Nomaden - keine Randerscheinung
der Geschichte?

Sonderforschungsbereich zur Wechselwirkung von
nomadischen und sesshaften Lebensformen wird eingerichtet

An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wird zum 1. Juli 2001 ein neuer kulturwissenschaftlicher Sonderforschungsbereich eingerichtet. Gemeinsam wollen Wissenschaftler der Universitäten Halle und Leipzig den Einfluss von Nomaden auf die Geschichte erforschen.

Als Modellfall für eine ökologisch angepasste Wirtschaftsweise hat der Nomadismus karge Naturräume dem Menschen nutzbar gemacht; Nomaden haben aber seit alters her durch ihre eigenen Lebens- und Gesellschaftsformen auch auf städtische Zivilisationen eingewirkt. Das große Forschungsprogramm, das mit der Universitätspartnerschaft Halle-Leipzig verwirklicht werden soll, vereinigt Fachleute aus den Gebieten der Archäologie, Orientalischen Geschichte, Geographie und Ethnologie. Zu den Arbeitsaufgaben gehört unter anderem auch die Erforschung der gegenwärtigen Bedingungen, unter denen nomadische Lebensformen lebendig und wirksam sind. Durch die zunehmende Verknappung von Wasser in weiten Teilen der Welt, zeichnet sich die Rückkehr zu mobiler Weidewirtschaft ab, in der sich die historischen Verhältnisse wiederfinden.

(Prof. Dr. Stefan Leder, 5. Juni 2001)

Ansprechpartner:
Fachbereich Kunst-, Orient- und Altertumswissenschaften
Institut für Orientalistik
Prof. Dr. Stefan Leder
Tel.: (0345) 55 240 70
Fax: (0345) 55 271 23
E-Mail: leder@orientphil.uni-halle.de


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