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"ÜBER DAS GELBE VOM EI"
Vorösterliches an der MLU: Kurzweiliger Vortrag und Eier-Schau
 
Eine beliebte Veranstaltungsreihe geht in eine neue Runde: Die Sommerakademie der Zoologischen Sammlungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist ein Mix aus Kultur, Bildung und Unterhaltung für kleine und große Leute. Traditionell steht die Eröffnungsveranstaltung unter einem österlichen Thema. Präsentiert wird am Sonntag, 1. April 2007, das kleinste Vogelei der Welt, aber auch ein großes Straußenei, eine echte Herausforderung für den Osterhasen. Geklärt werden auch die Fragen, wo man am besten die Eier versteckt und wie man sie aufisst.

Aus dem Fachbereich Zoologie wird der bekannte Insektenforscher Prof. Dr. Hans Jörg Ferenz in einer kurzweiligen Einführung „Über das Gelbe vom Ei“ berichten. Er thematisiert mythische, biologische, physiologische und kulinarische Aspekte. Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit, sich Hunderte Vogeleier aus der sonst der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Eiersammlung anzusehen und sich dort vielleicht für das kommende Osterfest Anregungen zu holen. Aus der wertvollen Australiensammlung zeigen die Zoologischen Sammlungen ein eierlegendes Säugetier. Beantwortet wird die Frage: „War das Schnabeltier für die Wissenschaft vor 150 Jahren ein Fabelwesen oder eine echte Sensation?“ Zudem können die Besucher auch eine echte lebende Eierschlange bestaunen.


Eine Hühnerfamilie (Bankiva-Huhn, Stammform unserer Haushühner) und das Ei des ausgestorbenen Madagaskar-Straußes.
Die Eiersammlung konnte 1961 vom bekannten Eierforscher Max Schönwetter erworben werden. Zu diesem Zeitpunkt umfasste sie 19.206 Exponate von 3.839 Vogelarten. Seitdem ist sie durch zahlreiche Exponate noch beträchtlich erweitert und durch Nestaufsammlungen ergänzt worden. Gezeigt wird das kleinste Vogelei der Sammlung, der Bienenelfe. Es ist erbsengroß, ca. fünf Millimeter lang und wiegt minimal 0,25 Gramm. Das voluminöse Kolibrinest hat innen lediglich drei bis vier Zentimeter Durchmesser. Das größte Vogelei stammt vom Afrikanischen Strauß, ist 11 mal 14 Zentimeter groß und wiegt bis zu 1,6 Kilogramm. Noch größer war das Ei des vor über 300 Jahren ausgestorbenen Madagaskar-Straußes: 30 mal 23 Zentimeter . In der Sammlung ist eine Nachbildung des letzten gefundenen Exemplars zu sehen. Das Volumen von acht Litern entspricht dem von 148 Hühnereiern. Als Osterei eine echte Herausforderung für den Osterhasen...

Die Kloakentiere sind innerhalb der Säugetiere eine kleine isoliert stehende Gruppe aus der australischen Fauna. Sie besitzen einige ursprüngliche Merkmale, die oft noch an Reptilien erinnern. Dazu zählt auch die Fähigkeit Eier zu legen. Die Gelege des in Ost-Australien beheimateten Schnabeltieres, lateinisch Ornithorhynchus anatinus, bestehen aus bis zu drei rundlichen Eiern, die bis zum Schlupf der Jungen vom Weibchen bebrütet werden. Später werden die Jungen mit Milch ernährt.


Ein Schnabeltier aus den Zoologischen Sammlungen.
Eierfressende Schlangen gibt es unter den Reptilien eine ganze Reihe. Die Königsnattern, lateinisch Lampropeltis sind in Nordamerika weit verbreitet. Ihre Hauptnahrung sind kleine Reptilien und Säugetiere, einige Arten fressen auch Eier. Viele Königsnattern sind bizarr geringelt in den Farben gelb-(weiß)-rot-schwarz und ahmen so die giftigen Korallenschlangen nach, obwohl sie selbst völlig harmlos sind. Achim Wolf von der Stadtgruppe Reptilia der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde aus Halle hält solche Königsnattern und wird nach dem Einführungsvortrag eine lebende Schlange ausstellen.

Die Veranstaltungsdaten:
Die Veranstaltung am Sonntag, 1. April, beginnt um 10: 30 Uhr im Konferenzraum des Bereiches Zoologie/Institut für Biologie, Domplatz 4 (Einlass ab 10 Uhr). Der Vortrag dauert etwa 45 Minuten, anschließend können die Sonderausstellung und die Vogelsammlung des Institutes besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Vorinformation über weitere Veranstaltungen der Sommerakademie:
Sonderschauen „Nützlinge und weniger beliebte Tiere im Garten?“ und eine Präsentation lebender „Schlangen Deutschlands“, letztere gemeinsam mit der Stadtgruppe Reptilia der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde, im Rahmen der Museumsnacht der Stadt Halle am 12. Mai 2007, Bereich Zoologie, Domplatz 4

Sonderschau zum Thema „Geschichte der Zoologie in Halle“ am Tag des offenen Denkmals am 9. September 2007, Großer Hörsaal des Bereichs Zoologie, Domplatz 4, Einlass 10 Uhr, Beginn des Vortrages um 10 Uhr, Führungen zur vollen Stunde um 10 Uhr, 11 Uhr, 12 Uhr und 13 Uhr durch die Wirbellosen-Sammlung des Bereichs Zoologie

Ansprechpartner:
PD Dr. Wolf-Rüdiger Große
Tel.: 0345 55 26438
E-Mail: wolf.grosse@zoologie.uni-halle.de

Weitere Informationen im Internet:
http://www2.biologie.uni-halle.de/zool/coll/spez/spez_main.htm

 
  Carsten Heckmann, 21.03.2007
 
     
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