Aufklärungszentrum
erfolgreich evaluiert

Im Juli diesen Jahres wurde die bisherige Arbeit des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA) evaluiert. Unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Janowski, Prorektor für Forschung und Wissenschaftlichen Nachwuchs, trat eine aus vier Mitgliedern bestehende Gutachtergruppe zusammen. Der Abschlußbericht liegt jetzt vor. Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vorgeschlagenen Gutachter zeigten sich beeindruckt von der bisherigen Arbeit des Zentrums. Insbesondere wurde die Leistung des Geschäftsführenden Direktors Prof. Dr. Heinz Thoma hervorgehoben, dessen wissenschaftliche Reputation und organisatorische Leistung beim Aufbau des Zentrums von entscheidender Bedeutung gewesen sei. In dem abschließenden Bericht heißt es: "Die internationale Fachöffentlichkeit richtet hohe Erwartungen an das IZEA als Ort herausragender Forschungsarbeit. In den zurückliegenden Jahren sind die Grundlagen für die Erfüllung solcher Ansprüche geschaffen worden. Besonders hervorzuheben ist, daß das IZEA durch seine Aktivitäten die wissenschaftliche Diskussion innerhalb und außerhalb der Universität stark beeinflußt." Prof. Frank Janowski kommentierte das Ergebnis der Begutachtung: "Ich freue mich sehr, daß der geisteswissenschaftliche Bereich an unserer Universität mit dem Aufklärungszentrum ein Aushängeschild von internationalem Rang hat. Ich hoffe, daß die acht anderen Interdisziplinären Zentren bei der demnächst anstehenden Evaluation ähnlich erfolgreich abschneiden werden." An der Universität Halle gibt es neun interdisziplinärerForschungszentren, die ab 1998 zur Evaluierung anstehen. Das IZEA wurde Ende 1993 gegründet und als erstes evaluiert.

Besondere Beachtung der Experten fand auch das im Juni diesen Jahres von der Deutschen Forschungsgemeinschaft genehmigte Forschungsvorhaben "Selbstaufklärung der Aufklärung. Individual-, Gesellschafts- und Menschheitsentwürfe in der anthropologischen Wende der Spätaufklärung". Für eine Projektlaufzeit von zunächst 2 Jahren wurden insgesamt 1,2 Mio DM bewilligt. Aus dem Projekt werden gegenwärtig 6 Wissenschaftler- und 3 Hilfskraftstellen finanziert. "Die Genehmigung dieses Antrags hat gezeigt, daß nicht nur die naturwissenschaftlichen und die technischen Fachbereiche in der Lage sind, Geldmittel in großem Umfang einzuwerben", meinte Frank Janowski hierzu.

Im IZEA sind die Fächer Romanistik, Geschichtswissenschaft, Germanisik, Politikwissenschaft, Geschichte der Naturwissenschaften, sowie Philosophie und Pädagogik vertreten. Zu den derzeit laufenden Forschungsprojekten des Zentrums zählen Arbeiten zur halleschen Kameralistik, zur halleschen literarischen Kultur im 18. Jahrhundert, zur halleschen Verlagsgeschichte und zur Pressegeschichte der Städte Halle und Wittenberg - letzteres in Kooperation mit dem Interdisziplinären Zentrum für Pietismusforschung. Von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird das Projekt "Bibliographia dramatica et dramaticorum", das Dramatik und Dramatiker des 18. Jahrhunderts im gesamten deutschsprachigen Raum erfaßt.
(Stefan Schwendtner, 27. Oktober 1998)

Kontakt:
Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Dr. Sigrid Buthmann, Franckeplatz 1, Haus 33 06110 Halle (Saale) Telefon: (0345) 5 52-17 70/71 Telefax: (0345) 5 52-72 52


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