homesucheuebersicht
   


zur Universität
zur Verwaltung

mitarbeiter
aktuellemeldungen
experten
tagungen
unizeitung
journal
pressespiegel
zeitungen
veranman
infodienst
idwpresse
externelinks
design
richtlinien
hinweise
 
  Aktuelle Meldungen und Pressemitteilungen
 
 
Im Rahmen der Dienstagsvorträge des Orientwissenschaftlichen Zentrums (OWZ)
findet am 10.10.06 um 18.15 Uhr der Einführungsvortrag "Land für Inneren Frieden" statt
  9.10.2006
 

Land für Inneren Frieden.
Zur Frage der Besoldung von Militärsklaven im islamischen Mittelalter Im Rahmen der Dienstagsvorträge spricht Dr. Albrecht Fuess vom Seminar für Religionswissenschaft/ Lehrstuhl Islamwissenschaft der Universität Erfurt.

Der Referent:
Albrecht Fuess studierte in Köln, Kairo, Beirut und London Geschichte und Islamwissenschaft. Er promovierte Ende 2000 in Köln mit einer Arbeit zur Geschichte des östlichen Mittelmeerraums im Mittelalter (Verbranntes Ufer. Auswirkungen mamlukischer Seepolitik auf Beirut und die syro-palästinensische Küste (1250-1517), Leiden: Brill 2001). Nach Tätigkeiten als Journalist in der Auslandsredaktion des ZDF ist er seit 2002 als Wissenschaftlicher Assistent am Seminar für Religionswissenschaft /Lehr-stuhl Islamwissenschaft der Universität Erfurt tätig. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Geschichte des östlichen Mittelmeerraumes und des Nahen Ostens im Mittelalter und der Frühen Neuzeit (13.-16. Jahrhundert). Zusätzlich beschäftigt er sich mit dem Themenkreis "Muslime in Europa", wobei ein besonderes Augenmerk auf der Situation in Frankreich und Deutschland liegt.

Das Thema:
Frühislamische Armeen besoldeten die Kalifen aus der Beute und aus direkten Steuererträgen des Staates. Gleichzeitig verteilte man darüber hinaus Land an muslimische Notabeln. In Zeiten wachsender Krisen des islamischen Großreichs, die auch die geregelten Steuereinnahmen erfassten, ging man dann dazu über, Offizieren und Soldaten nicht mehr direkt das Land, sondern nur noch dessen Steuereinahmen zu übertragen. Das Land, auf dessen Einkünfte der Soldat Anspruch hatte, nannte man dabei auf Arabisch iqta' (Lehen/ Militärbenefizium). Untrennbar mit dieser Entwicklung verbunden war die zeitgleich stattfindende radikale Veränderung im Heerwesen. Die alten beduinischen arabischen Heere der Frühzeit hatten schon lange ihr militärisches Primat verloren. Ab dem 9. Jahrhundert bildete sich dann die Militärinstitution heraus, die die Zusammensetzung muslimischer Heere und die Art ihrer Besoldung entscheidend bestimmen sollte, nämlich die Militärsklaverei. Die Militärsklaven (Mamluken) erwarb man vor allem aus Gebieten der Peripherie des Reiches. Vorzugsweise kaufte man türkische Militärsklaven, die nach dem Abschluss ihrer Ausbildung und der damit verbundenen Freilassung fast ausschließlich durch das iqta'-Wesen besoldet wurden. Der Vortrag soll die Entwicklung und Bedeutung des iqta'-Systems bei der Besoldung muslimischer Soldaten in der islamischen Geschichte nachzeichnen und die erfolgreiche Verbindung darstellen, die diese Art der Besoldung mit dem Phänomen der Militärsklaverei einging.



Weitere Vorträge der Dienstagsreihe des OWZ:

14. November 2006
In Kooperation mit dem Leopold-Zunz-Zentrum
Prof. Dr. Avinoam Shalem (Institut für Kunstgeschichte, Universität München)
Manipulationen des Sehens in den Audienzhallen des frühen Islam
Melanchthonianum, Hs XVI, Universitätsplatz 8/9, 06108 Halle

12. Dezember 2006
Rahmenthema "Allianzen, Netzwerke, Parteiungen"
Dr. Filiz Kiral (Orient-Institut Istanbul)
Die Chaladsch: eine geheimnisvolle türkische Minderheit in Iran
OWZ, Mühlweg 15, SR I

09. Januar 2007
Dr. Asma Hilali (Graduate School Asia and Africa in World Reference Systems, Halle)
Types of discourse and authority of prophetic traditions in Islam.
OWZ, Mühlweg 15, SR I

 

Kontakt:
Dr. Hanne Schoenig

Tel: 0345 552 4081
Fax: 0345 552 7299
E-Mail an Dr. Schoenig
Website der OWZ (= Orientwissenschaftliches Zentrum).
Aktuelles Programm

(Dr. Hanne Schönig)
 
  Dmitrij Wilms, 9.10.2006
 
     
  Copyright       Disclaimer       Impressum       Kontakt
© 2002 Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg