Kultusminister im Klinikum

Im Rahmen eines Antrittsbesuches sah sich der neue Kultusminister Sachsen-Anhalts, Dr. Gerd Harms, am Montag (19. April) an der Medizinischen Fakultät der halleschen Universität um. Er informierte sich unter anderem über die Struktur der Fakultät, Schwerpunkte in Forschung und Lehre, Berufungspolitik sowie den Stand des Baugeschehens.

Harms bekannte sich zu den beiden Medizinischen Fakultäten im Land Sachsen-Anhalt mit Standort in Magdeburg und Halle, die auch künftig eine gleichberechtigte Förderung durch die Regierung erfahren sollen. Er wies jedoch auf die außerordentliche Bedeutung einer komplementären Strukturabstimmung zwischen beiden Fakultäten hin, um auf deren Basis durch Profilierung ein langfristiges Nebeneinander zu ermöglichen. Dies bedeutet, daß bestimmte Fächer als C-Professuren nur an einem Standort vorgehalten werden und entsprechend wechselseitiger Lehraustausch erfolgen soll.

Bei einer Gesprächsrunde im Universitätsklinikum Kröllwitz, die der Dekan, Prof. Dr. Stephan Zierz, moderierte, betonte der Kultusminister, daß die öffentliche Darstellung der Fakultät derzeit außerordentliche Bedeutung habe. Gerade jetzt käme es darauf an, die Vorteile eines Medizinstudiums in der Stadt Halle bundesweit bekannt zu machen. Denn schon in wenigen Jahren wirke sich der Geburtenrückgang auf die Studierendenzahlen aus. Auf die Anregung des Kultusministers, mit Hilfe einer ansprechenden Gestaltung der Seiten im Internet eine große Zahl von Gymnasiasten bzw. angehenden Studenten zu erreichen, teilte Prof. Dr. Wolfgang Christian Marsch, Prodekan für Studium und Lehre, mit, daß daran bereits gearbeitet werde.

Im Zuge der Fertigstellung des begonnenen bzw. geplanten Erweiterungs- und Neubaus in Kröllwitz wird es gelingen, die Attraktivität der vergleichsweise kleinen Medizinischen Fakultät Halles weiter zu erhöhen. Der Studiendekan erläuterte die derzeitigen Anstrengungen der Fakultät, das Lehrangebot attraktiver zu gestalten.

Gegenwärtig zählt die Medizinische Fakultät insgesamt etwa 1500 Studierende. Als Vertreter der Studierenden wies Dominique-Sebastian Schütz darauf hin, daß nach wie vor eine Diskrepanz zwischen der Attraktivität des halleschen Medizin-Studiums bei Studienplatzbewerbern und dem Eindruck der bereits immatrikulierten Studierenden bestehe, wie auch dem kürzlich erschienenen "SPIEGEL"-Artikel zu entnehmen war.

Großes Augenmerk schenkte Harms dem Diplomstudiengang "Pflege- und Gesundheitswissenschaft", der in Halle in seiner jetzigen Form ab dem Wintersemester 1999/2000 neu angeboten werden soll. Der Rektor der Universität, Prof. Dr. Reinhard Kreckel, betonte, daß Halle mit der Ansiedlung dieses Studiengangs an einer Medizinischen Fakultät bundesweit eine Vorreiterrolle einnehme.

Daß es in der Forschungslandschaft der Fakultät noch Reserven gebe, erläuterte Prof. Dr. Ingo Hansmann, Vorsitzender des Forschungsausschusses. Jedoch werde mit dem Neubau des Klinikums und des ZAMED (Zentrum für Angewandte Medizinische und Humanbiologische Forschung die MZ berichtete) in absehbarer Zeit eine moderne Forschungsinfrastruktur geschaffen. Bereits beachtliche Ergebnisse seien in der Herz-Kreislaufforschung hervorzuheben. Am Ende seines Besuches verschaffte sich der Minister vom Dach des Klinikums aus einen Überblick über den Fortgang des Bau- und Sanierungsgeschehens in Kröllwitz.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Stephan Zierz, Dekan der Medizinischen Fakultät,
Universität Halle, Tel.: 0345/5571893, e-mail: dekan@medizin.uni-halle.de

(Ute Olbertz, Kirsten Wille, 20. 4. 1999)


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