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HEISENBERG-STIPENDIUM AN ERFOLGREICHE BIOCHEMIKERIN VERLIEHEN
 
Mit dem Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wurde im Dezember 2004 PD Dr. Antje Ostareck-Lederer (40) ausgezeichnet.

Die Wissenschaftlerin forscht und lehrt seit 2003 am Fachbereich Biochemie/Biotechnologie (Institut für Biochemie) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und erhält das Stipendium für ihre überaus erfolgreichen Arbeiten zur Regulation der Proteinsynthese. Die Laufzeit beträgt zunächst drei Jahre und kann auf fünf Jahre verlängert werden. Im Zusammenhang mit dem Heisenberg-Stipendium bewilligte die DFG außerdem einen Sachmittelantrag, der unter anderem die Finanzierung von zwei Doktoranden für drei Jahre beinhaltet. Für Dr. Antje Ostareck-Lederer geht damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. „Mit dem Heisenberg-Stipendium und der Sachmittel-Finanzierung ist es mir jetzt möglich, eine unabhängige, eigenständige Arbeitsgruppe aufzubauen.“

Forschungen auf dem Gebiet der Proteinsynthese haben bewiesen, dass die Übersetzung der genetischen Information der Zelle in die Aminosäuresequenz von Proteinen durch spezifische Proteine reguliert wird. "Die Frage, welche Bedeutung die chemische Modifizierung dieser regulierenden Proteine durch zelluläre Enzyme für ihre Funktion hat, wird Gegenstand unserer Untersuchungen sein" erläutert Dr. Ostareck-Lederer, die sich im Januar 2005 im Fach Biochemie habilitierte und die Lehrbefugnis (venia legendi) erworben hat, das Forschungsprogramm der Arbeitsgruppe. "Wir wollen herausfinden, wie chemisch veränderte Aminosäuren die Struktur der betreffenden Proteine und ihre Wechselwirkung mit anderen Molekülen beeinflussen. Derartige Modifikationen von Proteinen sind zum Beispiel bei der Entwicklung und Optimierung medizinischer Wirkstoffe von Bedeutung."

Die Untersuchung der komplexen molekularen Prozesse, welche die Information, gespeichert in der DNA im Zellkern jeder Zelle, regulieren, ist nicht nur aus molekularbiologischer oder biochemischer Sicht interessant, sondern auch von großer medizinischer Bedeutung. Die Synthese bestimmter Proteine, die für die Funktion der verschiedenen Zelltypen, die unterschiedliche Gewebe bilden, wichtig sind, muss spezifisch reguliert werden. Erkrankungen sind oft auf eine Fehlregulation der Synthese zellspezifischer Proteine zurückzuführen.
Informationen über die spezifischen Mechanismen der Regulation der Translation und damit der Proteinsynthese können zur Entwicklung von Wirkstoffen beitragen, die zur Kompensation oder Korrektur einer fehlerhafte Regulation direkt im Zielgewebe Verwendung finden.
Derartige therapeutische Strategien können sehr effektiv sein und sind, aufgrund der Selektivität der Wirkstoffe für zellspezifische Mechanismen, nur gegen die Zellen gerichtet, in denen die Störung der Proteinsynthese vorliegt.

Der wissenschaftliche Werdegang der Stipendiatin begann 1985 mit dem Studium der Biochemie und Molekularbiologie an der Sektion Biologie der Humboldt-Universität zu Berlin, das sie 1990 abschloss. Unterstützung und Förderung erhielten ihre hervorragenden Forschungs-arbeiten zur „Translationsregulation während der Entwicklung der roten Blutzellen“ durch Stipendien des Boehringer-Ingelheim-Fonds (1993-1995), der European Molecular Biology Organi-sation (EMBO, 1994, 1995-1997) und der Deutschen Akademie der Naturforscher LEOPOLDINA (1999-2001). 1995 wurde sie an der Humboldt Universität mit dem Prädikat "magna cum laude" promoviert, die Dissertation brachte ihr wiederum eine Auszeichnung ein - den Humboldt-Preis. Ihre exzellenten Leistungen ermöglichten Dr. Antje Ostareck-Lederer Forschungsaufenthalte in renommierten wissenschaftlichen Einrichtungen, unter anderem in Cambridge/Großbritannien, in Heidelberg und in Seattle/USA. Die dort gewonnenen Ergebnisse bildeten die Basis für Veröffentlichungen in so bekannten Zeitschriften wie Cell, EMBO-Journal, Nature Cell Biology, Molecular and Cellular Biology und Human Molecular Genetics.
Als 2001 am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg das Unternehmen Anadys Pharmaceuticals Europe gegründet wurde, bot sich für die Biochemikerin die einmalige Gelegenheit, als Principal Scientist eine Abteilung zur Untersuchung der Translation von Hepatitis C-Virus Proteinen aufzubauen. Hier konnte sie ihre wissenschaftliche Expertise einbringen und um wichtige Aspekte erweitern.
Seit 2003 forscht Frau Dr. Ostareck-Lederer am Institut für Biochemie des Fachbereiches Biochemie/Biotechnologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Das Heisenberg-Programm
Aufgrund von Empfehlungen des Wissenschaftsrats wurde das „Heisenberg-Programm“ 1977 zur Sicherung des Hochschullehrer-Nachwuchses initiiert. Das Konzept ermöglicht "den am besten qualifizierten berufbaren WissenschaftlerInnen, an einem Ort der eigenen Wahl zu forschen und zusätzliche Qualifikationen zu erwerben, die sie auf ihre wissenschaftliche Leitungsfunktion vorbereiten."

Kontakt:
PD Dr. Antje Ostareck-Lederer
Tel.: 0345 55-24949
E-Mail: aostareck@biochemtech.uni-halle.de
 
  Ingrid Godenrath, 17.02.2005
 
     
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