Moses Mendelssohn
und die (jüdische) Aufklärung
Seminar zum Judentum
im Leopold-Zunz-Zentrum in Wittenberg

Das Leopold-Zunz-Zentrum zur Erforschung des europäischen Judentums in der Stiftung Leucorea lädt für Mittwoch, den 6. Juni 2001, von 18.00 bis 21.00 Uhr, zu einem Seminar zum Judentum ein. Im Haus der Stiftung Leucorea, Lutherstadt Wittenberg, Collegienstr. 62, stehen zwei Vorträge (dazwischen Kaffeepause mit Imbiss) auf dem Programm.

Annette Winkelmann (Halle / Wittenberg) spricht zum Thema "Traditionelles Judentum und (jüdische) Aufklärung im 18. und 19. Jahrhundert: eine historische Einführung" (mit Literaturhinweisen und Textmaterial).

Grit Schorch (Leipzig) stellt "Mosos Mendelssohn zwischen Haskala und Aufklärung" vor.

Moses Mendelssohn ist der berühmteste deutsche Jude der Aufklärungszeit und der bekannteste Vertreter der Haskala (hebräisches Wort für die [jüdische] Aufklärung). Seine Kindheit hat er in Dessau verbracht, wo er eine traditionelle jüdische Bildung erhielt. Mit 14 Jahren folgte er seinem Lehrer nach Berlin, eignete sich dort autodidaktisch das weltliche Wissen der Aufklärung an und erlernte die modernen europäischen Sprachen. Seine Begegnung mit Lessing ebnete ihm den Weg zu den zentralen literarischen und philosophischen Diskursen des 18. Jahrhunderts. Geistiger Austausch mit großen Gelehrten jener Zeit gehörte fortan zu Moses Mendelssohns Alltag im öffentlichen Leben. Einen anderen Alltag als die deutschen Aufklärer nämlich einen traditionell jüdischen (er-)lebte er im Privatbereich seiner Familie und in der jüdischen Gemeinde. In diesem Spannungsverhältnis entstehen seine zahlreichen hebräischen und deutschen Publikationen zu Literatur und Philosophie als Zeugnisse innovativen Denkens, das bis heute modern geblieben ist.

Grit Schorch studierte Judaistik, Religionswissenschaft und Germanistik in Leipzig, Halle und Jerusalem. Sie schreibt ihre Doktorarbeit am Seminar für Jüdische Studien der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Annette Winkelmann studierte Judaistik, Osteuropäische Geschichte, Völkerrecht und Kulturmanagement in Köln, London und Oxford. Seit 1998 ist sie verantwortlich für die Programmplanung des Leopold-Zunz-Zentrums und für die Durchführung seiner Veranstaltungen in Halle und Wittenberg.

Alle InteressentInnen sind herzlich nach Wittenberg eingeladen. Das Seminar ist eine durch das Kultusministerium anerkannte Lehrerfortbildungsveranstaltung.

Nähere Informationen und Anmeldung (bis zwei Tage vor dem Seminar):
Annette Winkelmann, Tel.: 03491 / 46 62 41 od. 0345 / 552 40 64; Fax: 0345 / 552 72 00
E-Mail: winkelmann@LZZ.uni-halle.de
Internet: http://www.LZZ.uni-halle.de


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