 67
Fax: (0345) 55 272 92
E-Mail: kleinebudde@pharmazie.uni-halle.de


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