NIR-Förderpreis für hallesche Pharmazeutin

An eine Hallenserin ging in diesem Jahr der sogenannte Bühler-NIR-Förderpreis: Für ihre Diplomarbeit am Fachbereich Pharmazie erhielt Yvonne Scholl diese mit 1 250 Mark (1 000 Schweizer Franken) dotierte Auszeichnung. Die Kooperation zwischen der Bühler AG Uzwil/Schweiz und Hochschulen in aller Welt ist seit langem Tradition. Neben der Zusammenarbeit bei konkreten Projekten fördert Bühler auch die wissenschaftliche Grundlagenforschung, z. B. auf dem Gebiet der Nahinfrarot-(NIR-) spektroskopischen Analytik.

Yvonne Scholl hatte bereits ihr Hochschulstudium der Pharmazie an der Martin-Luther-Universität mit dem zweiten Staatsexamen abgeschlossen. In Halle besteht die Möglichkeit, bei Interesse noch eine Diplomarbeit anzuschließen. Für die spätere Erteilung der Approbation als Apotheker/in ist das Diplom aber nicht Voraussetzung.Yvonne Scholl entschloß sich zu dieser zusätzlichen wissenschaftlichen Arbeit aus Interesse an der Forschung und weil sie vor der Apothekentätigkeit Erfahrungen in der industriellen Pharmazie sammeln wollte. Den experimentellen Teil ihrer Arbeit absolvierte sie in die Firma Bayer Bitterfeld GmbH. Sie etablierte dort ein Meßverfahren, bei dem der Wirkstoff in Aspirin® Brausetabletten ohne Auflösung der Tablette in Sekundenschnelle durch Nahe-Infrarot-Spektroskopie erfaßt wird. Somit ist eine zeitnahe Überwachung der Produktion möglich. Wie zuvor mit dem halleschen Fachbereich Pharmazie vereinbart, reichte Frau Scholl anschließend die begleitende Darstellung ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit als Diplomarbeit ein.

Sowohl von der Bayer Bitterfeld AG als auch von den Gutachtern des Fachbereichs Pharmazie erhielt Yvonne Scholl große Anerkennung für ihre Leistungen. Nicht zuletzt die Verleihung des Bühler-NIR-Förderpreises spricht dafür, daß die Pharmazeutin in enger Verbindung mit der Produktion eine für die Industrie wertvolle Forschungsarbeit erbrachte. Die Firma Bayer ermöglichte Frau Scholl nach Erhalt der Approbation als Apothekerin einen siebenmonatigen Aufenthalt in Beijing, China, wo sie beim Aufbau der Analytikabteilung der Bayer Health Care Company ihre spektroskopischen Kenntnisse erfolgreich einsetzen konnte. Inzwischen ist Frau Scholl nach Deutschland zurückgekehrt und strebt nun eine Doktorarbeit in der Pharmazie an.

Ansprechpartnerin:
Prof. Dr. Birgit Dräger,
Prodekanin des Fachbereichs Pharmazie der Universität Halle,
Tel.: 0345/ 552 5765
e-mal: draeger@pharmazie.uni-halle.de

Ute Olbertz, 11.12.1998


  Zurück zum Archiv