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AKADEMISCHES ORCHESTER FEIERT 50. GEBURTSTAG
Festival der Mitteldeutschen Universitätsmusik anlässlich des Jubiläums
 
1957 wurde es gegründet, 1983 war es fast am Ende, heute ist es im Musikleben der Stadt Halle fest verankert: Das Akademische Orchester der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) feiert seinen 50. Geburtstag. Zum Jubiläum haut das Orchester kräftig auf die Pauke: Vom 8. bis 13. Mai veranstaltet das Collegium Musicum der MLU, zu dem das Ensemble gehört, gemeinsam mit dem Freundeskreis des Orchesters und der Universitätsstiftung LEUCOREA das Festival der Mitteldeutschen Universitätsmusik.

Die Schirmherrschaft über das Festival hat Prof. Dr. Wulf Diepenbrock, Rektor der Martin-Luther-Universität übernommen. „Das Akademische Orchester hilft als musikalischer Botschafter, den guten Ruf der Universität im In- und Ausland zu verbreiten. Diesem Klangkörper sind viele Wiederentdeckungen und Erstaufführungen in Vergessenheit geratener Werke mitteldeutscher Komponisten zu verdanken“, erklärt Diepenbrock.

Im Musikleben der Stadt Halle ist das Akademische Orchester fest verankert. Seit der Fusion des Philharmonischen Staatsorchesters mit dem Orchester des Opernhauses zur Staatskapelle Halle im Juli 2006 ist das Akademische Orchester der zweitgrößte sinfonische Klangkörper in der Saalestadt. Es zählt 60 Mitglieder, bis auf wenige Ausnahmen hallesche Studierende. Zusammen mit seinem „kleinen Bruder“, dem Kammerorchester der MLU, sorgt das Ensemble für die festliche Umrahmung universitärer Festakte, beispielsweise der Immatrikulationen und Investituren.

Geleitet wird das Orchester seit 1984 von Matthias Erben (Foto), der damals einen Honorarvertrag über 160 Ostmark monatlich erhielt. „Mit dem Jahr 1984 hat sich mein beruflicher Weg entschieden“, sagt der 52-Jährige. „Ich hatte bereits mit meiner Doktorarbeit in Chemie begonnen, entschied mich aber doch gegen die Wissenschaft - zum Entsetzen meines Betreuers, Professor Alfred Schellenberger. Andererseits war dieser aber auch ein begeisterter Geiger, mit dem ich alle vier Wochen Streichquartett gespielt habe. Also haben wir noch zwei Patente gemacht und die Doktorarbeit blieb auf Seite 70 stehen. So liegt sie immer noch im Keller.“


Das akademische Orchester in der aktuellen Besetzung im Löwengebäude der Universität.
Seinen ersten Test unter Matthias Erben bestand das Akademische Orchester bei der Immatrikulationsfeier am 20. September 1984. „Weitere schlossen sich an, die Kritiken der folgenden Jahre äußeren sich ausnahmslos anerkennend und betonen das steig steigende Niveau“, berichtet Erben. Durch die seit 1987 gepflegte Zusammenarbeit mit dem Universitätschor „Johann Friedrich Reichardt“ konnten der Wirkungskreis des Orchesters auch über Halle hinaus ausgedehnt sowie wertvolle Erfahrungen in der Aufführung chorsinfonischer Werke gewonnen werden. Beide Ensembles bilden zusammen das Collegium Musicum der Universität, das eng mit dem Institut für Musik zusammenarbeitet. Das Akademische Orchester nahm bisher zweimal erfolgreich beim Deutschen Orchesterwettbewerb, 1992 in Goslar und 1996 in Gera, teil. In Goslar erreichte es einen Platz unter den besten vier Ensembles. „Mit verschiedenen Projekten konnten auch über die Landesgrenzen hinaus in Frankreich, Italien, Albanien und den Niederlanden bereichernde Konzerterfahrungen gesammelt werden“, sagt Matthias Erben. Von den musikalischen Leistungen zeugen eine große Zahl von Aufnahmen - Konzertmitschnitte wie professionelle Einspielungen.

Über die Gründungs- und Frühphase des Akademischen Orchesters ist nur wenig bekannt. Mehrere Umzüge der Musikinstitute haben große Lücken in die Quellenüberlieferung gerissen. 1957 erging ein vom Universitätsmusikdirektor Horst-Tanu Margraf initiierter und vom damaligen Rektor Stern unterzeichneter Aufruf zur Wiederbegründung eines studentischen Collegium Musicum. Dort sollten, eine alte Tradition aufnehmend, Universitätsangehörige fakultätsübergreifend singen und musizieren. Allerdings fruchtete der universitätsweite Aufruf scheinbar kaum. Es dauerte noch drei Jahre, bis das Universitätsorchester entstehen konnte.

1960 gab es die Veranstaltungsreihe der „Akademischen Konzerte“, in der sich das Akademische Orchester erstmals dem Publikum präsentierte. Die Anfangsjahre waren schwierig. In den Akten finden sich immer wieder Klagen über Musiker- und Instrumentenmangel. Unter seinem Dirigenten Willi Maertens (1961-1979) hat sich das Akademische Orchester große Verdienste durch Erst- und Wiederaufführungen v.a. von Werken Georg Philipp Telemanns erworben. Nach der Ära Maertens wechselten häufig die Orchesterleiter - wiederum keine einfache Zeit für das Ensemble.

Diese Phase der fehlenden Orientierung führte bald zu Auflösungserscheinungen. Viele Mitspieler verließen das Orchester, das zu einer kleinen Rumpfbesetzung von weniger als zehn Personen zusammenschmolz. Kulminationspunkt des Niedergangs war das Semesterabschlusskonzert des Jahres 1983, als das auf nur noch acht Mitspieler geschrumpfte Restorchester nur mit der Hilfe von zwanzig Aushilfen Beethovens Chorphantasiezur Aufführung brachte. An diesem Punkt intervenierte der Leiter der Abteilung Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit der Universität, Wolfgang Köhler. Er engagierte Matthias Erben (Foto), der sich bereits als Musiker und Organisator, insbesondere mit dem von ihm gegründeten Kammerorchester „musica juventa“ und seinem „Matthias-Quartett“ in Halle einen Namen gemacht hatte.

Seitdem hat das Orchester einen Aufschwung genommen, der seinen vorläufigen Höhepunkt im Rahmen des Festivals der Mitteldeutschen Universitätsmusik finden soll. Vom 8. bis 13. Mai stehen zahlreiche hochkarätige Konzerte auf dem Programm. Den Anfang macht am 8. Mai um 20 Uhr ein Kammerkonzert studentischer Ensembles aus Halle, Leipzig und Weimar im Konzertsaal im Händelhaus. Am Tag darauf folgt um 19:30 Uhr ein Konzert des Akademischen Orchesters in der Wittenberger Schlosskirche. Die drei Chöre der Partneruniversitäten Halle, Leipzig und Jena singen am 10. Mai um 20 Uhr in der Aula der Universität im Löwengebäude.

Das Festkonzert unter dem Titel „50 Jahre sinfonisches Musizieren an der Alma mater halensis“ beginnt am 12. Mai um 17 Uhr in der Universitätsaula. Es wird bestritten vom Akademischen Orchester und Gästen. Zu hören gibt es die Uraufführung von „Der sensible Tiger“ von Hans C. Bartel sowie Werke von Humperdinck und Beethoven. Zum Festivalabschluss steht am 13. Mai um 19 Uhr in Halles Marktkirche Georg Friedrich Händels „Messias“ auf dem Programm, aufgeführt von der Halleschen Kantorei und dem Akademischen Orchester.

Unterstützt wird das Festival unter anderem von privaten Sponsoren, der Vereinigung der Freunde und Förderer der Martin-Luther-Universität und dem Freundeskreis des Akademischen Orchesters. Karten für die Konzerte gibt es im Info-Punkt mit Uni-Shop der MLU, Marktschlösschen (Marktplatz 13, 06108 Halle), Tel.: 03 45 2036702 (Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 9-19 Uhr, Sa. 10-16 Uhr).

Ansprechpartner:
Matthias Erben
Tel.: 0345 55 24532 / -33 oder 0177 5231313
E-Mail: Akademisches.Orchester@gmx.net

 
  Carsten Heckmann, 26.04.2007
 
     
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