Initiative "Molekulare Biowissenschaften"
an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Der Trend der Zeit heißt Interdisziplinarität. In den Naturwissenschaften kann sie besonders sinnvoll weil zeit- und geldsparend sein, wenn WissenschaftlerInnen verschiedener Fachrichtungen Laborausrüstungen, Geräte und Bibliotheksbestände gemeinsam planen und nutzen. Das ist wichtig, weil gerade die experimentellen Fächer, jedes für sich genommen, schwer finanzierbar sind. Selbst Einrichtungen wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft können für teure Geräte nur Finanzzuschüsse gewähren und bei deren Wartung und Reparaturen überhaupt nicht helfen.

Unter diesem Aspekt wollen hallesche Genetikerinnen, Biochemiker, Pharmazeuten und Zell-physiologen ihre Interessen in Forschung und Lehre mit dem Schwerpunkt "Molekulare Biowissenschaften" bündeln. Das Ziel der Gruppe (der bislang Prof. Dr. Ulla Bonas, Prof. Dr. Karin Breunig, Prof. Dr. Mathias Gaestel, Prof. Dr. Ralf Bernd Klösgen, Prof. Dr. Rainer Ru-dolph und Prof. Dr. Elmar Wahle angehören) liegt in der Erhaltung der Vorzüge des Wissenschaftsstandortes Halle trotz drastischer Sparmaßnahmen. Zu den Vorzügen von Halle gehören die außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Bereich der Biowissenschaften das Institut für Pflanzenbiochemie Halle, das Institut für Kulturpflanzenforschung in Gatersleben und die Max-Planck-Forschungsstelle für Enzymologie der Proteinfaltung , zu denen die Universität enge Kontakte unterhält. Die Nachbarschaft verschiedener Institute erleichtert auch die Forschungskooperation.

Erstes Projekt der Initiatoren ist eine spezielle Vortragsreihe mit hochkarätigen Wissenschaft-lern, für deren Anfangsphase beträchtliche Spenden der Firma Scil Proteins, der Stadt- und Saalkreissparkasse und der Stadtwerke Halle zur Verfügung stehen.

Nachdem im Mai der Direktor des Max-Planck-Instituts (MPI) für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig, Prof. Dr. Svante Pääbo, einen Vortrag zur Evolutionsforschung hielt, spricht als nächster Prof. Dr. Alfred Wittinghofer vom MPI für Molekulare Physiologie in Dortmund am Dienstag, dem 27. Juni, 17.00 Uhr, im Hörsaal des Fachbereichs Pharmazie, Hoher Weg 8 (Halle-Kröllwitz) zum Thema "The ras oncogene product as an anti-cancer target". Alle Interessenten sind herzlich eingeladen.

Den Abschlussvortrag im Sommersemester 2000 hält am Mittwoch, dem 5. Juli 2000, ebenfalls um 17.00 Uhr, der Nobelpreisträger Prof. Dr. Hartmut Michel vom MPI für Biophysik in Frankfurt am Main über "Kristallstrukturen und Mechanismen von Komplexen der Atmungskette" (den Ort geben wir rechtzeitig bekannt).

(Dr. Margarete Wein, 13. Juni 2000)

Nähere Informationen:
Prof. Dr. Ulla Bonas
Tel.: 0345 / 552 62 90, Fax: 0345 / 552 72 59
E-Mail: bonas@genetik.uni-halle.de
Prof. Dr. Elmar Wahle
Tel.: 0345 / 552 49 20, Fax: 0345 / 552 70 14
E-Mail: ewahle@biochemtech.uni-halle.de


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