Nierentransplantationszentrum nach Sanierung und Modernisierung übergeben

Am 19. April 1999 wurden die aufwendig rekonstruierten Räumlichkeiten des Nierentransplantationszentrums der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in der Magdeburger Straße nach knapp einem halben Jahr Umbau und Einrichtung feierlich übergeben. Seit dem Herbst 1998 waren Patienten und Personal auf einer normalen urologischen Station untergebracht, denn die Arbeit des Nierentransplantationszentrums mußte weitergehen. Dank Verständnis und Einsatzbereitschaft aller Beteiligten wurde so zu keinem Zeitpunkt die Nierentransplantation in Halle unterbrochen. Das wundert nicht, wenn man weiß, daß manche schon über zwanzig Jahre lang zum Team gehören.

1966 führte der damalige Direktor der Urologischen Klinik, Prof. Dr. H. Rockstroh, gemeinsam mit einem ungarischen Kollegen aus Szeged, an der halleschen Universität die erste Nierentransplantation in der DDR durch, eine Lebendspende der Mutter für ihren Sohn. Acht Jahre später wurde das Nierentransplantationszentrum Halle an der Urologischen Universitätsklinik gegründet (die Vorbereitungen für das 25jährige Jubiläum im Herbst 1999 laufen schon). Seither wurden in Halle 1080 Nieren transplantiert; etliche Patienten haben hier bereits eine zweite oder sogar eine dritte Niere bekommen können.

Die Erfolgsrate ist ständig gestiegen, das bestätigte der Vorsitzende des speziellen Interessenverbandes „Dialyse und Nierentransplantation", Herr Grimm, der selbst seit sechseinhalb Jahren mit einer Spenderniere lebt und sich sehr wohlfühlt.

Die neue, alte Station bietet jetzt Platz für 15 Personen, die Hälfte davon im Intensivbetreuungsbereich (für die ersten Tage nach der Transplantation). Fünf moderne Dialysegeräte mit Monitoren wurden angeschafft, Möbel und Betten erneuert, all das unter permanenter Einbeziehung der Fachleute, so daß weder Geld für überflüssige Dinge ausgegeben, noch Wichtiges vergessen wurde. So konnte auch ein neuer ansprechender Aufenthaltsraum geschaffen werden für diejenigen Patienten, die bereits aufstehen dürfen.

Vom Ergebnis der Mühen meint der Chef des Dezernats Technik, Wolfgang Bittorf, daß es „allen Regeln der Klinikbaukunst entspricht". Ebenso hält die Nephrologin und Oberärztin Frau Dr. Rose Eismann, von der es heißt, „sie wohnt in der Klinik", alles für „rundum gelungen". Auch die sanitäre Situation hat sich erheblich verbessert und erfüllt nun endlich alle Anforderungen eines modernen Klinikbetriebs.

Prof. Dr. Hans Heynemann, komm. Direktor der Klinik und des Zentrums, wies in seiner Begrüßung auf das jüngste Ranking deutscher Universitäten im „Spiegel" hin: Im Vergleich zwischen 36 Medizinischen Fakultäten liegt die hallesche Medizinische Fakultät auf Platz 5! Nicht zuletzt dank POL (das ist ein Kurzwort für „problemorientiertes Lernen"), das allerdings keine Erfindung des 20. Jahrhunderts ist, sondern gerade in Halle an der alma mater halensis – als klinische Ausbildung am Krankenbett, damals erstmalig in Deutschland – schon seit über 200 Jahren praktiziert wird.

Für die Zukunft wünscht sich Professor Heynemann eine höhere Bereitschaft, nach dem eigenen Tod Organe zu spenden und somit anderen ein Weiterleben zu ermöglichen. Denn die 175 Patienten auf der Warteliste, allein in Halle, können sich über das neue Nierentransplantationszentrum nur freuen, wenn für sie auch bald ein passendes Spenderorgan gefunden wird.

Dr. Margarete Wein, 3. Mai 1999

Nähere Informationen:
Prof. Dr. med. Hans Heynemann
Telefon: (0345) 5 57 18 03
Fax: (0345) 5 57 17 83
e-mail: hans.heynemann@medizin.uni-halle.de


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