Orientwissenschaftliches Zentrum
wird eingeweiht


Kleinod im Mühlweg erwartet Wissenschaftler aus aller Welt

Am Mittwoch, dem 13. März 2002, um 18.00 Uhr, wird das Orientwissenschaftliche Zentrum (OWZ) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eingeweiht. Es ist die nach ihrem ersten Besitzer (Rechtsanwalt Dr. Hermann Kaehne) benannte "Villa Kaehne" im Mühlweg 15. 1901/02 nach einem Entwurf der Architekten Albert und Ernst Giese erbaut, wechselte sie im Lauf der Jahrzehnte viele Male den Besitzer, bis die letzte Erbin sie 1973 an die hallesche Universität verkaufte, die das prächtige Gebäude lange Jahre als Gästehaus nutzte. 1993 wurden Villa und Grundstück vom Land Sachsen-Anhalt gekauft.

Der Direktor des
Orientwissenschaftlichen Zentrums,
Prof. Dr. Stefan Leder,
in seiner bibliophilen Schatzkammer
im Kellergeschoss

Foto: Bauer (MZ)

Seit kurzem ist im Mühlweg das OWZ zu Hause. Hier werden interdisziplinäre und gegenwartsbezogene Aspekte der Arbeit orientwissenschaftlicher und thematisch verwandter Einrichtungen der Universität (Institute und Seminare für Orientalistik, Arabistik, Islamwissenschaft, Christlicher Orient, Judaistik/Jüdische Studien, Orientalische Archäologie, Indologie, Südostasienwissenschaften, Japanologie) gefördert und in gemeinsamen Veranstaltungen und Forschungsprojekten koordiniert. Über die inneruniversitäre und regionale Perspektive hinaus wird internationale Vernetzung angestrebt. Kooperationen und Wissenschaftsaustausch mit in- und ausländischen Institutionen sowie die Einrichtung von Gastprofessuren sind geplant. Schließlich wird, neben universitärer Forschung und Lehre, die Öffentlichkeit angesprochen und informiert.

Die Einweihungsfeier beginnt mit Grußworten des Staatssekretärs Dr. Wolfgang Eichler vom Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, des Kanzlers der Martin-Luther-Universität Wolfgang Matschke und des Direktors der Universitäts- und Landesbibliothek Dr. Heiner Schnelling. Anschließend erzählt Prof. Dr. Arafa Mustafa (Professor für Semitistik am Institut für Orientalistik) seine "Geschichte der Villa Kaehne"; Prof. Dr. Stefan Leder, der Geschäftsführende Direktor des OWZ, stellt dieses "Haus mit vielen Ecken" vor.

Außerdem zeigen die halleschen Orientalisten ihre Weltoffenheit: Eine Posterpräsentation gibt Einblicke in die Geschichte der halleschen Orientwissenschaften. Anhand eindrucksvoller schriftlicher Zeugnisse und Bildmaterialien wird die Beschäftigung berühmter Orientalisten verschiedener Fachrichtungen mit den orientalischen Kulturen dokumentiert. Im übrigen stehen im OWZ nunmehr mehrere einschlägige Bibliotheken an einem Ort für wissenschaftliche Arbeit bereit: die Bibliothek der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, das Sondersammelgebiet "Vorderer Orient und Nordafrika" der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die Orientbestände der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt und die Bibliothek des Instituts für Orientalistik.

Überdies dürfte es interessant sein, dass neben den direkt zum OWZ gehörenden Bereichen einige weitere Einrichtungen assoziiert wurden: das Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, das MESROP-Zentrum für armenische Studien (an der Leucorea in Wittenberg), das Seminar für Konfessionskunde der Orthodoxen Kirchen sowie das Dr. Johannes-Lepsius-Archiv der Theologischen Fakultät und das Institut für Indogermanistik/Allgemeine Sprachwissenschaft.

(Dr. Margarete Wein, 8. März 2002)

Nähere Informationen:
Dr. Hanne Schönig, Telefon: 0345 5524081 Fax: 0345 5527299
E-Mail: schoenig@owz.uni-halle.de
Internet:
http://www.owz.uni-halle.de/


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