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VOM PAUKER ZUM BILDUNGSMANAGER
Tagung von MLU und Friedrich-Ebert-Stiftung zur Lehrerausbildung
 
Früher waren Lehrer nicht immer wohl gelitten, heute sind sie mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert. Doch der Lehrerberuf bleibt faszinierend. Von historischen Erfahrungen ausgehend, beschäftigt sich am 2. und 3. März 2007 eine Fachtagung in Halle mit den aktuellen Herausforderungen an die Lehrerausbildung. „Vom Pauker zum Bildungsmanager“ lautet das Thema der Veranstaltung, die von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) zusammen mit der Friedrich Ebert-Stiftung in den Franckeschen Stiftungen ausgerichtet wird.

„Im Laufe der Geschichte hat die Schule als wichtiger Sozialisationsfaktor weltweit Verbreitung gefunden - damit übernahmen die Lehrer eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe“, sagt Hartmut Wenzel, Professor für Schulpädagogik/Allgemeine Didaktik an der MLU. „Im 19. Jahrhundert war der Lehrerberuf lange Zeit eine unangenehme Aufgabe. Oft handelte es sich vor allem um eine disziplinierende Tätigkeit, und die war nicht besonders anerkannt. Daher rühren abschätzige Bergriffe wie Pauker oder Steißtrommler.“ Heute sei das Ansehen der Lehrer in der Öffentlichkeit wesentlich besser - und das Aufgabenprofil breiter. „Neuere Entwicklungen gehen in Richtung Bildungsmanager, auch wenn das noch ein eher programmatischer Begriff ist“, erklärt Professor Wenzel.

Spätestens seit der Pisa-Studie seien die Schulen angehalten, mehr auf ihre eigene Qualität zu achten. Nicht mehr nur „ich und meine Klasse“ dürfe daher ein Lehrer denken, „wir und unsere Schule“ laute der neue Horizont. „Die Lehrer leisten zunehmend einen Beitrag zur Entwicklung der eigenen Schule, dazu gehören Verbindungen zum Umfeld, Kooperationen, Sponsorensuche, Profilbildung.“ Damit stehe auch die Lehrerausbildung vor neuen Herausforderungen, so Wenzel. „Sie kann sich nicht auf das Fach und die Fachdidaktik begrenzen, neue Kompetenzen müssen vermittelt werden.“ An der Martin-Luther-Universität gebe es daher beispielsweise ab dem kommenden Wintersemester in der modularisierten Lehramtsausbildung eine Pflichtveranstaltung „Schule entwickeln und gestalten“.

Welche Schlüsse für die aktuelle Lehrerausbildung man aus historischen Konzepten ziehen kann und welche Erwartungen Lehrer, Lehranwärter, Schüler, Eltern und Politiker an die Lehrerausbildung stellen, das diskutieren Vertreter aus diesen Gruppen am 2. und 3. März 2007 in den Franckeschen Stiftungen in Halle. Eine weitere Frage auf der Tagesordnung: Welche Hürden muss das deutsche Bildungssystem noch nehmen, um die Bologna.-Beschlüsse erfolgreich umzusetzen? Die Fachtagung im Historischen Waisenhaus, überschrieben mit dem Titel „Vom Pauker zum Bildungsmanager“, wird veranstaltet von der Martin-Luther-Universität und dem Landesbüro Sachsen-Anhalt der Friedrich-Ebert-Stiftung. Sie endet am Samstag, den 3. März, mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion zum Thema „Auf dem Weg nach Bologna - Zur Zukunft der Lehrerbildung im 21. Jahrhundert“. An der Diskussion, die um 14 Uhr beginnt, nehmen teil: Sachsen-Anhalts Bildungsstaatssekretär Winfried Willems, Stephan Dorgerloh von der Evangelischen Akademie Wittenberg, Professor Klaus Scheler vom Staatlichen Lehrerseminar sowie Universitätsprofessor Thomas Bremer. Prof. Dr. Hartmut Wenzel moderiert.

Die Tagung ist eingebettet in die Ausstellung „Lehrer, Lehrerbild und Lehrerbildung - Bilder aus der Geschichte des Lehrerberufs in Mitteldeutschland“. Die Schau ist bis zum 25. März im Historischen Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen zu sehen. Geöffnet ist sie dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Veranstaltungsort:
Historisches Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen
Franckeplatz 1, Haus 1
06110 Halle (Saale)
Tel.: 0345 2127450

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Hartmut Wenzel
Tel.: 0345 55 55 23835
E-Mail: wenzel@paedagogik.uni-halle.de

 
  Carsten Heckmann, 22.02.2007
 
     
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