Nomaden und Sesshafte im Bereich von
Militär und Staatlichkeit

Mit Formen und Verläufen der Interaktion von nomadisch und sesshaft lebenden Gruppen im Bereich von Militär und Staatlichkeit befasst sich ein Kolloquium an der Martin-Luther-Universität mit dem Titel "Militär und Staatlichkeit" am 29. und 30. April 2002, jeweils von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr, im Hallischen Saal, Universitätsring 5 (Ecke Universitätsplatz).

Ausrichter ist der Sonderforschungsbereich (SFB) "Differenz und Integration. Wechselwirkungen zwischen nomadischen und sesshaften Lebensformen in Zivilisationen der Alten Welt", ein Projekt, an dem seit Juli 2001 Geographen und Historiker, Ethnologen und Archäologen, Orientwissen-
schaftler und Ägyptologen der Universitäten Halle und Leipzig zusammenarbeiten. Für die wissenschaftliche Leitung des Kolloquiums zeichnet Professor Dr. Jürgen Paul (Uni Halle) verantwortlich.

Historischer Hintergrund
In der jahrtausendlangen Geschichte der Koexistenz nomadischer und sesshafter Lebensformen im Trockengürtel der Alten Welt haben sich spezifische Formen militärischen und staatlichen Handelns herausgebildet. Sesshafte Staaten in der Region haben Strategien der Abwehr und Integration nomadischer Gruppen entwickelt, mit weitreichenden Auswirkungen auf die Struktu-ren politischen und militärischen Handelns in der nomadischen Welt.

Andererseits wird militärische Kompetenz oft als ein Kennzeichen nomadisch lebender Gruppen angesehen. Im Verlauf militärischer Unternehmungen von Nomaden, die fallweise auch als Beutekrieg beginnen können, kam es bisweilen zu Staatsbildungen, wobei die ursprünglichen politischen Strukturen der kämpfenden nomadischen Verbände tiefgreifenden Änderungen unterliegen.

Ansprechpartner:
Dr. Irene Schneider
Tel.: 0345 5524086
Fax: 0345 55 27234
E-Mail: schneider@orientphil.uni-halle.de

 

Programm

29.04.02

9.15 10.00
Prof. Dr. Jürgen Paul (Halle) - Introductory Remarks

10.00 10.45
Dr. Matthias Rogg (Potsdam) - "Ei oder Henne?" Anmerkungen zum Verhältnis von Militär, Staat und Gesellschaft im frühneuzeitlichen Europa

10.45 11.00
coffee-break

11.00 11.45
Prof. Dr. Hugh Kennedy (Edinburgh) - Military Pay and State Formation in Early Islam

11.45 12.30
PD Dr. Stefan Heidemann (Leipzig) - Arab Nomads and Seldjuk Military

12.30 13.30
lunch 

13:30--14.15
Prof. Dr. Antonio Palmisano (Trieste) - Migration, State and Ethnic Justice: the Case of Gurage in Ethiopia

14.15 15.00
Prof. Dr. Kurt Beck (München) - Das Ende der Razzien: Nomaden und staatliche Ordnung im anglo-ägyptischen Sudan

15.00 15.15
coffee-break

15.15 16.00
Prof. Dr. Michael Bollig (Köln) - "We turned our enemies into baboons." Pastoral Identity, Ritual and Weapons in Pokot Warfare, Northern Kenya

16.00 16.45
Dr. Marek Olbrycht (Krakow) - Nomadic Components in the Social Structure and Military System of Parthian Iran

30.04.02

9.15 10.00
Prof. Dr. John Perry (Chicago) - Ethno-linguistic Markers of the Turco-Mongol Military and Persian Bureaucratic Castes in Pre-Modern Iran and India

10.00 10.45
PD Dr. Irene Schneider (Halle) - The Nomads and the Qajar Military

10.45 11.00
coffee-break

11.00 11.45
Dr. Christine Noelle (München) - The Role of Pashtun Tribal Elites in the Durrani Empire

11.45 12.30
Dr. W.R. Murphey (Birmingham) - Primary and Secondary Roles of Nomadic Groups of the Eastern Anatolian Borderlands in the Defining and Resolution of Ottoman-Safavid Military Conflict in the Early Seventeenth Century

12.30 13.30
lunch

13.30 14.15
Prof. Dr. Ashold Ivantchik (Bordeaux/Princeton) - Die Skythen und die griechischen Kolonien des nördlichen Schwarzmeergebietes im 7. 5. Jh. v. Chr.: das Problem des nomadischen Protektorats

14.15 15.00
Sören Stark M.A. (Halle) - Mercenaries and City-Rulers: Early Turks in Pre-Muslim Transoxania

15.00 15.45
Dr. Dietmar Schorkowitz (Berlin) - Weidegebiete gegen Kriegsdienste: Zur historischen und politischen Stellung mongolischer Pastoralnomaden im Russischen Reich


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