100 Jahre Magdalenenkapelle als Universitätskirche

Es war am 9. Mai vor genau hundert Jahren, als die Maria-Magdalenen-Kapelle der Moritzburg nach umfassender Rekonstruktion zur Universitätskirche geweiht wurde. Ein Gedenkgottesdienst wird dieses Ereignis am Sonntag, dem 9. Mai 1999, um 10 Uhr, in Erinnerung rufen. Unter dem Thema: „100 Jahre Magdalenenkapelle als Universitätskirche" feiert die Universitätsgemeinde diesen Gottesdienst gemeinsam mit der Gemeinde St. Maria-Magdalena der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Die Predigt hält Pfarrer Dr. Klaus Engelbrecht.

Wie begeht nun die Universität das Jubiläum ihrer Kapelle? Die Theologische Fakultät bereitet gemeinsam mit der Staatlichen Galerie Moritzburg Halle und der Stiftung Schlösser, Burgen und Gärten des Landes Sachsen-Anhalt eine Festwoche vor, die in der Zeit vom 25. Mai bis 30. Mai stattfinden wird. In dieser Zeit stehen täglich um 20 Uhr Vorträge und Konzerte auf dem Programm. Am Eröffnungstag wird die Kunsthistorikerin Dr. Irene Roch-Lemmer zur Baugeschichte der Kapelle sprechen, und Prof. Dr. Heinrich Nickel widmet sich dem „Halleschen Heiltum". Am darauffolgenden Tag geht es in einem Vortrag von Prof. Dr. Eberhard Winkler um die Geschichte der Magdalenenkapelle als Universitätskirche, und Pfarrer Dr. Klaus Engelbrecht stellt die Geschichte der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Gemeinde dar. Am 27. Mai folgt ein Konzert des Universitätschores, bei dem vier Motetten von Georg Philipp Telemann und ein Magnificat von Johann Rosenmüller mit Chor und Streichorchester sowie Basso continuo aufgeführt werden.

Viele interessierte Zuhörer und -schauer lockt sicher auch eine Bläserserenade am 28. Mai um 17 Uhr in den Hof der Moritzburg. Am gleichen Abend folgt um 20 Uhr ein Konzert mit den Solisten Alexei Korniliev aus Moskau (Trompete) und Martin Rost aus Stralsund (Orgel). Der 29. Mai hält um 20 Uhr ein Chorkonzert mit dem Jugendchor „Ostinato" der Selbständigen evangelisch-lutherischen Gemeinde bereit. Und am Sonntag, dem 30. Mai, beschließt um 10 Uhr ein Festgottesdienst die Festwoche. Die Predigt wird Prof. Dr. Ernst-Joachim Waschke halten. Darüber hinaus gibt es von Dienstag bis Samstag in der Zeit von 14.30 bis 15.30 Uhr Führungen in der Magdalenen-Kapelle mit anschließender Orgelmeditation und einer Dia-Projektion zum „Halleschen Heiltum". Wer also mehr über die Magdalenenkapelle erfahren möchte, sollte diese interessanten Angebote nicht versäumen.

Es sei auch noch auf eine Neuerscheinung aus Anlaß des Jubiläums unter dem Titel „Die Maria-Magdalenen-Kapelle in der Moritzburg zu Halle" hingewiesen. Mit diesem Buch wird erstmals eine wissenschaftliche Publikation vorgelegt, die zugleich die Bau- und Kunstgeschichte als auch die Wirkungs- und Nutzungsgeschichte der Kapelle der Moritzburg verbindend darstellt. Herausgeber ist Heinrich Nickel im Auftrag der Stiftung Schlösser, Burgen und Gärten des Landes Sachsen-Anhalt. Der Band enthält Beiträge von Hans-Joachim Krause, Irene Roch-Lemmer, Heinrich L. Nickel, Andreas Stahl, Martin Filitz, Peter Findeisen, Hans-Karl Hänel, Eberhard Winkler und Klaus Engelbrecht. (Verlag Janos Stekovics, 80 Seiten, ca.88 überwiegend farbige Abbildungen, ISBN 3-932863-35-6, DM 24,80).

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Ernst-Joachom Waschke, Universitätsprediger
Tel.: 0345/55 23060, e-mail: waschke@theologie.uni-halle.de

(Ute Olbertz, 7. Mai 1999)


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