Prof. Dr. Rupieper zum Ombudsmann gewählt

Die Kommission "Selbstkontrolle in der Wissenschaft" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat im Januar diesen Jahres ausführliche "Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis" vorgelegt. Darin werden Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland aufgefordert, Regeln fairer wissenschaftlicher Praxis verbindlich zu formulieren und Verfahren zum Umgang mit Erscheinungen wissenschaftlichen Fehlverhaltens zu entwickeln. An Einrichtungen, die sich nicht an die Richtlinien halten, sollen keine Fördermittel vergeben werden.

Auf ihrer 185. Plenumssitzung im Juli 1998 forderte die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) die Hochschulen auf, die Vorschläge der DFG zu übernehmen bzw. in Kraft zu setzen. Die Martin-Luther-Universität schließt sich der Initiative der beiden Institionen an und hat den Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten durch einen Beschluß des Akademischen Senates geregelt.

Auf Vorschlag des Rekorats wählte der Akademische Senat in seiner Sitzung am 9. Dezember 1998 Prof. Dr. Hermann-Josef Rupieper (Fachbereich Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften, Institut für Geschichte) zum Ombudsmann an der Martin-Luther-Universität. Angehörige der Universität können sich vertrauensvoll an Prof. Rupieper wenden, wenn sie Kenntnis von wissenschaftlichem Mißbrauch haben, sich in ihrer Tätigkeit beeinträchtigt fühlen. Zu seinem Stellvertreter wurde Prof. Dr. Elmar Wahle (Fachberech Biochemie/Biotechnologie) ernannt.

Prof. Rupieper gilt als ein integerer Wissenschaftler mit weitreichenden Kontakten im In- und Ausland. Er verbrachte sieben Jahre im Rahmen seiner wissenschaftlichen Arbeit in den USA. An der berühmten Stanford Universität im Bundesstaat Kalifornien schrieb er seine Doktorarbeit und an der Freien Universität Berlin habilitierte er sich.

Gleichzeitig hat der Akademische Senat für die jeweilige Legislaturperiode eine ständige Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens bestellt, die sich aus vier Mitgliedern der Statusgruppe 1 (HochschullehrerInnen) und zwei Mitgliedern aus der Statusgruppe 2 (wissenschaftliche MitarbeiterInnen) zusammensetzt. Bei besonders schwerwiegenden Fällen verständigen sich Ombudsmann und Kommission über weitere Schritte zur Klärung des Sachverhaltes.
An den laufenden Kommissionssitzungen nimmt Prof. Rupieper als Gast mit beratender Stimme teil.

Die Richtlinien der DFG liegen den Fakultäten und Fachbereichen in Broschürenform vor und sind auch im Internet unter http://www.dfg-bonn.de/aktuell/empf_selbstkontr.htm einzusehen.

Der ausführliche Wortlaut der HRK kann ebenfalls unter der Internetadresse http://www.hrk.de/archiv/stellungnahme/Plen185_html#anchor1278957 nachgelesen werden.

(Ingrid Godenrath, 14. Dezember 1998)

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Frank Janowski
Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs
Tel.: (0345) 55 214 91
Fax: (03459 55 270 91
e-mail: waehner@rektorat.uni-halle.de


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