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BILDUNG ZWISCHEN TRADITION UND MODERNE
Neue Publikation des Orientwissenschaftlichen Zentrums der MLU
 
Die „Bildungsformen und Bildungsträger zwischen Tradition und Moderne“ sind das Thema einer neuen Publikation des Orientwissenschaftlichen Zentrums (OWZ) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, herausgegeben von Prof. Dr. Stefan Leder und Dr. Hanne Schönig. Verglichen wird mit einer historischen Perspektive die Bildung in den Gesellschaften des vorkolonialen Indien, Ost-Turkestans, Kenias und des Nahen Ostens. Bei allen Unterschieden tritt dabei viel Verbindendes hervor.

Konzepte, Ziele und Methoden von Bildung stehen in jeweils spezifischen historischen Bezügen, aus denen sich auch Inhalte und Formen der Institutionalisierung oder informellen gesellschaftlichen Verortung bestimmen. Dass Bildung in den Gesellschaften des vorkolonialen Indien, Ost-Turkestans, Kenias und des Nahen Ostens ganz unterschiedlichen Bedeutungszusammenhängen unterliegt, kann daher nicht verwundern. Um das Thema Bildung in diesen Gesellschaften geht es in dem neuen Band der Reihe „Orientwissenschaftliche Hefte“ des Orientwissenschaftlichen Zentrums (OWZ) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er trägt den Titel „Bildungsformen und Bildungsträger zwischen Tradition und Moderne“.

Die Wissensbegriffe und sozialen Gefüge, welche im Zusammenhang des alt-indischen Veda (wörtlich: Wissen) Geltung hatten, trennt ein enormer zeitlicher und konzeptioneller Abstand von neuzeitlichen Reformansätzen und Veränderungen, die unter den Muslimen in Ost-Turkestan (Xinjiang) und Kenia, im christlich-arabischen und schiitisch-muslimischen Nahen Osten erfolgten. Doch tritt selbst hier das Verbindende hervor: die Selbstreflexivität von Bildung; die Konstanz von Erneuerungsbewegungen, die dem Zusammenhang mit konkurrierenden Überzeugungssystemen geschuldet ist, wie der symbolische Wert, den Gesellschaften Bildung und ihren Repräsentanten, oftmals in enger Verknüpfung mit sakralen Bedeutungen und Funktionen, zumessen.

Der heuristische Wert des Vergleichs, zu dem dieser Band herausfordert, bleibt evident. Besonders eindrücklich erscheint dabei, dass mit der Ausweitung des Einflusses neuzeitlicher Gravitationszentren - Europa, aber interessanterweise auch China - in unterschiedlichen Konstellationen auch eine Intensivierung von Wechselwirkungen aufgekommen zu sein scheint, welche translokale Binnenverflechtungen zum Beispiel in der islamischen Welt und damit eine indirekte, in das Eigene hineinversetzte Aufnahme der von außen induzierten Modernisierungsimpulse förderte. Die Unterscheidung von außen und innen, von „fremd“ und „eigen“ zerrinnt dabei und legt den Blick frei auf Wandlungsprozesse, die Rezeption, Adaptation und Innovation vereinen. Diese historische Perspektive, die in mehreren Beiträgen angelegt ist, hat eine grundsätzliche Dimension. Zu rasch werden kategoriale Unterscheidungen, die für eine typologische und philosophische Betrachtungsweise weiterhin einen Erkenntniswert behalten mögen, wie religiös und säkular, traditionell und modern, auf die Beschreibung von Verhältnissen angewendet, welche sich einer abstrakten, polaren Sichtweise entziehen, weil sie in jeweils eigener Weise Elemente aus beiden Kategorien mischen. Dieser grundsätzlichen Einsicht sind alle hier versammelten Beiträge verpflichtet.

Stefan Leder, Hanne Schönig (Hrsg.):
Bildungsformen und Bildungsträger zwischen Tradition und Moderne
Orientwissenschaftliche Hefte 22/2007, hrsg. vom Orientwissenschaftlichen Zentrum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
ISSN 1617-2469, 100 S., 9 EUR

Weitere Informationen im Internet:
http://www.owz.uni-halle.de/publika_owh.php

Ansprechpartnerin:
Dr. Hanne Schönig
Tel.: 0345 55 24081
E-Mail: hanne.schoenig@owz.uni-halle.de

 
  Carsten Heckmann, 09.05.2007
 
     
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