Naumburger Universitätstage erfolgreich beendet

Im Mai 1996 in Weißenfels aus der Taufe gehoben, fanden die diesjährigen Universitästage vom 19. bis zum 22. April zum zweiten Male in Naumburg statt. Das erste Mal war die Martin-Luther-Universität im Januar 1997 in der Domstadt zu Gast. Danach folgten im vergangenen Jahr die „Dessauer Universitätstage" und nun wiederum Naumburg. Der Grund: die große Resonanz vor zwei Jahren. Vier Tage lang präsentierte sich die Universität mit einem vielseitigen Programm für die Bevölkerung der Stadt und der Region, aber vor allem auch für die GymnasiastInnen in und um Naumburg. Es reichte von der Studieninformation und -beratung über wissenschaftliche Vorträge bis hin zu Kultur und Kunst und ermöglichte mannigfaltige Einblicke in die Vielfalt universitären Lebens.

Studienberatung

Den Auftakt der viertägigen Veranstaltungsreihe bildete ein Tag der Studieninformation in der Aula des Lepsius-Gymnasiums für alle Gymnasien der Stadt, des Burgenlandkreises und natürlich die Landesschule Pforta. Von den achtzehn Fakultäten und Fachbereichen stellten sich jeweils elf mit einem eigenen Stand vor. Ergänzt wurde das Angebot durch das Dezernat II – Servicebüro für Studierende – National and International Students' Office, das Studentenwerk Halle und eine Diskussionsrunde zu den neuen Studiengängen Medizinische Physik und Bioingenieurwesen. Kompetente StudienberaterInnen standen ca. 250 Schülerinnen und Schülern bis in die Abendstunden für intensive Gespräche zur Verfügung.

Vortrag zur Rechtsmedizin

Am zweiten Veranstaltungstag waren die Bürgerinnen und Bürger der Stadt ins Naumburg-Haus geladen. Professor Dr. Manfred Kleiber, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität, sprach dort im großen Saal über „Die Rechtsmedizin als Diener oder Helfer des Gerichts". Er zeigte in seinen Ausführungen überaus anschaulich „den Spannungsbogen an der Nahtstelle zwischen Jurisprudenz (der Rechtslehre) und deren praktischer Durchführung, der Rechtsprechung auf der einen und medizinischer Forschung und Wissenschaft sowie deren praktischer Ausübung, der ärztlichen Tätigkeit, auf der anderen Seite". Der Abend klang mit einem einstündigen Konzert der Uni-Big-Band aus, die nicht zum ersten Mal in Naumburg auftrat.

Ausstellung im Oberlandesgericht

Am 21. April, dem dritten „Universitätstag", wurde – und auch das ist bereits Tradition – eine Ausstellung im Oberlandesgericht eröffnet. Nachdem vor zwei Jahren im gleichen Saal eine Auswahl der wertvollsten universitären Kunstschätze zu sehen war, hatte diesmal die Präsentation „Vom Urpferd zum Kalifornischen Schlafmützchen – aus den naturwissenschaftlichen Museen und Sammlungen der Martin-Luther-Universität" Premiere. Sieben von den zwanzigSammlungen stellen sich in dieser Ausstellung, die noch bis zum 25. Mai geöffnet ist, mit ausgewählten Exponaten vor, unter ihnen das „Urpferd" aus dem Geiseltal-Museum und der wertvolle Herbarbogen des Kalifornischen Gelbmohns – des sogenn. „Schlafmützchens".

Ein Abend für die Wirtschaft

Der Vortrag am letzten Abend – inzwischen ebenfalls zum vierten Mal mit wechselnden Themen – war vor allem den Unternehmerinnen und Unternehmern der Stadt und der Region gewidmet. Vor einem kleinen Kreis äußerst interessierter Zuhörer (unter ihnen der Oberbürgermeister der Stadt Naumburg, der Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung und Prorektor Professor Dr. Frank Janowski) referierte Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Lassmann, Dekan der Wirtschafswissenschaftlichen Fakultät und Vorstandsvorsitzender des Instituts für Unternehmensforschung und -führung an der Martin-Luther-Universität, über „Regionale und globale Vernetzung von Prozessen in der Wirtschaft". Wettbewerbsvorsprung durch moderne Vernetzung, Vernetzungskonzepte, Formen der regionalen Vernetzung (Intranet und Extranet) und die weltweiteVernetzung im Internet standen ebenso im Mittelpunkt des Vortrages wie Fragen der Sicherheit und Tendenzen der zukünftigen Entwicklung.

Fazit der diesjährigen Universitätstage: Der Erfolg setzte sich fort und es gab bereits Fragen nach einer „Wiederholung" – natürlich mit neuem Programm!
Am Rande sei noch vermerkt, daß durch diese Veranstaltungen auch intensive Kontakte – so zu Schulen – entstehen. Ein Beispiel ist der erstmalig im Oktober 1998 zusammen mit dem Verein Deutscher Ingenieure und dem Institut für Technische und Wirtschaftliche Bildung am Fachbereich Ingenieurwissenschaften der Martin-Luther-Universität durchgeführte „Tag der Technik" an der Landesschule Pforta. Gerade das ist es, was sich die Veranstalter als Ergebnis wünschen, wenn die Universität – wie der Rektor Professor Dr. Kreckel am Eröffnungsabend sagte – den Elfenbeinturm öffnet und hinaus in die Region geht.

Dr. Monika Lindner, 27. 04. 1999

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