Praxisbezug stärken

Kooperation Landesbauernverband – Universität

Auf den großen Bedarf an Führungskräften in der Landwirtschaft Sachsen-Anhalts wies Werner Gutzmer, Präsident des Landesbauernverbandes Sachsen-Anhalt (LBV), anläßlich eines Arbeitsgesprächs des LBV-Vorstandes mit Professoren der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Halle hin. Sein Vorschlag, das Studium der neuen angehenden Führungskräfte durch Praktikumsangebote zu begleiten, wurde seitens der Fakultät sehr begrüßt. Einig war man sich darüber, daß das Praktikum management-orientiert an den Betrieben des Landes ausgerichtet sein muß. Die Dauer dieses Praktikums sollte nicht kürzer als eine Vegetationsperiode sein. Nicht nur in der Lehre, sondern auch in der Forschung wird sich die Fakultät zu einem wesentlichen Teil praxisorientiert zeigen. Bereits heute bestehen in zahlreichen Projekten Kooperationen zwischen der Universität und landwirtschaftlichen Betrieben. Diese Zusammenarbeit soll in Zukunft noch weiter ausgebaut und intensiviert werden.

LBV-Präsident Gutzmer betonte, daß die universitäre Forschung und Lehre für die wirtschaftliche Festigung der Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt eine wichtige Rolle spiele. Es ergebe sich daraus die Notwendigkeit einer engen Verbindung und Kooperation zwischen der Landwirtschaftlichen Fakultät und der Landwirtschaft Sachsen-Anhalts.

Im Rahmen des Gesprächs, an dem auch Karl-Friedrich Kaufmann, Geschäftsführer des LBV, Prorektor Gerhard von Lengerken und Dekan Wulf Diepenbrock teilnahmen, wurde besonders hervorgehoben, daß sich die Universität zur Zeit an rund 50 bis 60 Forschungsprojekten im Land Sachsen-Anhalt mit unmittelbarem Praxisbezug beteilige. Daneben bestehe von seiten der Fakultät ein umfangreiches Angebot an Tagungen und Konferenzen mit Schwerpunkt Landwirtschaft, darunter der jährliche Hochschultag, die GIL-Tagungen und VDI-Kolloquien. Tagungsankündigungen der Universität können über die Homepage (www.uni-halle.de) abgerufen werden.

Die Landwirtschaftliche Fakultät Halle ist auf 480 Studienplätze ausgerichtet, die sich heute in vier Studienrichtungen aufteilen: Pflanzenwissenschaften, Nutztierwissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaues sowie Bodenschutz und Landschaftsgestaltung. Ein Zusatzstudiengang für Nachwuchskräfte aus Mittel- und Osteuropa ist außerdem vorgesehen. Der LBV sieht großen Bedarf hinsichtlich der Einrichtung eines Studienganges Agrarmanagement. Im Rahmen der Umstellung der Studiengänge von den klassischen Diplomstudiengängen auf eine internationale Master- und Bachelor-Ausbildung ist die Einführung einer Studienrichtung „Agrarmanagement" in der Diskussion. Es wurde die Einrichtung einer Stiftungsprofessur „Agrarmanagement" im beiderseitigen Einvernehmen angeregt.

Der LBV sieht die Universität Halle als ein Zentrum der landwirtschaftlichen Ausbildung und Forschung für Sachsen-Anhalt und daneben auch für die Länder Sachsen und Thüringen. Es sei sinnvoll, die agrar- und produktionstechnische Ausbildung in Halle zu konzentrieren und diesen traditionsreichen Standort weiter zu stärken. Im gesellschaftlichen Leben müsse noch ein stärkeres Bewußtsein für Agrarwissenschaft und -forschung als Zukunftsinvestition entwickelt werden.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Wulf Diepenbrock, Dekan der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Halle,
Tel.: 0345 / 55 22300,
e-mail: dekan@landw.uni-halle.de

(Ute Olbertz, 2. Februar 2000)


  Zurück zum Index